Nazischatz-Sucher verärgern Anwohner in Ommeren

Publiziert

Ommeren, Niederlande«Ihr habt hier nichts verloren» – Nazischatz-Sucher verärgern Anwohner

Seit in den Niederlanden eine ominöse Schatzkarte aus den 40er-Jahren veröffentlicht wurde, kommt das Dorf Ommeren nicht mehr zur Ruhe, zahlreiche Schatzsucher graben unbewilligt in dem Dorf.

1 / 4
Wegen dieser Nazi-Schatzkarte, die jüngst vom niederländischen Nationalarchiv veröffentlicht wurde, strömen Schatzsucher aus allen Richtungen nach Ommeren. 

Wegen dieser Nazi-Schatzkarte, die jüngst vom niederländischen Nationalarchiv veröffentlicht wurde, strömen Schatzsucher aus allen Richtungen nach Ommeren. 

IMAGO/ANP
Die Dorfidylle im niederländischen Ommeren wird seit Beginn des Jahres von abenteuerlustigen Goldgräbern gestört. 

Die Dorfidylle im niederländischen Ommeren wird seit Beginn des Jahres von abenteuerlustigen Goldgräbern gestört. 

REUTERS
Die Anwohner klagen über die Schatzsucher, die in ihren Gärten graben, an ihren Türen klingeln und sie in der Nacht aufwecken. 

Die Anwohner klagen über die Schatzsucher, die in ihren Gärten graben, an ihren Türen klingeln und sie in der Nacht aufwecken. 

REUTERS

Darum gehts

  • Etliche Schatzsucher strömen seit gut einer Woche ins beschauliche niederländische Dorf Ommeren. 

  • Wegen einer jüngst veröffentlichten Nazi-Schatzkarte vermuten sie dort einen Diamantenschatz. 

  • Die Anwohner sind jedoch immer mehr verärgert über die Hobby-Schaufler, die ihre Dorfidylle zerstören. 

Eine fast 80 Jahre alte Karte hat in den Niederlanden ein Schatzfieber ausgelöst. Im Dorf Ommeren im Südosten des Landes nahe der deutschen Grenze graben seit Tagen Schatzsucher aus dem ganzen Land nach einem angeblich dort versteckten Nazischatz. Deutsche Soldaten sollen dort am Ende des Zweiten Weltkrieges am Fusse von drei Pappeln vier Kisten voll Juwelen, Münzen und Schmuck vergraben haben. Die Skizze zum Versteck hatte das Nationale Archiv nun veröffentlicht mit dem gesamten Dossier zu dem kuriosen Fall.

«Kommen neue Geheimnisse ans Licht, macht das die Leute neugierig»

Wie die «BBC» nun berichtet, haben die Anwohner von Ommeren jedoch die Nase voll von den abenteuerlustigen Touristen. So hätten die Anwohner an die Schatzsucher appelliert, dem Dorf fern zu bleiben. In dem ganzen Dorf hatte es seit Bekanntwerden der Karte nicht genehmigte Grabungen gegeben. Zahlreiche Schatzsucher sind mit ihren Metalldetektoren in das Dorf gereist, haben jedoch bislang nur alte Landwirtschafts-Geräte ausgegraben und nicht den verheissungsvollen Nazi-Schatz.

Gegenüber BBC klagt ein Anwohner: «Ich bin wegen des Friedens und der Ruhe hierher gezogen. Jetzt weiss die ganze Welt über uns Bescheid.» Mehrere Leute hätten an die Tür des Anwohners geklopft und ihn nach dem Weg zum verborgenen Schatz gefragt.

Gleichzeitig zeigt er auch etwas Verständnis für die Schatzsucher: «Diese Gegend ist bereits reich an Geschichte. Die weisse Villa dort drüben wurde von Nazi-Offizieren bewohnt. Wenn neue Geheimnisse ans Licht kommen, macht das die Leute wieder neugierig.»

Inzwischen sind die Metalldetektoren verboten

Auch eine andere Anwohnerin ist sauer auf die Goldgräber: «Ich kann nicht schlafen», sagt sie. Reporter und Privatpersonen seien wiederholt bei ihr im Garten mit Mikrofonen und Metalldetektoren aufgetaucht, Nachbarn von ihr seien von Fremden mit Stirnlampen geweckt worden. «Haltet euch von fremdem Eigentum fern, ihr habt hier nichts verloren», sagt sie. Inzwischen sind die Metalldetektoren in Ommeren verboten worden, da die Gefahr besteht, dass die Hobby-Schaufler auf nicht explodierte Granaten, Bomben oder Landminen aus dem Zweiten Weltkrieg stossen könnten. 

Eine Sprecherin des Nationalarchivs, das die Karte veröffentlichte, sagte derweil gegenüber «BBC»: «Damit haben wir nie im Leben gerechnet.» Wenn sie geahnt hätten, welche Reaktionen die Veröffentlichung der Karte auslösen würde, hätten die Mitarbeitenden die Gemeinde im Voraus gewarnt, sagt sie. 

Glaubst du, dass der Schatz in Ommeren noch gefunden wird?

Keine News mehr verpassen

Mit dem täglichen Update bleibst du über deine Lieblingsthemen informiert und verpasst keine News über das aktuelle Weltgeschehen mehr.
Erhalte das Wichtigste kurz und knapp täglich direkt in dein Postfach.

(dpa/fis)

Deine Meinung