Federer im Interview: «Ich ziehe diese Art von Match vor»
Aktualisiert

Federer im Interview«Ich ziehe diese Art von Match vor»

Wenige Minuten nach seiner Gala gegen Juan Martin Del Potro erschien Roger Federer zur Medienkonferenz. Er gab gewohnt locker und umfassend Auskunft.

Roger Federer, hilft Ihnen das, nach einem harten letzten Match diesmal leichter gewonnen zu haben?

Roger Federer: Ja, ich ziehe diese Art von Match vor, sie sind gesünder. Die anderen sind nervenzerreissend und man ist nachher müde, mental und körperlich etwas ausgelaugt. Ich hatte aber physisch keine Nachwirkungen, und das zeigt, dass ich fit bin und in viel besserer Verfassung als letztes Jahr. Ich hoffte, dass es genau so sein würde, ich hatte keinerlei Schmerzen, kam raus und habe toll gespielt. Das war nach dem verpatzten Start gegen Berdych wichtig.

Ihren nächsten Gegner Andy Roddick kennen Sie schon lange. Was erwarten Sie von der Partie?

Wir gehen raus und wissen, was uns bei den wichtigen Punkten erwartet. Die Frage ist nur, wer die bessere Tagesform hat. Ich bin gespannt, welche Taktik er wählt. Ich werde versuchen so zu spielen wie meistens gegen ihn, aggressiv und viel zu variieren. Zudem muss ich seinen Service gut lesen.

Es fehlen nur noch zwei Siege zu Ihrem 14. Major-Titel und zur Egalisierung der Marke von Pete Sampras. Spüren Sie den Druck schon etwas?

Nein, im Moment noch nicht. Vielleicht wird mich das, falls ich den Final erreiche, am Sonntag beschäftigen, wenn ich auf den Platz gehe. Aber bei einem allfälligen 15. wäre der Druck grösser, denn damit würde ich Geschichte schreiben.

Auffallend viele Spieler wie Fernando Verdasco, Andy Roddick oder Gael Monfils haben in der Zwischensaison viel im physischen Bereich gemacht. Ist das für Sie ein Zeichen, dass diese vorher etwas falsch gemacht haben oder jetzt besonders zulegen wollen und hatten Sie auch einmal eine solche Zwischensaison?

Ich mache das seit 15 Jahren so, hänge es aber nicht an die grosse Glocke. Manchmal wird da auch übertrieben, ich kann mir nur schwer vorstellen, wie jemand sieben Kilo verloren haben soll. Ich wüsste jedenfalls nicht, wie das bei mir gehen sollte. Aber ich habe auch viel gemacht und bin jetzt auch 88 Kilo schwer. Das weiss aber eigentlich niemand und im Jahrbuch steht immer noch eine andere Zahl. Es ist schwer zu sagen, was es im Einzelfall bringt, aber es stimmt schon, in diesem Jahr wird sehr viel darüber gesprochen.

(si)

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