Aktualisiert 23.06.2015 20:54

Queen Elizabeth II.Ihre Majestät sind in Deutschland gelandet

Elizabeth II. ist in Berlin eingetroffen, gemeinsam mit ihrem Ehemann, Prinz Philip. Auf dem roten Teppich beginnt ihr fünfter Staatsbesuch in Deutschland.

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isa/dpa

Elisabeth die Zweite, von Gottes Gnaden Königin des Vereinigten Königreiches Großbritannien und Nordirland und ihrer anderen Königreiche und Territorien, Oberhaupt des Commonwealth und Verteidigerin des Glaubens ist in Deutschland angekommen. Sie trägt einen königsblauen Mantel, eine schwarze Handtasche und eine Perlenkette. Der Hut leuchtet türkis. Die Queen ist da.

Kurz vor 19 Uhr am Dienstagabend ist die Sondermaschine in Berlin-Tegel gelandet. Soldaten im Ehrenspalier und donnernde Salutschüsse begrüßen die britische Königin wenige Minuten später auf dem roten Teppich, der die Regenpfützen verdeckt. Sie schüttelt Hände mit dem Empfangskomitee, dann steigt sie in ihren dunkelroten Bentley. Mit Motorradeskorte aus 15 «weißen Mäusen» geht es Richtung Brandenburger Tor. Elizabeth II. wohnt im Hotel Adlon mit Blick auf die Quadriga.

Nicht ganz so sicher wie beim US-Präsidenten

Der fünfte Staatsbesuch der Königin wird ein Kapitel für die Geschichtsbücher. Vor 50 Jahren war sie zum ersten Mal in Deutschland, in der Nachkriegszeit ein Ritterschlag für die junge BRD. Jetzt ist die Queen 89 Jahre alt, ihr Mann Prinz Philip 94.

Die Berliner Polizei ist bis Freitag mit bis zu 1450 Beamten unterwegs. Es gilt Sicherheitsstufe 2, was nicht ganz so hoch ist wie beim US-Präsidenten.

Was die Queen in der Mittagspause macht? Essen.

Der britische Botschafter Simon McDonald schwört vorab die Reporter ein: «Dieser Besuch ist etwas Besonderes.» Er gibt auch Auskunft zu brennenden Fragen: Was macht die Queen in der Mittagspause (sie isst), was schenkt sie dem Bundespräsidenten (ein historisches Buch von Hermann von Pückler-Muskau). Und warum geht sie nicht zu Fuß durch das Brandenburger Tor, sondern nimmt das Auto (sie ist alt).

Ihren fünften Staatsbesuch macht die Queen 50 Jahre nach ihrem ersten: Im Jahr 1965 blieb sie elf Tage in der Bundesrepublik. Es war ein Symbol der Versöhnung nach dem Zweiten Weltkrieg. Die Kosten für den Staatsbesuch teilen sich beide Länder. In London wird die Summe erst ein Jahr später verkündet, in Berlin war dazu noch nichts zu erfahren. 1965 waren es für den britischen Steuerzahler 34.000 Pfund, was damals 375.000 Mark entsprach.

17 Minuten auf der Spree, und was die Queen noch vor hat

Elizabeth II. will sich an den drei Tagen in Deutschland volksnah zeigen. Fans können ihr am Mittwochvormittag vom Ufer der Spree zuwinken, wenn sie 17 Minuten lang mit dem Holzboot «Ajax» (Jahrgang 1926, so wie die Königin) unterwegs ist.

Am Mittwoch hält der britische Museumsdirektor und designierte Gründungsintendant des Berliner Schlosses, Neil MacGregor, zudem die «Queen's Lecture» an der Berliner Technischen Universität. Bei der Vortragsreihe zu Ehren der Königin will der Deutschland-Kenner über Dinge sprechen, die die Deutschen mit Großbritannien verbinden.

Am Donnerstag will die Königin in Frankfurt am Main bei schönem Wetter zu Fuß von der Paulskirche zum Römer gehen. Auch auf dem Balkon des historischen Rathauses werde sie sich zeigen. Am Abend wird in der Britischen Residenz der Geburtstags der Königin nachgefeiert.

Der Freitag beginnt mit einem Spaziergang am Pariser Platz in Berlin. Danach geht es nach Niedersachsen, wo sie die Gedenkstätte des ehemaligen Konzentrationslagers Bergen-Belsen besuchen will. Danach steht am Freitag in Celle der Abflug an. 600 Plätze zum Winken waren nach 15 Minuten vergeben.

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