Aktualisiert 05.01.2020 10:53

Morena Diaz«Ich denke jeden Tag an die Vergewaltigung»

Body-Positivity-Star Morena Diaz hat auf Instagram ein schockierendes Geständnis gemacht. Sie sei vergewaltigt worden, schreibt sie.

von
tam
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Morena Diaz hat auf Instagram ein schockierendes Geständnis gemacht. «Ich wurde vergewaltigt und es tut immer noch weh», schreibt sie.

Morena Diaz hat auf Instagram ein schockierendes Geständnis gemacht. «Ich wurde vergewaltigt und es tut immer noch weh», schreibt sie.

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Die Aargauer Primarschullehrerin ist bekannt für ihr Engagement im Bereich Body Positivity.

Die Aargauer Primarschullehrerin ist bekannt für ihr Engagement im Bereich Body Positivity.

Brandentertainment / Andrea Monica Hug
Nach etwas mehr als einem Jahr fühle sie sich bereit, einen Einblick in ihre Seele zu geben.

Nach etwas mehr als einem Jahr fühle sie sich bereit, einen Einblick in ihre Seele zu geben.

Brandentertainment / Andrea Monica Hug

In einem Post auf Instagram machte die bekannte Aargauer Primarschullehrerin Morena Diaz am Donnerstagabend einen schockierenden Vorfall publik. «Ich wurde vergewaltigt und es tut immer noch weh», schreibt die 26-Jährige dort, wie die «Aargauer Zeitung» berichtet. Diaz ist bekannt als Body-Positivity-Star. 2018 wurde sie deshalb für den Prix Courage nominiert.

Wurdest Du vergewaltigt und wie hast Du das schlimme Ereignis verarbeitet? Schreibe uns. Deine Informationen werden vertraulich behandelt.

Ihr Fall sei kein Einzelfall, schreibt sie im Post. «Wir müssen unsere Stimmen erheben.» Deshalb breche sie nun ihr Schweigen. Der Vorfall hat laut ihrem Post drei Tage vor Heiligabend 2018 nach einem gemeinsamen Abendessen stattgefunden. «Er hat über meinen Körper, mein Herz und meinen Bedürfnissen hinweg entschieden. Mit keiner Faser meines Körpers wollte ich das, was er mir angetan hat und mit keiner Faser meines Körpers konnte ich mich wehren», so der Post.

«Schmerz traf mich mit voller Wucht»

2019 sei für sie eher ein Überleben gewesen, ein Gefühlschaos. «Zuerst wollte ich gar nichts mehr fühlen, um den Schmerz nicht zuzulassen und dann, als ich dem Schmerz kurz die Türen öffnete, traf er mich mit voller Wucht.» Der Schmerz sei von Angst, Trauer und Wut begleitet worden. «Wut auf ihn, Wut auf alle, die anderen das gleiche angetan haben und antun werden. Wut auf die Gesellschaft, die Gesetze, das Patriarchat, das immer noch Macht über uns Frauen* ausüben darf und kann», schreibt sie.

In den über 700 Kommentaren erhält sie viel Mitgefühl. «Mir fehlen die Worte», schreibt eine Nutzerin. Sie wünsche ihr viel Kraft und Ausdauer, um das Geschehene verarbeiten zu können. «Du machst dich immer so stark für alle und es bricht mir das Herz, dass dir das passiert ist», heisst es in einem anderen Kommentar. Andere bedanken sich für den Mut von Diaz, den Vorfall publik zu machen: «So etwas öffentlich zu machen ist sicher unglaublich schwierig, aber auch wichtig.»

Ausführlicher Blogbeitrag

In ihrem Blog äussert sich Diaz am Freitagnachmittag mit einem ausführlicheren Beitrag. Nach etwas mehr als einem Jahr fühle sie sich bereit, einen Einblick in ihre Seele zu geben. «Heute schreibe ich meine eigene Geschichte in der Hoffnung, dass wir alle endlich begreifen, dass jede einzelne Tat eine zu viel ist.» Es brauche eine Veränderung und dafür mehr Stimmen, die sich stark machen würden.

Es sei an einem kalten Abend passiert, an dem sie lange Jeans und einen dicken Pullover getragen habe. Nach dem Abendessen hätten sie gemeinsam einen Film geschaut. Ihre unzähligen Bitten aufzuhören habe er ignoriert. «Was mir persönlich am meisten weh tut, ist nicht per se das, was geschehen ist, sondern dass es jemand getan hat, dem ich vertraut habe», schreibt die 26-Jährige.

Sie fordert schärfere Gesetze

Jeden einzelnen Tag bis heute habe sie daran gedacht, was passiert sei. «Mit der Zeit habe ich Angstattacken entwickelt.» Im Post wünscht sie sich für das Jahr 2020 mehr Bewusstsein für dieses Thema und schärfere Gesetze. «Opfer, egal ob Frau oder Mann, sollten ohne Scham und Angst zur Polizei gehen dürfen, um Anzeige zu erstatten.»

Ob sie selbst eine Anzeige gemacht hat, bleibt unklar. Im Moment wolle sie bewusst keine weiteren Details bekannt geben, schreibt Diaz weiter. Auch auf Anfrage von 20 Minuten wollte sie sich nicht weiter äussern. Das Strafmass bei einer Vergewaltigung beträgt zwischen einem und zehn Jahren Freiheitsstrafe.

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