20.11.2020 18:39

3 mit Sex«Ihr Desinteresse hat mich angetörnt»

Bruce ärgert sich über sich selbst: Wenn er jemanden nicht ins Bett kriegt, steigert das seinen Crush. Wenn alles perfekt ist, verfliegt sein Interesse. Ein Teufelskreis.

von
Bruce
Meret Steiger
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Bruce verzehrt sich nach einer Frau, die ihn nicht will – bis sie sich doch auf ihn einlässt und er das Interesse verliert.

Bruce verzehrt sich nach einer Frau, die ihn nicht will – bis sie sich doch auf ihn einlässt und er das Interesse verliert.

Anna Deér
Er ist ein bekannter Musiker, gilt als heterosexuell. Bruce wird auf der Strasse erkannt und empfängt Journalistinnen für Homestorys. Er datet öfter Männer als Frauen und muss aufpassen, dass ihn seine Groupies nicht ertappen.
Bruce

Er ist ein bekannter Musiker, gilt als heterosexuell. Bruce wird auf der Strasse erkannt und empfängt Journalistinnen für Homestorys. Er datet öfter Männer als Frauen und muss aufpassen, dass ihn seine Groupies nicht ertappen.

Illu: Anna Déer
Er ist ein schwuler Designer aus dem Aargau, WG-Mami und wilder Single, der gut mit Hammer und Nägeln umgehen kann. Insgeheim hat Lars aber genug davon, im und ausserhalb des Betts immer den aktiven Part zu übernehmen.
Lars

Er ist ein schwuler Designer aus dem Aargau, WG-Mami und wilder Single, der gut mit Hammer und Nägeln umgehen kann. Insgeheim hat Lars aber genug davon, im und ausserhalb des Betts immer den aktiven Part zu übernehmen.

Illu: Anna Deér

Darum gehts

  • Bruce verzehrt sich nach einer Frau, die ihn nicht will.

  • Kaum konnte er bei Andrina landen, verliert er aber schon wieder das Interesse.

  • Ganz anders bei Andrina: Die hat sich inzwischen in Bruce verliebt.

  • Bruce ärgert sich über sich selbst, empfindet sich als Karikatur der Generation Y.

«Was er hat, das will er nicht, und was er will, das hat er nicht.» So oder so ähnlich könnte ich mein Liebesleben zusammenfassen. Diese Erkenntnis hat mir Andrina aufs Auge gedrückt. Andrina ist eine Kollegin meines Produzenten. Ich habe sie an einem Znacht kennen gelernt und fand sie sofort superhot. Sie mich nicht.

Jedenfalls machte sie keinerlei Anstalten, auf meine Flirt-Versuche einzugehen. Und das machte sie irgendwie noch heisser. Nach einem Abend des peinlichen Scharrens dachte ich deshalb überhaupt nicht ans Aufgeben und schrieb ihr am nächsten Tag unter einem Vorwand. Wir texteten einige Tage hin und her, bis sie sich bereit erklärte, mit mir in den Apéro zu gehen. Sie war umwerfend! Und trotzdem lief nichts. Nach drei Gläsern Weisswein liess sie mich – an meinen Abschlepp-Künsten zweifelnd – sitzen. Funkstille.

Die «Verzehrung» nach Andrina

Das nächste Mal begegnete mir Andrina ein paar Wochen später an einem Abendessen in ähnlicher Konstellation wieder. Und sofort war sie wieder da, die Spannung. Jedenfalls versuchte ich mir das einzubilden. Irgendwann waren wir alle so blau, dass sie das auch zu bemerken schien. Ihre sehr freundliche, aber doch distanzierte Art war verflogen.

Am nächsten Tag schrieb ich ihr wieder, und nach dem zweiten Date war es dann so weit: Wir knuschten wild herum. Mit Fummeln und so. Bis wir das erste Mal im Bett landeten, vergingen trotzdem noch drei weitere Dates, und bis dahin durchlebte ich, was meine mittelalterlichen Berufskollegen wohl «Verzehrung» genannt haben.

«Unsere Filmabende begannen mich zu langweilen»

Nach der mentalen Vorbereitung war der Sex grossartig. Sie war bestimmt und liebevoll und kuschelig, und wir sahen uns ab da zwei Mal die Woche. Bis ich irgendwann merkte, dass mich unsere Film- und Dinnerabende zu langweilen begannen. Und auch der Sex war nicht mehr das, was er mal gewesen war. Ich hatte Andrina auf sicher.

Ich fand sie zwar mega toll, und irgendwie harmonierten wir auch. Aber verknallt hatte ich mich nicht. Sie schon. Sehr sogar. Und so beendete ich unsere «Beziehung» (oder was auch immer diese drei Monate waren). Sie war am Boden zerstört. Und ich auch, wenn auch aus einem anderen Grund.

«Ich bin eine Karikatur der Generation Y»

Wegen Andrina konnte ich nicht länger leugnen, was mir eigentlich schon lange klar war: Ich bin die manifeste Karikatur der Generation Y (Y ausgesprochen wie why?!). Sobald der Ausschluss einer Wahlmöglichkeit unserer wunderbar überfordernden Multi-Optionsgesellschaft droht, wünsche ich mir das Gegenteil: für immer jung und wild und frei zu sein. Keine Verantwortung, kein Bünzli-Pärli-Scheiss.

Es geschieht mit also recht, wenn ich mich an einsamen Sonntagnachmittagen frage, warum ich Dauer-Single bin. Gerade während Corona und Konzert-Pause ist Solo-Sein nämlich beschissen. Und so denke ich ab und zu an Andrina und all die anderen tollen Menschen, die ich gekorbt habe. Und weiss genau: Schuld bin ich ganz allein.

Sex-WG

3 mit Sex

Ella, Lars und Bruce heissen in Wirklichkeit gar nicht so, und auch einige Angaben sind geändert. Wahr ist aber, dass sie leidenschaftlich gern durch die Keller und Clubs der besten Stadt dieses Landes tanzen. Die drei Singles lieben Techno, Rührei und die stabilen Betten ihrer WG. Und sie wissen: Falls sie sich je zu dritt darin vergnügen, ist das das Ende von allem – oder der Beginn von etwas noch Grösserem. 20 Minuten erzählen sie exklusiv von ihren Abenteuern.

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