Berlin (D) - «Ich wurde zusammengeschlagen, weil ich Ausländerin bin»
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Berlin (D)«Ich wurde zusammengeschlagen, weil ich Ausländerin bin»

Die 17-jährige Dilan S. wurde am 5. Februar in Berlin brutal angegriffen. In den sozialen Medien stellt die junge Frau jetzt klar, dass das nicht passierte, weil sie keine Maske getragen habe, sondern weil sie Ausländerin ist. 

von
Angela Rosser
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Ursprünglichen Berichten zufolge sei der Streit wegen einer nicht vorhandenen Maske eskaliert.

Ursprünglichen Berichten zufolge sei der Streit wegen einer nicht vorhandenen Maske eskaliert.

AFP
In ihrem Video beteuert die junge Frau, dass sie einen Mund- und Nasenschutz getragen habe. Ihre Angreifer jedoch nicht.

In ihrem Video beteuert die junge Frau, dass sie einen Mund- und Nasenschutz getragen habe. Ihre Angreifer jedoch nicht.

REUTERS
Auf dem Spitalbett sitzend, schildert die 17-Jährige, was sich am 5. Februar zugetragen hat.

Auf dem Spitalbett sitzend, schildert die 17-Jährige, was sich am 5. Februar zugetragen hat.

Tiktok/mervexeelif

Darum gehts

«Da die Presse mir keine andere Wahl lässt, die Wahrheit verdreht und Lügen über mich verbreitet, muss ich mich so an die Öffentlichkeit wenden, weil ich das so nicht auf mir sitzen lassen kann», mit diesen Worten beginnt das Video der 17-jährigen Berlinerin Dilan Sözeri. Die junge Frau sitzt auf einem Spitalbett und schildert, was sie am 5. Februar erlebt hat und was seither geschehen ist.

Diverse Medien berichteten über eine junge Frau, die in Berlin brutal angegriffen und krankenhausreif geprügelt wurde. Grund dafür sei gewesen, dass sie im Tram keine Maske getragen habe. Das stimme so nicht, sagt die Betroffene in dem Video, das eine Freundin für sie auf Tiktok geladen hat. Der Grund für die Attacke sei gewesen, dass sie Ausländerin ist. 

«Habe eine Maske getragen»

Im Tram Richtung Prenzlauer Berg seien drei Personen eingestiegen. Sie hätten sich ihr in den Weg gestellt und angefangen, sie rassistisch zu beleidigen. Sie habe sich gewehrt und gesagt, dass sie in Deutschland geboren sei und einen deutschen Pass habe. Und auch wenn nicht, seien sie doch alles Menschen. Klarstellen will Dilan S. auch, dass sie diejenige gewesen sei, die zu diesem Zeitpunkt einen Mund- und Nasenschutz getragen habe – im Gegensatz zu ihren Kontrahenten. Sie habe die Personen auch darauf hingewiesen, dass sie eine Maske aufsetzen sollen.

Täter ist polizeibekannt

Die Personen seien gegenüber der jungen Frau immer aggressiver geworden. Sie erzählt, wie ihr mehrfach auf den Kopf geschlagen und gegen die Beine getreten wurde. Aufgrund eines von ihr gedrehten Videos konnten die alarmierten Beamten einen der Täter identifizieren. In einer nahegelegenen Bar wurden zwei weitere Tatverdächtige zwischen 42 und 51 Jahren festgenommen. Insgesamt seien sechs Männer und Frauen involviert gewesen. Die Tatvorwürfe bestreiten sie, wie verschiedene Medien berichten.

Dilan S. erlitt durch den Angriff eine Gehirnerschütterung, ein Bauchtrauma und trug mehrere Prellungen davon. Fassungslos schildert sie in dem dreiteiligen Video auch, dass ihr niemand geholfen habe und die Medien den Angriff falsch darstellten.

Bist du oder ist jemand, den du kennst, von Rassismus betroffen?

Hier findest du Hilfe:

Beratungsnetz für Rassismusopfer

GRA, Stiftung gegen Rassismus und Antisemitismus

Pro Juventute, Beratung für Kinder und Jugendliche, Tel. 147

Dargebotene Hand, Sorgen-Hotline, Tel. 143

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