Elliot Page im Oprah-Interview - «Ich wusste schon als Kind, dass ich ein Junge bin»
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Elliot Page im Oprah-Interview«Ich wusste schon als Kind, dass ich ein Junge bin»

«Juno»-Schauspieler Elliot Page spricht ausführlich über seine Erfahrungen als nonbinärer trans Mann vor und nach seinem Coming-out.

von
Saskia Sutter
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Anlässlich seines grossen Oprah-Interviews, das am Freitag auf Apple TV+ ausgestrahlt wird, stand Elliot Page (34) auch dem Magazin «Vanity Fair» Rede und Antwort. 

Anlässlich seines grossen Oprah-Interviews, das am Freitag auf Apple TV+ ausgestrahlt wird, stand Elliot Page (34) auch dem Magazin «Vanity Fair» Rede und Antwort.

imago images/PA Images
Mit Thomas Page McGee, einem Freund von Elliot, der sich ebenfalls als trans Mann identifiziert, sprach der Schauspieler über seine Erfahrungen vor und nach seinem Outing und über das Oprah-Interview. 

Mit Thomas Page McGee, einem Freund von Elliot, der sich ebenfalls als trans Mann identifiziert, sprach der Schauspieler über seine Erfahrungen vor und nach seinem Outing und über das Oprah-Interview.

Instagram/elliotpage
Für den Schauspieler sei es beispielsweise wichtig gewesen, seine Plattform für die Visibility von trans Menschen nutzen zu können. Mit seinem Outing will er anderen Mut machen. 

Für den Schauspieler sei es beispielsweise wichtig gewesen, seine Plattform für die Visibility von trans Menschen nutzen zu können. Mit seinem Outing will er anderen Mut machen.

Getty Images via AFP

Darum gehts

  • Schauspieler Elliot Page (34) hat sich im Dezember 2020 als nonbinärer trans Mann geoutet. 

  • Jetzt spricht er im Rahmen seines grossen Interviews mit Talkshow-Legende Oprah Winfrey (67) auch mit der Zeitschrift «Vanity Fair».

  • Im Gespräch mit Thomas Page McGee, der sich ebenfalls als trans Mann identifiziert, erzählt Elliot von seinen Erfahrungen vor und nach dem Coming-out.

  • Wir haben die wichtigsten Punkte aus den Gesprächen zusammengefasst.

Elliot verrät den Grund für sein Coming-out

«In dieser Zeit, in der wir trans Personen und vor allem trans Jugendliche einen schrecklichen Rückschlag erleben, fühlte es sich notwendig an, mich zu outen», erklärt Elliot (34) im Interview mit Oprah Winfrey (67), das am Freitag in voller Länge ausgestrahlt wird. Vor seinen Freunden habe er sich bereits im Vorfeld geoutet, die Entscheidung, an die Öffentlichkeit zu gehen, sei dann später gekommen.

Es sei wichtig für sein Wohlbefinden gewesen, so der Schauspieler weiter. «Es war wichtig für mich, meine Plattform und mein Privileg zu nutzen, weil ich den Schmerz und die Schwierigkeiten, die andere Leute damit haben, nachvollziehen kann. Darum hat es sich wichtig und richtig für mich angefühlt, mein Coming-out mit der Welt zu teilen.»

LGBTQI+: Hast du Fragen oder Probleme?

Hier findest du Hilfe:

LGBT+ Helpline, Tel. 0800 133 133

Du-bist-du.ch, Beratung und Information

Lilli.ch, Information und Verzeichnis von Beratungsstellen

Milchjugend, Übersicht von Jugendgruppen

Elternberatung, Tel. 058 261 61 61

Pro Juventute, Beratung für Kinder und Jugendliche, Tel. 147

Elliot über körperliche Intimität

Vor seinem Coming-out als trans Person habe der Schauspieler ein schwieriges Verhältnis zur körperlichen Intimität gehabt: «Ich habe bis zu meinem Outing an meinem 27. Geburtstag fast niemanden ausser der Person berührt, die ich geliebt habe», verrät er im Gespräch mit Oprah.

Am 21. Februar 2014 hatte sich Elliot als lesbisch geoutet – 2018 heiratete er seine Freundin, die Tänzerin Emma Portner (26). Nach drei Jahren Ehe haben die beiden 2021 ihre Trennung bekanntgegeben.

Elliot wusste schon als Kleinkind, dass er ein Junge ist

Dass Elliot ein Junge ist, sei ihm schon sehr früh klar gewesen. «Als Kleinkind habe ich Fake-Liebesbriefe geschrieben und sie mit dem Namen Jason unterzeichnet», erinnert er sich im Gespräch mit der «Vanity Fair».

Der Schauspieler sei sich schon immer «zu hundert Prozent» sicher gewesen. Bei jedem noch so kleinen Aspekt in seinem Leben sei ihm klar gewesen, wer er sei. «Ich konnte es einfach nicht verstehen, wenn man mir erklärt hat: ‹Nein, das (ein Junge) bist du nicht›.»

Elliot über seine neu gewonnene kreative Freiheit

Das Coming-out habe laut Page eine massive Last von seinen Schultern genommen. «Früher habe ich all meine Energie in Unsicherheiten und ins Unwohlsein fliessen lassen. Ich habe die ganze Zeit meinen Körper kontrolliert und mich schlecht gefühlt.» Jetzt, da er sich wohl mit seinem Körper fühle, habe er viel mehr kreative Energie.

«Mit einem Freund habe ich ein Stück geschrieben, mit einem anderen Musik gemacht. Ein paar eigene Projekte stehen auch noch an», sagt Elliot gegenüber «Vanity Fair».

Was Elliot seinem Kind-Ich raten würde

Auf die Frage von Interviewer Thomas Page McGee, was Elliot seinem Vergangenheits-Ich raten würde, antwortet er: «Ich würde ihm sagen, dass er hundert Prozent real ist. Ich würde mir selbst sagen, dass ich genau so bin, wie ich mich sehe, wie ich mich fühle und wie ich mich kenne.»

Seit seinem Outing Ende letzten Jahres hat Elliot sich immer wieder für die Rechte von trans Menschen in den USA ausgesprochen. Ausserdem zierte er als erster trans Mann das Cover des «Time Magazine».

Die Reaktionen auf sein Interview mit Oprah fallen nun gemischt aus. Im Teaser auf den Talk sähe Elliot traurig, krank und fragil aus, schreiben zahlreiche Userinnen und User auf Twitter. «Elliot ist klar unglücklich mit sich selbst. Komisch, das mitanzusehen. Das Unangenehme in ihm. Es schreit nach einem fragilen Körper und Geist», twittert etwa eine Userin.

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