Aktualisiert 02.12.2011 08:10

Bachmann bizarr

«Ich würde die Botschaft im Iran schliessen»

Beinahe kein Tag vergeht ohne eine neue Peinlichkeit aus den Mündern der republikanischen Präsidentschaftsanwärter. Dieses Mal hat sich Michele Bachmann aber selbst übertroffen.

von
aeg

Nach dem Sturm iranischer Demonstranten auf die britische Botschaft in Teheran hat sich die Bewerberin um die Präsidentschaftskandidatur der US-Republikaner, Michele Bachmann, eine überraschende Strafmassnahme ausgedacht: Sie möchte die US-Botschaft in Teheran schliessen. Dumm nur, dass die USA seit 1980 keine Botschaft mehr in Teheran haben.

Wörtlich sagte Bachmann laut der «Huffington Post»: «Das (die Schliessung der Botschaft im Iran) ist genau das, was ich tun würde, wenn ich Präsidentin wäre. Wir würden keine Botschaft mehr in Teheran haben. Ich würde dies nicht erlauben.»

Die unbedachten Worte kamen der Politikerin bei einer Wahlkampfveranstaltung im Bundesstaat Iowa über die Lippen. Ihr Sprecher versuchte umgehend zu korrigieren. Die Worte seien aus dem Zusammenhang gesagt worden. Natürlich wisse Michele Bachmann, dass die USA dort diplomatisch nicht mehr vertreten sind. Sie habe lediglich das britische Vorgehen unterstützt, die Botschaft im Iran zu schliessen.

Sturm auf die US-Botschaft 1979

1979 war die US-Botschaft im Iran von militanten Studenten gestürmt und 52 Diplomaten mehr als 440 Tage als Geiseln gehalten worden. Beide Länder unterhalten seitdem keine offiziellen Beziehungen, die konsularischen und diplomatischen Interessen der USA in Teheran werden von der Schweiz wahrgenommen.

Bachmann sitzt als Abgeordnete im US-Repräsentantenhaus und führt dort innerhalb der Republikaner-Fraktion die erzkonservative Tea- Party-Bewegung an. Im Juni hatte sie ihre Bewerbung um die Präsidentschaftskandidatur der Republikaner bei den Wahlen im November 2012 gestartet.

Nach einem Höhenflug im Sommer lag sie in den Umfragen zuletzt mit nur noch rund fünf Prozent am unteren Ende des Bewerberfeldes. Bachmann sorgte immer wieder mit ungewöhnlichen aussenpolitischen Ansichten für Aufsehen. Mitte November etwa warnte sie vor einem «weltweiten Atomkrieg gegen Israel». (aeg/sda)

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