Aktualisiert 08.03.2012 13:24

Kampusch im ORF«Ihre Antworten wirkten einstudiert»

Die Meinungen unserer Leser zum jüngsten Auftritt von Natascha Kampusch sind gespalten. Ein Grossteil will, dass der Fall neu aufgerollt wird. «Lasst Kampusch in Ruhe», fordern andere.

von
mbu
Natascha Kampusch im ORF-Interview mit dem Journalisten Christoph Feurstein (5.3.2012).

Natascha Kampusch im ORF-Interview mit dem Journalisten Christoph Feurstein (5.3.2012).

Auch sechs Jahre nach ihrer Flucht aus den Fängen von Wolfgang Priklopil bleibt der Fall Natascha Kampusch ungeklärt. Daran konnte auch ihr gestriger TV-Auftritt im ORF nichts ändern.

Die 24-Jährige betonte dabei mehrmals, dass sie «empört» über die neusten Spekulationen zur Causa Kampusch sei, die während den letzten Wochen für einen emotionalen Sturm gesorgt hatten. Auf viele Fragen lieferte sie zwar Antworten, wirklich nachgehakt wurde jedoch nicht. In einem Kommentar schreibt Leser Rüdiger: «Nichts, rein gar nichts Neues hat man erfahren. Verschwendete Zeit, Ausreden, Ausflüchte oder einfach nichts gesagt.» Dieser Meinung ist auch User Zweifler: «Das war wohl alles andere als ein spontanes Interview - einstudierte, emotionslose Phrasen.» Und «Nussknacker» ergänzt: «Zu viele Ungereimtheiten, ich glaube der leider kein Wort mehr.»

«Es gibt zu viele Ungereimtheiten»

Dass Natascha Kampusch es abgelehnt hatte, alle Fragen zu beantworten, kann Leserin Sarah gut verstehen. Trotzdem fordert sie, dass der Fall aufgeklärt wird: «Ich verstehe Frau Kampusch absolut, dass sie keine Details über den Missbrauch öffentlich bekannt geben möchte! Das muss eine enorme Demütigung sein. Aber es gibt zu viele Ungereimtheiten und deshalb sollte diesen auch nachgegangen werden. Und zwar sachlich, ohne die Schlagzeilengeilheit, welche gewisse Zeitungen immer an den Tag legen. Also bitte 20min, forscht weiter. Danke!»

Der Fall Kampusch und die Medien

Die Rolle des Christoph Feurstein

Weiter kritisieren die 20-Minuten-Online-Leser den ORF-Journalisten Christoph Feurstein, der das jüngste Interview mit Natascha Kampusch geführt hat. Der Mann gilt als enger Vertrauter von Kampusch. Im Kommentar von Regina L ist zu lesen: «Feurstein ist ganz klar Pro-Natascha und sollte nicht mehr Natascha interviewen, dann kann sie sich ja selber interviewen! Er hat ganz klar den Auftrag, die Story zu schützen. Unglaublich, wie sie Feurstein sogar siezt, dabei haben sie ja ein vertrautes Verhältnis.»

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Grossteil der Leser fordert Aufklärung des Falles

Auf die Frage: «Natascha Kampusch hat sich zu ihrer Entführung, den neuerlichen Entführungen und offenen Fragen geäussert. Glauben Sie, dass damit alles gesagt ist oder muss der Fall neu aufgerollt werden?» sagen 62 Prozent der 840 Umfrage-Teilnehmer: «Es sind noch viele Fragen offen. Der Fall muss neu aufgerollt werden.» 17 Prozent sind der Meinung, dass mit dem Interview alles gesagt worden sei und Natascha Kampusch in Ruhe gelassen werden sollte. Den restlichen 21 Prozent «ist es egal, wie es im Fall Kampusch weitergeht».

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