16.04.2018 05:50

Offa St.Gallen«Ich wurde schon ein paar Mal angeschossen»

Trotz dem wunderschönen Wetter gab es am Jahrmarkt der Offa laut Standbesitzern weniger Besucher als letztes Jahr. Betrunkene Gäste hielten die Schausteller dennoch auf Trab.

von
lad

Die Schausteller erzählen von den Erlebnissen an der Offa. (Video: viv)

«Am Abend werden gewisse Besucher jeweils frecher», sagt Melvin Bakker am Jahrmarkt der Frühlings- und Trendmesse Offa in St. Gallen. Der 15-jährige Schausteller bediente am Paintball-Stand die Besucher. «Ich wurde schon ein paar Mal getroffen», erzählt er. Die Schüsse hätten ihn am Oberschenkel und in den Rücken getroffen.

Giftige Bleikugeln

Dem kann auch sein Berufskollege Ronny Büttiker zustimmen, der an einem Stand mit Luftgewehren arbeitet: «Letztes Jahr an der Olma wurde ich angeschossen», sagt er. Er habe jedoch Glück gehabt, sei die Kugel nicht durch die Jacke hindurch in den Arm gegangen. Der 24-jährige Schausteller weiss, dass man vorsichtig sein muss: «Wir benutzen Bleikugeln. Um eine Blutvergiftung zu verhindern, muss man die sofort beim Arzt herausschneiden lassen.»

Wenn er selbst gerade nicht das Ziel ist, könne es auch vorkommen, dass die Schützen auf die Plüschtiere anstatt auf die Sterne schiessen: «Sie versuchen die Augen der Tiere zu treffen», erzählt der Schausteller weiter. Er sei im Umgang mit den Betrunkenen in gewisser Weise wie ein Türsteher: «Man muss höflich bleiben, ansonsten gibt es sofort eine Schlägerei», so der 24-Jährige.

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Am Jahrmarkt der diesjährigen Offa zeigte sich das Wetter von seiner schönsten Seite.

Am Jahrmarkt der diesjährigen Offa zeigte sich das Wetter von seiner schönsten Seite.

lad
Trotz dem strahlenden Sonnenschein...

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lad
...besuchten, im Vergleich zum....

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lad

Kleinere Verletzungen am Armbruststand

Dieses Jahr neu am Jahrmarkt der Offa ist Saskia Zuber-Häseli mit ihrem Armbruststand. Glücklicherweise ist die 20-Jährige von Schüssen verschont geblieben. Doch früher sei sie an einem Stand für Bogenschiessen schon getroffen worden: «Das ist schon sehr unangenehm. Zu viel Schmerz ertragen auch wir nicht», sagt sie. Auch für die Schützen selbst kann es gefährlich werden: «Wenn die Sehne der Armbrust zurückschlägt, kann es passieren, dass man sich verletzt», so die 20-Jährige. Mehr als ein Pflaster für die Finger sei jedoch nie nötig gewesen.

Dennoch ziehen die Schausteller an den Schiessständen ein positives Fazit: «An den fünf Tagen habe ich vor allem ein sehr lustiges Publikum erlebt», so Schausteller Sascha Lang. Die Besucher seien relativ nüchtern gewesen: «Das ist sehr aussergewöhnlich für eine Offa», sagt Schaustellerin Jacqueline Strupler lachend. Erstaut ist die 46-Jährige auch über die gesunkene Besucherzahl – das Wetter sei doch aussergewöhnlich schön gewesen.

Bilanz

Die diesjährige Offa zählte nach fünf Messetagen rund 94000 Besucher. «Das sind etwa 2000 weniger als letztes Jahr», so Katrin Meyerhans, Abteilungsleiterin der Publikumsmessen. Zurückzuführen sei dies auf das Wetter: «Es war eine Spur zu schön», sagt sie weiter. Dennoch ist man zufrieden: «Die diesjährige Ausgabe hat gezeigt, dass die OFFA ein fester und beliebter Bestandteil im Kalender vieler Ostschweizer ist. Das freut uns natürlich sehr», so das Fazit von Messeleiterin Bea Mauchle.

Die insgesamt 521 Aussteller mit Neuheiten und bewährten Messeklassikern, zahlreichen Attraktionen wie Modeschau, Sport zum Mitmachen und Ponyplausch für Kinder bot den Besuchern ein breites Angebot. Über 20 Sonderschauen zu unterschiedlichsten Themen sowie kulinarische Spezialitäten luden die Besucher zum Ausprobieren und Kennenlernen ein.

Die 43. Offa findet vom 10. bis 14. April 2019 statt.

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