Tierquälerei: IG Stiller sagt Kuhglocken den Kampf an
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TierquälereiIG Stiller sagt Kuhglocken den Kampf an

Nach den Kirchen zielt die IG Stiller jetzt auf Kuhglocken. Diesmal geht es nicht um belästigte Anwohner, sondern um den Tierschutz. Experten zeigen sich befremdet.

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Mario Bozicevic/Sascha Schmid

«Wenn ich Kühe mit Glocken sehe, tut mir das weh», sagt Samuel Büechi, Präsident der IG Stiller. Für ihn sind Glocken Tierquälerei. Seine Bedenken hat er schon einigen Tierschutzorganisationen vorgelegt, bislang aber ohne Erfolg. «Dass niemand reagiert, finde ich erschreckend», sagt Büechi. Der Heimatschutz sei offenbar wichtiger als der Tierschutz.

Mit den Vorwürfen sorgt Büechi bei den Bauern für rote Köpfe. «Die Glocken haben durchaus eine Funktion. Die Bauern können zum Beispiel die Kühe dadurch besser finden», so Hans Müller, Geschäftsführer des St. Galler Bauernverbands.

Lächerlich findet den Vorstoss Jakob Lichtensteiger, Vizepräsident des St. Galler Tierschutzes: «Die Glocken tun doch den Tieren nicht weh. Ausserdem trägt jede Kuh ihre Glocke mit Freude.»

Ob Glocken die Kühe stolz oder krank machen, wurde noch nicht untersucht. «So etwas ist nicht einfach zu untersuchen, aber wir arbeiten daran», sagt Edna Hillmann vom Institut für Nutztierwissenschaft. Sie geht aber davon aus, dass der ständige Lärm «eine Belastung» für die Tiere ist.

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