DeWanda Wise spielt in «Jurassic World» die queere Kayla und spricht über Vielfalt in Hollywood
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«Jurassic World»-DeWanda Wise«Ich wurde nicht als sexy angesehen»

Die 38-Jährige spielt im neuen «Jurassic World»-Film die queere Kayla. Im Interview mit 20 Minuten spricht die Schauspielerin über Veränderungen, Diversität und Vielfalt in Hollywood.

von
Miguel Cid
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DeWanda Wise (38) spielt im neuen «Jurassic World Dominion» die Rolle der queeren Kayla.

DeWanda Wise (38) spielt im neuen «Jurassic World Dominion» die Rolle der queeren Kayla.

IMAGO/MediaPunch
Als Woman of Colour leistet die Schauspielerin damit einen Beitrag zu mehr Repräsentation und Vielfältigkeit in den Filmen von Hollywood.

Als Woman of Colour leistet die Schauspielerin damit einen Beitrag zu mehr Repräsentation und Vielfältigkeit in den Filmen von Hollywood.

imago images/ZUMA Press
Die 38-Jährige ist froh, dass sie gerade jetzt ihren Durchbruch in Hollywood hat. Denn «der Umfang und die Grösse der Rollen» für People of Colour hätten ihrer Meinung nach in den letzten Jahren zugenommen.

Die 38-Jährige ist froh, dass sie gerade jetzt ihren Durchbruch in Hollywood hat. Denn «der Umfang und die Grösse der Rollen» für People of Colour hätten ihrer Meinung nach in den letzten Jahren zugenommen.

IMAGO/Horst Galuschka

Darum gehts

Wie würdest du deine Rolle als Kayla in «Jurassic World» beschreiben?

Kayla zieht das Abenteuer förmlich an! Ich musste sicherstellen, dass ich ihr Selbstvertrauen am Set gut verkörpern konnte. Es ist wirklich amüsant, wie selbstbewusst sie ist und das Gefühl hat, dass sie kompetenter als alle anderen ist. Man denkt wirklich, dass es keine Situation gibt, die sie nicht meistern könnte.

Soll im Film offensichtlich sein, dass Kayla queer ist?

Ich denke, es ist offensichtlich. Wenn es um die Repräsentation jeglicher Art von Charakteren geht – egal, ob es sich um eine queere Figur oder eine Women of Colour handelt – muss das irgendwann normalisiert werden. Wir können uns nicht mehr nur auf eine Gruppe fokussieren, denn bei vielen ist Diversität mittlerweile normal geworden. Für mich ist das nichts Besonderes mehr. Es ist einfach wichtig, dass Kayla die lebende Verkörperung einer schwarzen, queeren Frau ist. Sie wird sich nicht zu Owen (Chris Pratt) umdrehen und sagen: «Du weisst, dass ich auch auf Frauen stehe, oder?» Das läuft in der Realität einfach nicht so ab.

Hollywood-Filme scheinen in den letzten Jahren vielfältiger geworden zu sein. Welche Veränderungen hast du als Schauspielerin festgestellt?

Ich habe genau diese Erfahrung gemacht. Der Umfang und die Grösse meiner Rollen haben zugenommen. Ich denke, dass viele der Angebote für Leute wie mich unterdessen auch dem entsprechen, wozu wir fähig sind. Ich bin froh, dass ich zur jetzigen Zeit Schauspielerin bin. 

Bist du eigentlich mit den «Jurassic Park»-Filmen aufgewachsen? Und hättest du dir vorstellen können, eines Tages in einem dieser Filme mitzuspielen?

Nein, die Wahrheit ist, dass ich diese Filme erst geschaut habe, als ich die Rolle erhalten habe. Meine Mutter war alleinerziehend und wenn man in den 80er- oder 90er-Jahren aufgewachsen ist, passte man sich eben dem Lifestyle seiner Eltern an. So ging die Familie Wise damals eher in das Lyric Opera House in Baltimore, um «The Wiz» zu sehen. Als «Jurassic Park» herauskam, war ich noch sehr jung und der Film war mir zu gruselig.

Hast du früher «Jurassic Park» geschaut?

Was hat es für dich bedeutet, mit Spike Lee an der Netflix-Serie «She’s Gotta Have It» zu arbeiten?

Ich denke, Spike Lee hat viel Erfahrung darin, Schauspielerinnen und Schauspieler zu casten, die man nicht in gewissen Rollen erwarten würde. Vor «She's Gotta Have It» wurde ich nicht als sexy angesehen. Spike Lee hat mich für diese Rolle gecastet, als mich die Branche noch nicht so sehen wollte. Es ist also ein grosses Ding für mich, mit ihm zu arbeiten, weil er nicht nur diese Art von Vision hat, sondern einen auch wirklich auf den Erfolg vorbereitet. 

Was wolltest du eigentlich als Kind werden?

Von meiner Geburt bis ich elf Jahre alt war, wollte ich immer Sängerin werden. Bis 15 wollte ich dann Therapeutin werden. Und dann habe ich angefangen, in der Highschool Theater zu spielen, und ich dachte: «Das ist es. Ich habe es gefunden. Ich habe das Richtige gefunden.»

War es schwierig, in Hollywood den Durchbruch zu schaffen?

Im Nachhinein betrachtet war es eine grosse Herausforderung, aber in dem Moment denkt man nicht unbedingt an die Schwierigkeiten. Man denkt darüber nach, wie man sich auf ein Vorsprechen vorbereitet oder was man essen wird. Ich habe all die Jahre immer wieder bei Freunden auf der Couch geschlafen. Aber zu der Zeit habe ich das nicht als unangenehm empfunden, weil ich einfach keine Zeit zum Nachdenken hatte. Chris Pratt und ich haben einen sehr ähnlichen Hintergrund. Wir stammen beide aus der Arbeiterklasse und unsere Eltern waren beide Lebensmittelhändler. Ich wurde mit einer starken Arbeitsmoral erzogen – und mit der Einstellung, alles zu tun, was nötig ist, um ein Ziel zu erreichen.  

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