Aktualisiert 11.06.2015 04:22

Ausgespitzelt

Ihr WLAN kann Sie sehen

Forscher haben eine Möglichkeit gefunden, Menschen und ihr Bewegungen genau zu überwachen – mithilfe herkömmlicher WLAN-Hardware.

von
pst

Die Meldung liest sich gleichermassen spannend wie beängstigend: WLAN-Netzwerke sind in der Lage, die Anzahl Menschen einer Gruppe recht genau zu zählen, egal, wie viele es sind. Unter der Aufsicht von Yasmin Mostofi haben Wissenschaftler der University of California es geschafft, nur mithilfe eines WLAN-Netzwerks und zweier Wi-Fi-Karten die Personen innerhalb einer 70 Quadratmeter großen Fläche zu zählen.

Im Unterschied zu ähnlichen Ansätzen ist die neue Technik fähig, auch Personen zu registrieren, die sich nicht via Handy, Tablet oder Laptop mit dem Netzwerk verbunden haben, wie «Ubergizmo.com» schreibt.

Wie ein Echolot

Das Prinzip funktioniert ähnlich wie ein Echolot (das mit Schallwellen operiert): Die beiden Wi-Fi-Karten werden an je einem Ende der zu überwachenden Fläche platziert. Da sie ständig miteinander kommunizieren, können sie feststellen, wie viele Personen sich innerhalb der Fläche aufhalten. Um das zu bewerkstelligen, registrieren die Karten die Signale, welche von den Menschen abprallen beziehungsweise durch sie abgeschwächt werden.

Auf diese Weise kann das System genau feststellen, wie viele Menschen sich in einem bestimmten Raum befinden. Auch sich bewegende oder das Netzwerk lediglich durchquerende Personen können mit hoher Genauigkeit erfasst werden. Bisher liefern Tests im freien indes präzisere Resultate als Versuche in geschlossenen Räumen.

Segen – und Fluch?

Eine der wohl noch harmloseren möglichen Einsatzmöglichkeiten der neuen Technik könnte sein, Event-Besucher oder Kunden in Einkaufszentren zu zählen. Zudem sollte es möglich sein, Räume, wenn nötig, automatisch zu heizen beziehungsweise zu kühlen oder Beleuchtungssysteme zu aktivieren. Da WLAN-Netzwerke heutzutage praktisch überall verbreitet sind, wären solche Lösungen wohl auch ziemlich einfach zu installieren.

Allerdings lässt sich die Technik problemlos auch zu Überwachungs- und anderen Zwecken nutzen.

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