Basel : «Ihre Tochter hat einen schweren Unfall verursacht – hier ist meine IBAN»
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Basel «Ihre Tochter hat einen schweren Unfall verursacht – hier ist meine IBAN»

Bei Betrugsmaschen geben sich Schwindler als Verwandte oder Polizisten aus und verlangen Geld. Eine 68-jährige Frau überwies so Unbekannten 30’000 Franken. 

von
Tanya Vögeli
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Die Anruferinnen geben sich als Kriminalbeamtinnen und Polizistinnen oder als Sicherheitsverantwortliche von Banken aus. Betrüger haben es immer auf ältere Menschen abgesehen.

Die Anruferinnen geben sich als Kriminalbeamtinnen und Polizistinnen oder als Sicherheitsverantwortliche von Banken aus. Betrüger haben es immer auf ältere Menschen abgesehen.

20min/Matthias Spicher
In einem kürzlichen Fall gelang es den Tätern, einer Rentnerin einen grossen Geldbetrag abzunehmen.

In einem kürzlichen Fall gelang es den Tätern, einer Rentnerin einen grossen Geldbetrag abzunehmen.

20min/Michael Scherrer
Die Staatsanwaltschaft des Kantons Basel-Stadt verweist auf Vorsicht. Die Polizei verlangt nicht, dass man ihr Geld oder Schmuck aushändigt noch, dass man Geld bei einer Bank abhebt. Wenn man Zweifel hat, ob es sich um einen echten Polizisten handelt, soll man unverzüglich über den Notruf 117 Kontakt aufnehmen.

Die Staatsanwaltschaft des Kantons Basel-Stadt verweist auf Vorsicht. Die Polizei verlangt nicht, dass man ihr Geld oder Schmuck aushändigt noch, dass man Geld bei einer Bank abhebt. Wenn man Zweifel hat, ob es sich um einen echten Polizisten handelt, soll man unverzüglich über den Notruf 117 Kontakt aufnehmen.

20 Minuten

Darum gehts

  • Die Polizei warnt vor Betrügerinnen und Betrügern, die vermehrt alte Menschen anrufen. 

  • Die Täter nehmen über eine gefälschte Telefonnummer Kontakt mit den potentiellen Opfern auf.

  • Wenn jemand auf diese Weise geschädigt worden ist, soll man sich unbedingt bei der Polizei melden und Anzeige erstatten.

  • Die Staatsanwaltschaft mahnt zur Vorsicht und klärt auf, wie die Polizei handelt und was typisches Verhalten von Betrügerinnen und Betrügern ist.

  • Man soll keine persönlichen Informationen weitergeben. 

Die Polizei warnt vor Betrügerinnen und Betrügern, die vermehrt alte Menschen anrufen und ihnen das Geld aus der Tasche ziehen. Die Masche bleibt immer ähnlich – ein «Verwandter» braucht Hilfe oder die «Polizei» ruft an wegen unbeglichener Rechnungen. In den vergangenen Tagen haben vermehrt ältere Personen solche Anrufe von Betrügern erhalten, teilt die Staatsanwaltschaft des Kantons Basel-Stadt in einer Medienmitteilung mit. 

Die Anruferinnen geben sich als Kriminalbeamtinnen und Polizistinnen oder als Sicherheitsverantwortliche von Banken aus. In einem kürzlichen Fall gelang es den Tätern, einer Rentnerin einen grossen Geldbetrag abzunehmen.

Der Polizist oder die Sicherheitsverantwortliche rufen an

Die 68-jährige Frau hatte einen Anruf erhalten, bei der ihr eine Täterin vorspielte, ihre Tochter habe einen schweren Verkehrsunfall verursacht und müsse nun eine Kaution hinterlegen. Ihr gelang es, die Geschädigte so stark zu manipulieren, dass diese später einer ihr unbekannten Person 30'000 Franken aushändigte.

Betrüger meldeten sich bei ihren potentiellen Opfern telefonisch auch als «Sicherheitsverantwortliche» von Banken. Sie teilten ihnen mit, dass sie gerade eine missbräuchliche Abbuchung von deren Konten gestoppt und Bankangestellte in Verdacht hätten. Deshalb solle man doch zur «Spurensicherung» das Geld abheben und den «Ermittlern» übergeben.

In den bislang bekannten Fällen wurde durch die gute Reaktion der Betroffenen kein monetärer Schaden verursacht. Doch wenn jemand auf diese Weise geschädigt wurde, soll man sich unbedingt – auch nachträglich – bei der Polizei melden und Anzeige erstatten.

Nun reden sie Schweizerdeutsch

Die Täter, die Hochdeutsch und seit einiger Zeit sogar Schweizerdeutsch sprechen, nahmen über eine gefälschte Telefonnummer Kontakt mit den potentiellen Opfern auf. Es erschien eine offizielle Amtsnummer, so beispielsweise diejenige einer Polizeiwache oder einer Behörde. 

Die Täter forderten wiederholt auch auf, das Geld aus Gründen der Sicherheit persönlich ins Ausland zu bringen und dort einem «zivilen Polizisten» zu übergeben. Falsche Polizisten versuchten, Personen in Angst zu versetzen – etwa, weil bewaffnete Einbrecher unterwegs sind, um das am Wohnort aufbewahrte Geld zu stehlen, oder weil ein Angehöriger einen schweren Verkehrsunfall verursacht habe und bei Nichtbezahlung der Busse verhaftet wird.

«Die Polizei verlangt kein Geld, damit man nicht verhaftet wird»

Die Staatsanwaltschaft des Kantons Basel-Stadt verweise auf Vorsicht und Aufmerksamkeit und auf das Verhalten der falschen Polizisten. Polizeibeamte verlangen niemals, dass Geld oder Schmuck ausgehändigt, oder Geld von einer Bank abgehoben wird. Wenn man auch nur einen kleinen Zweifel habe, ob es sich um echte Polizisten handelt, soll man unverzüglich über den Notruf 117 mit der Kantonspolizei Kontakt aufnehmen.

Man soll misstrauisch gegenüber unbekannten Anrufern oder fremden Personen sein. Es soll vermieden werden, etwelche Informationen zu Wohnsituation, Vermögenssituation, Personalien oder vertrauliche Informationen wie Kreditkartennummern, Passwörter und Bankkartennummern weiterzugeben. 

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