IKB-Aufsichtsrat sucht neuen Chef

Aktualisiert

IKB-Aufsichtsrat sucht neuen Chef

Der Aufsichtsrat der angeschlagenen deutschen Mittelstandsbank IKB sucht händeringend einen neuen Vorsitzenden.

«Wir haben derzeit keinen Aufsichtsratschef», sagte ein Sprecher der Bank am Freitag, dem Tag nach der konstituierenden Sitzung des Aufsichtsgremiums. Aus Finanzkreisen hiess es, die Mitglieder des Aufsichtsrats hätten sich in der Nacht nach dem turbulenten Aktionärstreffen nicht verständigen können.

Ausichtsrat weist Schuld von sich

«Die Hauptversammlung war sicher keine Werbeveranstaltung für diesen Posten», sagte eine mit der Angelegenheit vertraute Person. Kurzfristig sei nun ein weiteres Treffen geplant. Die Entlastung des Aufsichtsrats und des Vorstands war auf der Versammlung verschoben worden. In einer Sonderprüfung soll die Schuld der Gremien an der Krise des Instituts geklärt werden. Der Aufsichtsrat hatte bei dem Aktionärstreffen jegliche Schuld von sich gewiesen.

Designierter Nachfolger verzichtet

Der bisherige Chef des IKB-Kontrollgremiums, Ulrich Hartmann, der von den Aktionären heftig kritisiert worden war, gibt sein Amt aus Altersgründen ab. Eigentlich sollte der scheidende Beiersdorf- Aufsichtsratschef Dieter Ammer, der dem IKB-Gremium bereits angehört, sein Nachfolger werden. Er zog aber seine Kandidatur kurz vor der Hauptversammlung zurück.

Bahn frei für eine Kapitalerhöhung

Auf der Hauptversammlung gaben die Aktionäre der IKB der zum Überleben der Bank notwendigen Kapitalerhöhung grünes Licht. Dem Düsseldorfer Institut fliessen damit 1,5 Milliarden Euro zu. Die staatliche Hauptaktionärin KfW will mindestens 1,25 Milliarden Euro davon übernehmen. Die IKB hatte sich mit Ramschhypotheken in den USA verspekuliert und stand im Sommer 2007 kurz vor der Pleite. Der Bund, die staatliche Förderbank KfW und andere Banken mussten bis jetzt rund 8,5 Milliarden Euro zuschiessen.

(sda)

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