Aktualisiert 14.03.2011 16:13

Internet Explorer 9IE 9: Der Volksbrowser ist zurück

Nahezu gleichzeitig bringen Microsoft, Google und Mozilla neue Versionen ihrer Browser auf den Markt. Der Internet Explorer soll verloren gegangenes Terrain zurückgewinnen.

von
owi
Am 15. März kommt der Internet Explorer 9. Er muss sich mit Chrome 10 und Firefox 4 messen.

Am 15. März kommt der Internet Explorer 9. Er muss sich mit Chrome 10 und Firefox 4 messen.

Microsoft hat den Release-Termin für den neuen Internet Explorer 9 bekannt gegeben. Gemäss Windows-Blog wird die finale Version bereits am Montag, den 14. März, genau um 21 Uhr Pacific Time erscheinen. In der Schweiz ist es somit erst am Dienstagmorgen in der Früh so weit. Microsofts neuer Browser erscheint nur eine Woche nachdem Google Version 10 des Chrome-Browsers veröffentlicht hat. Mozilla wird in Kürze mit dem Firefox 4 nachziehen. Der Feuerfuchs war bislang mit einem weltweiten Marktanteil von rund 20 Prozent Microsofts stärkster Rivale.

«Nur» noch 56 Prozent Marktanteil

Zum Start des Internet Explorer 9 lässt Microsoft eine grosse Party für die Entwickler steigen. Freuen kann sich aber auch die Internet-Gemeinde. Nach Jahren des Wartens bringt Microsoft endlich einen Browser, der die aktuellen Webstandards beherrscht, in Sachen Tempo der Konkurrenz Paroli bietet und dazu noch äusserst sparsam mit den Systemressourcen umgeht. Sein Vorgänger, der IE 8, war den grössten Konkurrenten Firefox, Chrome und Safari hoffnungslos unterlegen. Allein im letzten Jahr verlor der einstige Monopol-Browser daher rund acht Prozent Marktanteil. Die im Februar von Net Applications veröffentlichte Statistik für Januar 2011 weist noch einen weltweiten Marktanteil von 56 Prozent aus.

Schneller, sicherer, schöner

Bevor der Nutzer in Genuss der Vorzüge des IE 9 kommt, ist allerdings ein wenig Geduld gefragt. Auf einem Windows-Vista-Notebook mit einem 2,1 GHz Intel Core 2 Duo Prozessor und drei Gigabyte Arbeitsspeicher dauerte die Installation fast 20 Minuten. Umso erfreulicher ist daher, dass der IE 9 ohne fühlbare Verzögerung startet und mit einer aufgeräumten Oberfläche überzeugt. Wie bei aktuellen Browsern üblich, verzichtet der IE 9 darauf, möglichst viele Toolbars oder Status- und Adressleisten anzuzeigen. Es steht dadurch deutlich mehr Nutzfläche zur Verfügung, was gerade auf kleinen Bildschirmen positiv auffällt.

Unter der Oberfläche hat Microsoft vor allem die Sicherheit verbessert. Der IE 9 bietet einen eingebauten Schutz vor Tracking-Cookies und weiteren Tracking-Mechanismen, die vor allem zum Ausspionieren des Nutzerverhaltens verwendet werden. Im Weiteren wurde der Download-Manager gegenüber der Beta-Version verbessert und der IE 9 beherrscht endlich aktuelle Webstandards wie HTML5. Insofern zeigt der Browser auch dynamische Webseiten, die neue Webtechnologien verwenden, tadellos an.

Auch für ältere PCs

Das IT-Newsportal zdnet.de hat die Vorabversion des IE 9 bereits vor einem Monat auf Herz und Nieren geprüft. Gelobt wurde insbesondere der schonende Umgang mit den Systemressourcen. So belastet der Internet Explorer 9 den Prozessor deutlich weniger als Apples Safari 5, während Firefox 4 in der Beta-Version deutlich mehr Arbeitsspeicher braucht. Insofern ist der IE 9 momentan eine gute Wahl für Note- oder Netbooks mit relativ wenig Arbeitsspeicher. Die geringe Belastung des Prozessors wirkt sich zudem positiv auf die Akkulaufzeit aus.

Den Internet Explorer 9 gibt es ausschliesslich für Windows 7 und Windows Vista, während Chrome 10 und Firefox 4 auch für Mac OS X und Linux erscheinen. Mit dem IE 9 ist Microsoft wieder auf Augenhöhe mit Apple, Google und Mozilla. Ob dies reicht, um die verloren gegangen Nutzer zurückzuholen, wird sich zeigen.

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