26-jährige Frau stirbt bei Reitunfall nahe Stäfa - «Ihr Herz schlug für das Reiten»
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26-Jährige stirbt bei Reitunfall «Ihr Herz schlug für das Reiten»

Die 26-jährige A. ist bei einem Reitunfall in Hombrechtikon ums Leben gekommen. Landwirt R. D. hat das trabende Pferd gestoppt.

von
Monira Djurdjevic
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Auf diesem Hof ist das Tier eingestellt.

Auf diesem Hof ist das Tier eingestellt.

20min/Monira Djurdjevic
Hier wurde das Pferd von Bauer R. D. gestoppt.

Hier wurde das Pferd von Bauer R. D. gestoppt.

20min/Monira Djurdjevic
Laut der Polizei soll es in diesem Gebiet zum Unfall gekommen sein.

Laut der Polizei soll es in diesem Gebiet zum Unfall gekommen sein.

20min/Monira Djurdjevic

Darum gehts

  • Bei einem Reitunfall ist eine 26-jährige Frau gestorben. Sie wurde von einem Pferd mitgeschleift.

  • Landwirt R. D. konnte das trabende Tier stoppen und die Frau befreien.

  • Der genaue Unfallhergang ist noch unklar.

In Hombrechtikon am oberen rechten Zürichseeufer hat sich am Montagabend ein tödlicher Reitunfall ereignet. Landwirt R. D.* sass an dem Abend im Garten seines Hofs, bevor er zu Hilfe eilte. «Plötzlich hörte ich ein lautes Traben auf dem Asphalt», sagt er. Als er nachschaute, sah er, wie ein Pferd eine Person mitschleifte.

«Ich habe sofort reagiert und das Pferd angehalten», sagt D. Zusammen mit Bekannten sei es ihm gelungen, die Frau zu befreien. In der Zwischenzeit habe jemand den Notruf alarmiert. Doch für die 26-Jährige kam jede Hilfe zu spät. Laut der Kantonspolizei Zürich konnten die Einsatzkräfte vor Ort nur noch den Tod der Frau feststellen.

Das Pferd wurde beim Unfall ebenfalls verletzt und nun im Tierspital untersucht. «Der Wallach war komplett durchgeschwitzt und sehr nervös», sagt D. Es sei eine weite Strecke, die das Pferd gelaufen ist. Die 26-Jährige sei Pensionärin in einem nahegelegen Hof. «Es ist wirklich tragisch. Mein Mitgefühl gilt den Angehörigen.»

A. wechselte erst kürzlich den Pensionsstall

Bei der Verunfallten handelt es sich um die 26-jährige A.* aus dem Zürcher Oberland. «Ihr Herz schlug für das Reiten und Geigespielen», erzählt ihr Vater. Sie habe beides mit viel Leidenschaft gemacht. In ihrer Freizeit sei A. oft im Stall bei ihrem Pferd gewesen. Erst kürzlich habe sie den Pensionsstall gewechselt, sagt der Vater. «Das war vor rund zwei Wochen. Sie und ihr Wallach fühlten sich in dem neuen Stall in Hombrechtikon sehr wohl.»

Der genaue Unfallhergang ist bislang nicht bekannt. Wie Ralph Hirt, Mediensprecher bei der Kantonspolizei Zürich, auf Anfrage sagt, sass die 26-Jährige nicht auf ihrem Pferd, sondern begleitete es zu Fuss. «Dabei führte sie das Tier mit einem Strick.» Wie genau sie mit dem Strick verbunden war, sei noch unklar und Gegenstand laufender Ermittlungen. Beim Pensionsstall, wo das Pferd eingestellt ist, will man sich aufgrund der laufenden Ermittlungen nicht zum Unfall äussern.

Nach bisherigen Erkenntnissen dürfte der Ursprung des Unfalls in der Nähe des Jugendhauses Stäfa an der Eggacherstrasse oder in der Nähe des dort benachbarten Kieswerks gewesen sein. Anschliessend dürfte die Frau vom Tier über eine unbekannte Strecke bis zum Weiler Buen gezogen worden sein. Die Polizei sucht Zeugen (Telefon 044 247 22 11).

*Name der Redaktion bekannt

Reitunfälle in der Schweiz

Laut einer Hochrechnung der Beratungsstelle für Unfallverhütung BFU von 2019 gibt es in der Schweiz jährlich rund 8000 Reitsportverletzte. Darunter sind fast 3000 Mädchen unter 17 Jahren. Das BFU gibt drei Tipps:

  • Reitanfänger sollten das nötige Wissen und Können in Kursen bei qualifizierten Fachpersonen erwerben.

  • Viele Kopfverletzungen lassen sich mit einem passenden Reithelm vermeiden. Zudem werden hohe Reitstiefel mit flacher Sohle und Absatz, anliegende Reithosen, Reithandschuhe und Schutzweste empfohlen.

  • Die Ausrüstung des Pferdes muss in einem guten Zustand sein und regelmässig kontrolliert werden. Empfohlen wird ein Sicherheitssteigbügel, damit man bei einem Sturz nicht mit dem Fuss hängenbleibt.

Trauerst du oder trauert jemand, den du kennst?

Hier findest du Hilfe:

Dargebotene Hand, Sorgen-Hotline, Tel. 143

Seelsorge.net, Angebot der reformierten und katholischen Kirchen

Muslimische Seelsorge, Tel. 043 205 21 29

Lifewith.ch, für betroffene Geschwister

Verein Regenbogen Schweiz, Hilfe für trauernde Familien

Pro Juventute, Beratung für Kinder und Jugendliche, Tel. 147

Pro Senectute, Beratung älterer Menschen in schwierigen Lebenssituationen

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