3 mit Sex - «Ich wurde sexuell belästigt und hab dafür noch bezahlt»
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3 mit Sex«Ich wurde sexuell belästigt und hab dafür noch bezahlt»

Ellas Coiffeur fasst ihr unter dem Umhang an die Brüste – und sie schafft es nicht, sich zu wehren. Dafür hat sie danach romantischen Sex mit dem Penis-so-gross-wie-ein-Unterarm-Mann.

von
Ella
Zora Schaad
Deborah Gonzalez
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Ellas Coiffeur kümmert sich nicht nur um ihre Haare. Seine Hand glitt bei ihrem ersten – und wahrscheinlich einzigen - Besuch ungefragt unter den Umhang…

Ellas Coiffeur kümmert sich nicht nur um ihre Haare. Seine Hand glitt bei ihrem ersten – und wahrscheinlich einzigen - Besuch ungefragt unter den Umhang…

Illu: Anna Deér
Sie ist Single mit wechselnden Liebschaften. Verliebt sich wahllos. Sucht Mr. Right und vertreibt sich die Zeit mit amourösen Fettnäpfchen und seltsamen Begegnungen zwischen feuchten Laken.
Ella

Sie ist Single mit wechselnden Liebschaften. Verliebt sich wahllos. Sucht Mr. Right und vertreibt sich die Zeit mit amourösen Fettnäpfchen und seltsamen Begegnungen zwischen feuchten Laken.

Illu: Anna Deér
Er ist ein schwuler Designer aus dem Aargau, WG-Mami und wilder Single, der gut mit Hammer und Nägeln umgehen kann. Insgeheim hat Lars aber genug davon, inner- und ausserhalb des Betts immer den aktiven Part zu übernehmen.
Lars

Er ist ein schwuler Designer aus dem Aargau, WG-Mami und wilder Single, der gut mit Hammer und Nägeln umgehen kann. Insgeheim hat Lars aber genug davon, inner- und ausserhalb des Betts immer den aktiven Part zu übernehmen.

Illu: Anna Deér

Darum gehts

  • Ella möchte pinke oder lila Haare und sucht deswegen einen neuen Coiffeur.

  • Was mit einer Kopfmassage anfängt, endet mit einem Brust-Antatscher.

  • Gewehrt hat Ella sich nicht. Dass die Aktion des Coiffeurs missbräuchlich war, wird ihr erst später bewusst.

  • Am Abend meldet sich der Macho mit dem Unterarm-grossen Penis Marco und ist süsser, als Ella ihn in Erinnerung hat.

  • So süss, dass sie romantischen Pärchen-Sex haben.

Neulich war ich beim Coiffeur, es war eine Art Testbesuch bei einem Typen, der mir empfohlen worden war. Ich wollte nämlich meine Haare färben, lila oder rosa, und ich wusste, es kostet mich mega viel Zeit und Geld und ich würde meine Haare damit quälen, wie eine Legebatterie ein Huhn. Es war also klar: Der Typ musste echt was drauf haben, sonst würde das nichts werden mit uns.

Jedenfalls schnitt mir Dominik die Spitzen im Trockenen mit einer solchen Hingabe, als würde er sich bei jedem Härchen einzeln für die Prozedur entschuldigen, und wir sprachen ausführlich über mein Färbeprojekt (lila oder pink???) und mein neues Leben, das daraus resultieren würde (sexy, selbstbewusst und vor allem: nicht mehr Single!). Nach dem Schneiden fragte er, ob ich noch die Haare gewaschen und den Kopf massiert haben wollte, und ich sagte natürlich nicht nein, weil Kopfmassage, c’mon!

Das zweideutige Angebot eines ehemaligen Masseurs

Dominik massierte meine Schläfen und diese eine verspannte Stelle an meinem Hinterkopf und ich fiel fast ein bisschen in Trance. «Bevor ich Coiffeur wurde, arbeitete ich als Masseur», erklärte Dominik, und fuhr mit seinen Händen runter auf meinen Nacken. Einen kurzen Moment überlegte ich, ob Dominik vielleicht der einzige heterosexuelle Coiffeur der Stadt war, dann versank ich wieder in seinen Berührungen. Bis ich plötzlich merkte, dass er mit seinen Händen unter meinen Armen war und meine Brüste von hinten streifte. Auf einen Schlag war ich hellwach. War es Zufall? Dominiks Hände fuhren vor und zurück, und immer, wenn er vorne war, strichen seine Finger über meinen Busen und drückten etwas rein.

Instinktiv verschränkte ich unter dem Coiffeur-Mänteli meine Arme und umfasste schützend meine Brüste. Bevor ich was sagen konnte, sagte er mit heiserer Stimme: «Im hinteren Raum habe ich eine Massageliege, da könnte ich mich deinen Verspannungen umfassender annehmen.» Er drehte mich auf dem Coiffeurstuhl zu sich um und ich registrierte seinen glasigen Blick und seine Beule in der Hose, fast auf meiner Augenhöhe. «Nein, danke, ich muss jetzt los», sagte ich. Er schaute enttäuscht. Ich bezahlte und gab ihm Trinkgeld, dann schwang ich mich auf mein Rennrad und brauste zurück in mein Homeoffice.

«Marcos Wut führte mir vor Augen, wie missbräuchlich es war»

Zuhause eine Nachricht von Marco, ihr erinnert euch, der Macho mit dem Unterarm-grossen Penis: «Wie gehts dir, lovely Lady?»«Verwirrt. Ich habe glaub grad dafür bezahlt, dass ich sexuell belästigt wurde. Von meinem Coiffeur!»«Waas? Das ist nicht lustig, Ella, was ist passiert?!»

Noch bevor ich antworten konnte, rief Marco mich an. Er klang besorgt und aufgebracht und bot mir an, das Problem «unter Männern» zu lösen. «Sag mir einfach, wo dieser Coiffeur ist, Ella, dann mach ich das klar!» Ich lehnte dankend ab, war aber dennoch froh über seine Reaktion. Marcos Wut führte mir vor Augen, wie missbräuchlich es war, was Dominik getan hatte. Ich fühlte mich benutzt. Und ich schämte mich, dass ich es nicht geschafft hatte, mich zu wehren. Einmal mehr konnte ich im richtigen Moment nicht Nein sagen.

«Mein Herz flattert ein bisschen»

Marco bot an, vorbeizukommen. Und obwohl ich mir vorgenommen hatte ihn, wie alle anderen Macker, ausser für heissen Sex nicht in mein Leben zu lassen, war ich froh um sein Angebot. Marco brachte Eistee mit und Quinoa-Avocado-Lachs-Salat aus dem überteuerten Hipster-Takeaway um die Ecke. Vor allem aber Zeit, Verständnis, tröstende Worte und kreative Ideen, was er mit Dominik anstellen würde, wenn ich ihm die Adresse geben würde.

Wir lachten und irgendwann küssten wir uns. «Willst du es? Magst du heute überhaupt?», fragte Marco. Ich nickte. Dann schliefen wir miteinander. Zärtlich wie ein Liebespaar, ganz anders als bei unserem ersten Mal. Mein Herz flattert ein bisschen. Macho-Penis-Marco und ich?! Was ich jetzt von all dem denken soll, weiss ich nicht. Aber das mit dem Nein-Sagen, das muss ich lernen.

P. S. Der Unterarm-Vergleich letztes Mal war etwas unglücklich, ich habe nun ja nachgeprüft. Aber Aubergine kommt definitiv hin. Oder habt ihr bessere Ideen? Auch dafür, was ich mit Dominik machen soll? Und mit Marco? Schreibt es mir: onelove@20minuten.ch

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Lilli.ch, Onlineberatung

Tschau, Onlineberatung

Feel-ok, Informationen für Jugendliche

Pro Juventute, Beratung für Kinder und Jugendliche, Tel. 147

3 mit Sex

Sex-WG

Ella, Lars und Bruce heissen in Wirklichkeit gar nicht so, und auch einige Angaben sind geändert. Wahr ist aber, dass sie leidenschaftlich gern durch die Keller und Clubs der besten Stadt dieses Landes tanzen. Die drei Singles lieben Techno, Rührei und die stabilen Betten ihrer WG. Und sie wissen: Falls sie sich je zu dritt darin vergnügen, ist das das Ende von allem – oder der Beginn von etwas noch Grösserem. 20 Minuten erzählen sie exklusiv von ihren Abenteuern.

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