Aktualisiert 18.01.2019 15:54

Klimastreik«Ihr klaut uns die Zukunft»

Zum dritten Mal streiken Schüler in der Schweiz heute für eine bessere Klimapolitik. Vielen droht dafür eine unentschuldigte Absenz.

von
gwa/jeb

Luzerner Schüler sagen, warum sie streiken. (Video: 20 Minuten)

Am Freitag waren in mehreren Schweizer Städten Streiks angesagt, so etwa in Luzern, Zürich und St. Gallen. Ein Video zeigt Demonstranten in Zürich. Auch in In Luzern versammelten sich geschätzte 350 Schülerinnen und und Schüler aus dem Kanton um 10 Uhr in Luzern beim Schwanenplatz. Dann zogen die Klimastreikenden in einem bewilligten Demonstrationszug via Jesuitenkirche zum Mühleplatz.

Die Schüler forderten mit ihrer Kundgebung die Politik auf, den Klimanotstand auszurufen und damit die Erderwärmung als Krise anzuerkennen und entsprechend zu handeln. «System Change not Climate Change», hiess es auf einem Transparent.

Zürcher Schüler ziehen durch die Strassen:

Schüler streiken erneut für Klimaplan

Zum dritten Mal streiken Schüler in der Schweiz heute für eine bessere Klimapolitik. Vielen droht dafür eine unentschuldigte Absenz. (Video: Tamedia/Leser-Reporter)

Die Jugendlichen zeigten sich angesichts des Klimawandels besorgt um ihre Zukunft. «Wir sind hier, wir sind laut, weil ihr uns die Zukunft klaut!», skandierten sie auf ihrem Marsch. Die gleichen Parolen waren auch in Basel zu hören.

Basler Schülern liegt das Klima am Herzen:

Klima basel
Klima basel

«Wir sind hier, wir sind laut, weil man uns die Zukunft raubt», skandieren Basler Schüler:

Klimaprotest basel

Sanktionen drohen

Nicht überall werden die Streiks goutiert. Nach zwei Klimastreiks von St. Galler Kantonsschülerinnen und -schülern am 21. Dezember und 11. Januar zog das dortige Bildungsdepartement die Schraube an: Eine Teilnahme am Streik vom Freitag werde nicht mehr toleriert und gelte als unentschuldigte Absenz, hiess es. Das teilte das kantonale Bildungsdepartement diese Woche mit.

Interview mit Miriam Rizvi

Miriam Rizvi ist die Sprecherin des Kollektivs Klimastreik Ostschweiz

Laut Miriam Rizvi, Sprecherin des Kollektivs Klimastreik Ostschweiz, lassen sich die Schüler vom Verdikt des Bildungsdepartements nicht beeindrucken. Video: jeb

Mehrere Hundert Schülerinnen und Schüler der Kanti am Burggraben St. Gallen und zuletzt auch der Kantonsschulen Wil und Wattwil hatten an den beiden Klimastreiks teilgenommen, um gegen die Untätigkeit der Politik angesichts er Klimaerwärmung zu demonstrieren.

Schüler demonstrieren in St.Gallen für Klima

Mehrere hundert Schülerinnen und Schüler sind am Freitag (18.1.2019) in St. Gallen auf die Strasse gegangen, um für einen besseren Klimaschutz zu demonstrieren.

Die St. Galler Schüler gingen trotz drohender Absenz auf die Strasse. Video: jeb

Das Bildungsdepartement und die Rektorenkonferenz der Mittelschulen hätten Verständnis für die Sorge junger Menschen um ihre Zukunft, heisst es. Das politische und gesellschaftliche Engagement von Schülerinnen und Schülern sei «richtig und wichtig».

1 / 29
«Wir sind hier, wir sind laut, weil man uns die Zukunft raubt», skandierten etwa protestierende Schüler in Basel.

«Wir sind hier, wir sind laut, weil man uns die Zukunft raubt», skandierten etwa protestierende Schüler in Basel.

20 Minuten/las
Sie besammelten sich gegen 11 Uhr auf dem Basler Barfüsserplatz und zogen durch die Innenstadt.

Sie besammelten sich gegen 11 Uhr auf dem Basler Barfüsserplatz und zogen durch die Innenstadt.

20 Minuten/las
Demonstrierende Schüler passieren das Basler Rathaus.

Demonstrierende Schüler passieren das Basler Rathaus.

20 Minuten/las

Auch die Kantonsschulen anderer Kantone, etwa Basel-Stadt oder Zürich, würden dies so handhaben, schreibt das St. Galler Bildungsdepartement. Beim ersten Klimastreik hatten die Schulen eine Absenz ihrer Schülerinnen und Schüler noch geduldet. Beim zweiten Streik verlangten die Kantonsschulen von den Schülern ein Gesuch mit Unterschrift der Eltern sowie eine persönliche schriftliche Stellungnahme.

(gwa/jeb/sda)

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.