03.11.2018 09:12

Hungerkrise im JemenIhr Foto ging um die Welt – nun ist Amal (7) tot

Das Bild eines hungernden Mädchens aus dem Jemen sorgte vergangene Woche für viele Reaktionen. Am Donnerstag ist die Siebenjährige gestorben.

von
scl
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Über sieben Millionen Kinder sind vom Hunger bedroht: Eine Familie in Aslam, Hajjah isst gekochte Weinblätter. (1. Oktober 2018)

Über sieben Millionen Kinder sind vom Hunger bedroht: Eine Familie in Aslam, Hajjah isst gekochte Weinblätter. (1. Oktober 2018)

AP/Hani Mohammed
Ein stark unterernährter Junge ruht auf einem Krankenhausbett im Aslam Health Center, Hajjah, im Jemen.

Ein stark unterernährter Junge ruht auf einem Krankenhausbett im Aslam Health Center, Hajjah, im Jemen.

AP/Hani Mohammed
Viele Kinder verlieren den Kampf ums Überleben. Cholera und andere epidemische Krankheiten wie Diphtherie verbreiten sich in den verarmten Gemeinschaften.

Viele Kinder verlieren den Kampf ums Überleben. Cholera und andere epidemische Krankheiten wie Diphtherie verbreiten sich in den verarmten Gemeinschaften.

AP/Hani Mohammed

Die schlimmste humanitäre Krise der Welt erlebe der Jemen zurzeit, sagte Uno-Generalsekretär António Guterres am Freitag vor Journalisten in New York. Guterres sieht das Land nach rund vier Kriegsjahren «am Rande des Abgrunds». Bis zu 14 Millionen Menschen sind vom Hunger bedroht, darunter über sieben Millionen Kinder.

Über sie berichtete vor rund einer Woche die «New York Times» in einem Report. Der Artikel mit erschreckenden Bildern von unterernährten Kindern ging viral. Überall zu sehen: das Foto von Amal Hussain. Wie die Zeitung nun schreibt, hat das kleine Mädchen den Kampf gegen den Hunger am Donnerstag verloren und ist in einem Flüchtlingscamp gestorben.

Ihr Herz sei gebrochen, sagte die Mutter in einem Telefon-Interview mit der «New York Times». Sie habe Angst um ihre anderen Kinder. Mehr als 22 Millionen Jemeniten - drei Viertel der Bevölkerung - benötigen humanitäre Hilfe.

Im bitterarmen Land im Süden der arabischen Halbinsel, kämpfen die vom Iran unterstützten Huthi-Milizen gegen Truppen der ins Exil geflohenen Regierung des international anerkannten Präsidenten Abed Rabbo Mansur Hadi. Die Huthis hatten 2014 die Hauptstadt Sanaa unter ihre Kontrolle gebracht. Daraufhin griff Saudiarabien mit Luftangriffen in den Krieg ein und führt seitdem eine Koalition arabischer Staaten an. In dem Konflikt wurden nach Uno-Angaben bereits rund 10'000 Menschen getötet, unter ihnen tausende Zivilisten.

Der Tod des saudiarabischen Journalisten Jamal Khashoggi am 2. Oktober im Konsulat seines Landes in Istanbul hat den Jemen-Krieg wieder stärker in die internationale Aufmerksamkeit gerückt. Khashoggi lebte seit September 2017 in den USA und schrieb dort für die «Washington Post». In einigen Beiträgen kritisierte er die Politik von Saudi-Arabiens starkem Mann, Kronprinz Muhammad bin Salman, dabei auch den Krieg im Jemen. (scl/sda)

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