Neuer Dart-Star: «Ignoriere das Geld»

Aktualisiert

Neuer Dart-Star«Ignoriere das Geld»

Phil Taylor konnte im WM-Final das «Wunderkind» Michael van Gerwen noch einmal in die Schranken weisen. Das dürfte sich bald ändern – wenn sich der Holländer an den Tipp des Altstars hält.

von
fox

Phil Taylor ist die Vergangenheit des Darts', Michael van Gerwen die Zukunft. In der Gegenwart bewies der 52-jährige Brite im WM-Finale einmal mehr, dass er noch immer der beste Spieler der Welt ist. So wie dies auch in den letzten 20 Jahren war. Die Zukunft in Person von Michael van Gerwen konnte «The Power» noch einmal aufhalten. Doch der Machtwechsel folgt früher oder später, davon ist nicht nur die Expertenschar überzeugt.

Taylor – mit 16 WM-Titeln der Rekordsieger – stellt sich der Herausforderung. Den Rücktritt, über welchen er während dem Turnier nachdachte, ist vom Tisch. Wie er «Sky Sports» erklärte, werde der 52-Jährige weitermachen. Vielleicht ein Jahr, vielleicht zwei, womöglich wirft er auch noch nach seinem 55. Geburtstag auf höchstem Niveau Pfeile auf die runde Scheibe. Solange er Lust verspüre, werde er weitermachen: «Eines Tages werde ich aufwachen und wissen, dass ich genug habe. Aber das ist noch nicht jetzt.»

Van Gerwen knackt die Rekorde

Eric Bristow – der Förderer von Taylor in jungen Jahren – glaubt, dass sein ehemaliger Schützling noch mindestens einen weiteren WM-Titel in sich hat. «Aber die 20er-Marke wird er nicht knacken.» Sicher ist: Wir können uns auf weitere Duelle zwischen Taylor und van Gerwen freuen. Der Holländer dürfte seinen kometenhaften Aufstieg fortführen. Mit zarten 23 Jahren hat der Newcomer der Saison schon einige Rekord geknackt.

2006 wurde «Mighty Mike» mit 17 Jahren und 174 Tagen der jüngste Major-Turniersieger zu werden, ein Jahr später gelang ihm vor laufenden Kameras als jüngster Spieler ein Neun-Darter und 2012 stellte er in der Partie gegen Steve Beaton mit 121,86 Punkten pro Durchgang (durchschnittliche Punkte mit drei Pfeilen) einen neuen Weltrekord auf. Zur Unsterblichkeit fehlten dem Holländer aus Boxtel im Halbfinal gegen James Wade wenige Millimeter: Er verpasste zwei perfekte Spiele (Neun-Darter) in Serie, als er den letzten Pfeil hauchdünn neben die Doppel-12 setzte. Immerhin übertraf er mit 17 perfekten Würfen die Bestmarke von Taylor (16 im Jahr 2010).

Wortgefecht im Dart-Halbfinal

Taylor: «Van Gerwen ist phänomenal»

Mit diesen Leistungen machte der Holländer in der PDC-Weltrangliste innerhalb eines Jahres den Sprung von 37 auf 4. Und alleine die Tatsache, dass er im WM-Final gegen Taylor eher als Favorit galt, zeugt von seiner unglaublichen Stärke. In die Underdog-Rolle konnte den grossen Mann des Sports zuvor während rund fünf Jahren niemand mehr drängen.

Die Zeichen sind eindeutig und die Expertenmeinungen gemacht: Van Gerwen wird der Superstar im Darts. Auch Taylor lobt seinen Konkurrenten: «Er ist phänomenal und ich dachte, er würde gewinnen. Er hat das Zeug, um mehrfacher Weltmeister zu werden.» Dies ist das grosse Ziel von van Gerwen, der sagt: «Ich hoffe, ich kann Taylor eines Tages als Weltmeister beerben.» Doch dieser drückt auf die Euphoriebremse: «Voraussehen kann man diese Entwicklung nicht. Ich habe ihm gesagt: ‹Geh nach Hause, zahle das Geld auf ein Bankkonto ein, trainere und bereite dich auf das nächste Turnier vor.›»

Macht das Geld die Karriere kaputt?

Geld fliesst bei den besten Spielern des Darts in grossen Mengen. Taylor kassierte bisher rund 8 Millionen Franken Preisgelder, van Gerwen ist jetzt bei rund 900'000 Franken. Und bei der Kohle sieht Taylor das grösste Problem: «Er muss das Geld auf die Bank bringen, es ignorieren und sich dem Darts widmen. Die grösste Gefahr ist, dass er das Leben geniessen will. Mit 23 Jahren ist da die Gefahr vorhanden.»

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