Aktualisiert 11.03.2014 15:42

Amoklauf von Newtown«Ich wünschte, mein Sohn wäre nie geboren»

Erstmals spricht der Vater des Amokläufers von Newtown. Die Tat seines Sohnes mit 26 Todesopfern «könnte nicht böser sein», sagt Peter Lanza. Er räumt auch eigene Fehler ein.

von
dia

Es sind harte Worte aus dem Mund von Peter Lanza. In einem Interview mit dem Magazin «New Yorker» äusserte sich der Vater des Amokläufers von Newtown zum ersten Mal öffentlich. «Ich wünschte, mein Sohn wäre nie geboren», wird Lanza zitiert. Sein Sohn sei ein «ganz normal seltsamer kleiner Junge» gewesen, der sich stundenlang mit Lego beschäftigen konnte.

Die Eltern von Adam trennten sich lange vor dem Massaker von Ende 2012. Seinen Sohn hatte Peter Lanza zuletzt zwei Jahre vor der Tat gesehen. «Das, was mein Sohn getan hat, könnte nicht böser sein», sagt Lanza weiter. Er räumt auch eigene Fehler ein: «Ich wünschte, ich hätte mich mehr dafür eingesetzt, Adam häufiger zu sehen», bedauert Peter Lanza. Jede Veränderung in der Beziehung wäre gut gewesen für Adam, denn «schlimmer hätte es ja nicht kommen können».

Amokläufer zog sich immer mehr zurück

Die Veränderungen in Adams Wesen blieben dem Vater nicht verborgen: «Es war glasklar, dass etwas nicht stimmte.» Sein Sohn habe sich seit der Pubertät immer mehr zurückgezogen. «Das Unwohlsein in sozialen Situationen, den Stress, die Unfähigkeit, sich zu konzentrieren, die Lernprobleme, der reduzierte Augenkontakt», zählt der Vater die Veränderungen auf. Zudem sei er fasziniert gewesen vom Zweiten Weltkrieg.

Der 20-jährige Adam Lanza war im Dezember 2012 bewaffnet in die Sandy-Hook-Grundschule in Newtown im US-Bundesstaat Connecticut gestürmt. Mit Pistolen und einem Sturmgewehr schoss der Amokläufer auf Lehrer und Mitschüler. Er tötete 26 Menschen und richtete sich danach selbst hin. Adam habe Symptome einer Zwangsneurose gezeigt, heisst es in Polizeidokumenten. Zudem war bei ihm 2006 eine Form von Autismus festgestellt worden.

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