Aktualisiert 05.03.2008 21:01

Ikea: Dänische Namen für «mindere» Produkte

Ikea sorgt
in Dänemark für rote
Köpfe: Der schwedische
Möbelkonzern benennt
Fussmatten und billige
Auslegeware nach
dänischen Orten. Edle
Möbel hingegen tragen
schwedische Namen.

«Das ist schwedischer Imperialismus», ärgert sich der Forscher Klaus Kjöller von der Universität Kopenhagen. Er hat zusammen mit einem Kollegen den Ikea-Katalog untersucht und kam zum Ergebnis: Die schwedischen Namen sind den «besseren» Möbeln vorbehalten, für Betten gibt es norwegische Namen – und nur für die «minderen» Produkte dänische Bezeichnungen wie etwa «Roskilde» oder «Köge».

«Fussabstreifer und billige Auslegeware sind drittklassig, wenn nicht siebentklassig bei einer Wohnungseinrichtung», so Kjöller, «tiefer als ein Bodenbelag geht es ja eigentlich gar nicht.» Dänemark sei durch die herabsetzende Ikea-Namensgebung im übertragenen Sinne Fussabtreter des wirtschaftlich und bevölkerungsmässig grösseren Nachbarlands.

Nachdem die Zeitung «Nyhedsavisen» Kjöllers Studie publiziert hat, gehen in Dänemark die Wogen hoch. Leserbriefschreiber und Blogger erwägen gar einen Boykott. Eine Ikea-Sprecherin sagte, die Namensgebung sei rein zufällig. Und: «Wir machen dä-nische Ortsnamen mit unseren Produkten weltweit bekannt. Das ist doch positiv.»

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