Aktualisiert 06.10.2007 09:13

«Ihr Schuldner muss kein Russisch können - er wird uns auch so verstehen»

Das Inkasso Team Moskau treibt auch in der Schweiz mit Einschüchterung das Geld bei säumigen Schuldnern ein. In Deutschland haben mehrere Auftraggeber gegen das Unternehmen geklagt - weil es angeblich mehr verspricht als einhält.

Image ist alles. Und das pflegt das Inkasso Team Moskau (Motto: «Ihr Schuldner muss kein Russisch können - er wird uns auch so verstehen») besonders gut. Die Mitarbeiter sind kahlgeschorene, baumlange Kerle, die schwarze Hemden mit dem Firmennamen und schon mal schusssichere Westen tragen.

Dabei ist das Inkasso Team Moskau (ITM) gar kein Inkasso-Unternehmen, sondern eine Art Klub, der in vielen Ländern Europas tätig ist. Auch in der Schweiz rollte das ITM in einem Van mit abgedunkelten Scheiben schon durch die Gegend. Beitreten kann man, indem man 150 Euro zahlt und dann jährlich weitere 600 Euro einzahlt - laut einem Bericht von stern.de in der Regel mit einem Vertrag über drei Jahre.

Ziel des Inkasso-Klubs ist es, bei säumigen Schuldnern, die angeblich pleite sind, nachzuweisen, dass sie gar nicht pleite sind. Dazu stattet das Unternehmen den Schuldnern Hausbesuche ab und quetscht die Nachbarn aus. Etwa, ob Tüten mit Luxuseinkäufen nach Hause transportiert werden, ein Zweitauto vorhanden ist oder häufig in die Ferien gefahren wird.

In Deutschland, wo der Unternehmenssitz liegt und das ITM besonders aktiv ist, wurde jetzt der Porsche des Firmenchefs konfisziert. Auch 8500 Ordner mit Firmenunterlagen wurden laut stern.de von 75 Beamten abgeholt.

Was ist passiert? Mehrere Auftraggeber hatten geklagt, dass die Firma ihren Werbeversprechen nicht gerecht werde. Der Verdacht: Der Klub, der schon Mal in TV-Shows auftritt und sich bei seinen rabiaten Auftritten filmen lässt, soll eine Mogelpackung sein. Die Behörden untersuchen nun, ob das Unternehmen überhaupt jemals genug Mitarbeiter hatte, um den Aufträgen gerecht zu werden.

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