Aktualisiert 05.11.2011 01:05

Federer zum Kumpel-Duell«Ich würde es auch Stan gönnen»

Erstmals treffen Roger Federer und Stan Wawrinka in der Schweiz aufeinander. Federers Ziel ist der Final, gegen seinen Kumpel fällt das Siegen aber schwerer als sonst.

von
Philipp Reich

Roger Federer zum Halbfinal-Duell mit Stanislas Wawrinka. (Video: 20 Minuten Online)

Im Eiltempo machte Roger Federer am späten Abend das Schweizer Duell mit Stanislas Wawrinka im Halbfinal perfekt. Er deklassierte Andy Roddick mit 6:3 und 6:2. «Andy hat nicht den besten Tag erwischt. Dass er sich so wie heute Abend nicht auf seinen Aufschlag verlassen konnte, habe ich erst zwei, drei Mal erlebt.» Ganz zufrieden war der Lokalmatador mit sich und der Welt trotzdem nicht: «Der Aufschlag hat nicht richtig funktioniert», haderte Federer auf hohem Niveau.

Nun wartet mit Stanislas Wawrinka also ein guter Kumpel im nächsten Spiel. Zum Schweizer Duell gab Federer zu Protokoll: «Ich habe schon viele schwierige Spiele gegen Stan erlebt. Er ist ein guter Freund und das macht es ab und zu schwierig, Matches bis zum Schluss durchzuziehen. Ich würde es auch ihm gönnen, den Final zu erreichen.»

«Nicht alles in meinen Händen»

Auf das Halbfinal-Duell mit Wawrinka freut sich Federer aber trotzdem. «Es ist super, dass er dieses Jahr wieder in Basel dabei ist. Zwei Schweizer im Halbfinal ist toll fürs Turnier und natürlich auch für die Zuschauer. Deshalb freue ich mich riesig aufs Spiel.» Spezieller war für Federer nur das Halbfinal-Duell in Basel gegen Marco Chiudinelli vor zwei Jahren.

Trotz einer Bilanz von 9:1 Siegen fühlt sich Federer gegen seinen Kumpel nicht sicher. «Bei Stan weiss ich, dass es auch in seinen Händen liegen kann. Er hat einen guten ersten Aufschlag, spielt solid von der Grundlinie und hat genug Power», stellt der Titelverteidiger klar. «Daher wird es sicher eine interessante Partie werden. Wenn es mir aber gut läuft, dann wird es jeweils schwierig für ihm. Ich bin selbst gespannt, wie es rauskommt.»

Federer vor Eröffnungsfeier

Wawrinka: «Für mich ist das normal»

Und was sagt Stanislas Wawrinka zum ersten Duell gegen Federer in Basel? «Roger hat das Spiel, um mich zu schlagen und er spielt ein Tennis, das mich immer wieder in Schwierigkeiten bringt», weiss der Romand, nur in Monte Carlo auf Sand gegen seinen Landsmann gewinnen konnte. «Ausserdem spielen wir in der Halle, auf seiner besten Unterlage. Die Realität ist, dass er besser ist als ich. Das zeigt das Ranking und das haben auch die letzten Jahre gezeigt.»

Dass er zum ersten Mal in dieser Woche nicht auf die Unterstützung des Publikums zählen kann, stört Wawrinka nicht. «Die Zuschauer haben mich bislang toll unterstützt. Es ist aber klar, dass sie nun hinter ihm stehen werden. Für mich ist das normal», sagt der 26-Jährige, der sich im Schatten Federers sichtlich wohl fühlt und es geniesst, ohne grosse Beachtung der Öffentlichkeit viel Zeit mit seiner Familie verbringen zu können.

Herunterspielen will die Weltnummer 19 die Affiche aber ganz und gar nicht nicht. «Es ist ein Halbfinal. Das wird ein grosses Spiel werden. Für mich wird es sehr kompliziert, da ich noch kein Mittel gegen ihn gefunden habe», erklärt er offen und sachlich. «An einem einzelnen Tag kann sich jedoch plötzlich viel ändern. Einen Kopf mache ich mir aber nicht. Ich freue mich, gegen ihn zu spielen. Meine Familie und meine Freunde sind hier und ich habe Erfolg. Was will man mehr.»

Stanislas Wawrinka zum bevorstehenden Halbfinal gegen Roger Federer. (Video: 20 Minuten Online)

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