Flughafen Genf: Ihr DVD-Player löste den Bombenalarm aus
Aktualisiert

Flughafen GenfIhr DVD-Player löste den Bombenalarm aus

Eine Frau wollte von Genf nach Spanien fliegen. Am Flughafen löste ein Gerät in ihrem Gepäck einen Polizeieinsatz aus. Der verpasste Flug wird ihr nicht zurückerstattet.

von
vro
Luisa kam mit einem Tag Verspätung in Barcelona an.

Luisa kam mit einem Tag Verspätung in Barcelona an.

Kein Anbieter

Luisa ist genervt. Die Französin lebt in Genf und wollte am 17. Juli von dort aus nach Barcelona fliegen. Rund 40 Minuten vor dem Abflug war die junge Frau am Flughafen. Doch beim Sicherheitscheck fingen die Probleme an: In ihrer Tasche entdeckten die Beamten einen verdächtigen Gegenstand. Die Sache wurde ernst. Bombenspezialisten, Polizisten und Feuerwehr wurden aufgeboten, die Umgebung wurde geräumt. «Das nahm ein unglaubliches Ausmass an», erzählt Luisa zu 20 minutes.

Doch der Gegenstand entpuppte sich als harmlos. Es handelte sich um einen DVD-Player mit Ladekabel, der «beim Röntgen anscheinend mit einem Auslöser eines Sprengsatzes verwechselt wurde», erklärt Bertrand Stämpfli, Sprecher des Flughafens. Man habe die Tasche nicht öffnen können, da das Risiko bestanden habe, dass sie eine Bombe enthielt. «Die Reaktion der Beamten war die richtige», so Stämpflis Fazit.

«Sollte die Regeln kennen»

Für Luisa hatte die Aktion jedoch Folgen: Erst nach 90 Minuten durfte sie wieder gehen. Ihr Flugzeug war zu diesem Zeitpunkt schon in der Luft. «Ich kritisiere nicht die Sicherheitsmassnahmen, sondern die Tatsache, dass man mich – nachdem ich für eine Terroristin gehalten worden war – einfach so stehen lässt, ohne zu sagen, was ich jetzt tun soll», sagt Luisa. Sie fordert die Verantwortlichen des Flughafens auf, ihr die 150 Franken für das neue Ticket zu erstatten.

Obwohl solche Fälle individuell beurteilt werden, bleibt man in Luisas Fall jedoch hart: «Sie kam viel zu spät und hat ihre elektronischen Geräte nicht aus der Tasche genommen», so Stämpfli. Da es sich um eine ehemalige Angestellte handle, «sollte sie die Regeln eigentlich kennen». Eine Entschädigung gibt es deshalb nicht.

Wer mit Absicht handelt, riskiert Anzeige

Luisas Reaktion: «Das ist unsinnig.» Am nächsten Tag habe sie bei der Kontrolle ein Ladegerät dabeigehabt, das jenem des DVD-Players ähnlich war. Passiert sei jedoch nichts. Für Stämpfli nicht verwunderlich: «Es ist oft die Überlagerung von Objekten, die auf dem Röntgenbild an einen verdächtigen Gegenstand erinnern.» Zudem riskiere Luisa eine Strafanzeige, wenn sie die Sicherheitsleute hinters Licht führe, indem sie absichtlich Geräte in der Tasche verstecke.

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