Aktualisiert 06.11.2015 09:12

Leah Remini

Ihr Kreuzzug gegen Scientology

Schauspielerin Leah Remini liefert sich einen öffentlichen Schlagabtausch mit der Sekte. Sie erhält viel Aufmerksamkeit – auch weil sie Star-Mitglied Tom Cruise kritisiert.

von
hau

Leah Remini, bekannt aus der Serie «King of Queens», veröffentlichte am Dienstag ihr Buch «Trouble Maker: Surviving Hollywood & Scientology», in dem sie hart ins Gericht mit der umstrittenen Organisation geht. In Amerika findet die Schauspielerin und Ex-Scientologin nicht zuletzt darum Gehör, weil sie die Rolle von Superstar Tom Cruise, dem bekanntesten Mitglied der Sekte, heftig und deutlich kritisiert. Vor der Buchveröffentlichung war Remini zu Gast in Talkshows etlicher US-Fernsehsender und beschrieb Schauspieler Cruise als «unberechenbar jähzornig».

«Tom Cruise zu kritisieren, bedeutet Scientology zu kritisieren. Man ist böse», sagt Remini im Interview ABC. Und nimmt dennoch weiterhin kein Blatt vor den Mund: Wenn Cruise etwas wolle, so Remini, dann renne die ganze Kirche. Der Star-Schauspieler sei ein «ewiges Kind» geblieben und die Kirche helfe ihm dabei, es auch zu bleiben, so Remini gegenüber People.

Scientology zu Stellungnahme gezwungen

Ihre Enthüllungen aus Scientology-Insiderkreisen brachten dem US-Sender ABC ein Quoten-Hoch von rund acht Millionen Zuschauern ein, berichtet «Business Insider». In einer kürzlich von TMZ gefilmten Szene sieht man Remini auf der Strasse umkreist von Journalisten und Fans, wobei Remini von einem Unbekannten danach gefragt wird, ob sie keine Angst habe, niemals wieder einen Job zu bekommen, nach der von ihr geäusserten Kritik an Cruise. Remini, sichtlich erschrocken, weicht den Fragen aus und flieht ins Auto.

Die Wogen glätten sich derweil nicht: Remini brachte mit ihren Äusserungen Scientology dazu, in den letzten Tagen regelmässig Stellung zu nehmen zu den Vorwürfen, wie etwa «Drangsalierung ehemaliger Mitglieder». Im Statement der Sekte wird Remini als «erbärmliche», «nach Aufmerksamkeit haschende Persönlichkeit» abgekanzelt.

Als Kind ins Meer geworfen

Wer bei der umstrittenen Organisation nicht spurt, werde bestraft. Das habe Remini schon von klein auf erfahren müssen und führt dies an einer angeblichen Scientology-Strafmethode namens «Over-Boarding» vor: Leah sei in ihrer Jugend von einem Mann auf einem Boot über Bord ins offene Meer geworfen worden. Remini war Mitglied der «Sea Org», einer ranghohen Abteilung der Sekte, die oft mit Schiffen unterwegs ist.

Leah Remini, selbst dreissig Jahre lang Mitglied der Scientology-Sekte, kennt das Innere der Organisation. Sie beklagt einen zunehmend aggressiven Umgang in der Kirche, seit Tom Cruise bei Scientology zur «Gottheit» – wie sie es nennt – avancierte. Der ausschlaggebende Grund für Reminis Austritt 2013 sei aber ihre elfjährige Tochter gewesen, der sie ein Leben in der Sekte nicht zumuten wollte.

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