Aktualisiert 27.06.2014 11:26

Bumerang-Kinder«Ich würde auch wieder zu Mami ziehen»

Sollen junge Erwachsene wieder bei ihren Eltern einziehen, nachdem sie schon einmal ausgezogen sind? Das Thema bewegt die 20-Minuten-Leser.

von
dp
20-Minuten-Leser Rolf Graber glaubt: «Vielen Jungen fehlt der entscheidende Pfupf im Hintern, trotz guten Ausbildungen. Wer aber in die Sicherheit, in die geschützte Werkstatt fliegt, dem geht jeglicher Instinkt für das Draussen verloren. Also Kinder, Finger raus und sich dem Leben stellen!»

20-Minuten-Leser Rolf Graber glaubt: «Vielen Jungen fehlt der entscheidende Pfupf im Hintern, trotz guten Ausbildungen. Wer aber in die Sicherheit, in die geschützte Werkstatt fliegt, dem geht jeglicher Instinkt für das Draussen verloren. Also Kinder, Finger raus und sich dem Leben stellen!»

Ziehen junge Erwachsene von zu Hause aus, ist das längst kein Abschied mehr für immer. Die Zahl der 20- bis 30-Jährigen, die nach einer zerbrochenen Beziehung oder um Geld zu sparen wieder zu den Eltern ziehen, nimmt zu.

20-Minuten-Leserin Luise findet, dass diese sogenannten Bumerang-Kinder alles Waschlappen sind: «Das Problem ist, dass die jungen Leute keinen Biss mehr haben und beim kleinsten Problem wieder zu Hause einziehen wollen.» Leser Psychotherapeut analysiert: «Viele der jungen Erwachsenen sind nicht auf ein eigenständiges Leben vorbereitet worden. Sie erschrecken ob der Lebenshaltungskosten und des kleineren Budgets. Gerade Studenten, Akademiker oder niedrige Bildungsständler haben da sehr viel Mühe.»

Auch Rolf Graber glaubt: «Vielen Jungen fehlt der entscheidende Pfupf im Hintern, trotz guter Ausbildung.» Wer aber in die Sicherheit, in die geschützte Werkstatt fliehe, dem gehe jeglicher Instinkt für das «Draussen» verloren. «Also Kinder, Finger raus und sich dem Leben stellen», schreibt Rolf Graber.

«Das ist nicht meine Pflicht als Mutter»

Barbie on Crack findet, dass viele Junge aus reiner Bequemlichkeit nach Hause zurückkehren: «Man will das Geld für sein eigenes kleines Abenteuer sparen und liegt dafür den Eltern auf der Tasche. Ich würde mich schämen.»

Auch Mütter haben sich zu Wort gemeldet: «Meine Pflicht als Mama ist es nicht, ein Leben lang alles für meine Kinder zu machen, sondern sie zu selbstständigen Menschen zu erziehen.» Ihnen beizustehen bedeute nicht, sie ewig im Hotel Mama zu halten. «Wenn man seine Kinder liebt, sorgt man dafür, dass sie auch ohne Mama und Papa das Leben bestreiten können», schreibt Xerox.

Geborgenheit und Sicherheit

Ein grosser Teil der 20-Minuten-Leserschaft aber ist der gegenteiligen Meinung. «In was für einer kalten, asozialen Welt leben wir eigentlich? Wenn ich Kinder auf die Welt bringe, dann bin ich selbstverständlich auch ein Leben lang für sie da», schreibt Jenkins. Ihre Eltern würden sie jederzeit wieder aufnehmen. Das gebe ihr Geborgenheit und Sicherheit.

Das Zusammenleben mit den erwachsenen Kindern klappt bei M. Utter perfekt - sie lebt mit ihrem Mann und ihren Söhnen in einer WG: «Jeder kann machen, was er will, und wir respektieren uns.» Jetzt hätten ihre Jungs noch die Möglichkeit, Geld auf die Seite zu legen, um ihre Träume später zu verwirklichen.

Genau das hat Dani gemacht: «Als ich mit 24 die Idee hatte, auf Weltreise zu gehen, war ich sehr dankbar, dass ich zum Sparen wieder für zwei Jahre zurückdurfte. Sonst hätte ich mir diesen Traum nicht erfüllen können.»

Auch Tom Bobadil ist nach der RS, nach einer Weltreise und nach der Trennung von seiner grossen Liebe wieder zu Mama heimgekehrt. Er ist dankbar: «Wenn meine Eltern mal auf Pflege angewiesen sein werden, dann werden sie bei uns wohnen können. Blut ist immer dicker als Wasser.»

Vielen bleibe auch nichts anderes übrig, als wieder nach Hause zu gehen: «Heute wirst du vom Vermieter und vom Staat abgezockt. Was bleibt dann noch zum Leben? Nur für die Wohnung und das Auto arbeiten? Ist doch bescheuert!», schreibt Kurt. Ausserdem könnten die meisten Frauen heutzutage nicht vernünftig kochen: «Wenn ich könnte, würde ich auch wieder bei Pension Mami einziehen!»

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