Syrien: IKRK-Hilfskonvoi erreicht Homs
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SyrienIKRK-Hilfskonvoi erreicht Homs

Die erste internationale Hilfe hat die hart umkämpfte Stadt Homs erreicht. Zur selben Zeit hat die UNO Berichte über Massenexekutionen vor Ort erhalten.

Ein Hilfskonvoi mit sieben Lastwagen hat am Freitag die syrische Stadt Homs erreicht. Freiwillige Helfer stünden bereit, um notleidende Menschen im Viertel Baba Amro zu versorgen, berichtete die Sprecherin des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK), Carla Mardini.

Wann die syrischen Behörden den Helfern den Zugang zu dem vorher tagelang umkämpften Viertel ermöglichen werden, blieb zunächst unklar. «Freiwillige des Roten Kreuzes und des Roten Halbmondes warten mit mehreren Krankenwagen und hoffen, möglichst bald nach Baba Amro zu dürfen», sagte IKRK-Sprecher Hicham Hassan in Genf.

Die in Damaskus gestarteten Lastwagen des Roten Kreuzes und des Roten Halbmonds haben Nahrungsmittel, Medikamente, Decken und andere Hilfsgüter für Menschen in Baba Amro geladen.

«Wir haben auch Vorbereitungen für eine Evakuierung getroffen und wollen Verletzte rausbringen, die Behandlung in Spitälern brauchen», sagte Hassan. Die Lage in Baba Amro sei - abgesehen von den unmittelbaren Folgen der Kämpfe - auch durch Kälte und Schneefall erschwert, berichteten Helfer.

Interview de Bachar Al-Assad

Nach Angaben von Regimegegnern hat die syrische Armee am Donnerstag das seit Wochen belagerte Viertel Baba Amro erstürmt. Die Oppositionskräfte sollen sich vorher zurückgezogen haben.

Blutiger Montag in Syrien

UNO alarmiert über Hinweise auf Massenexekutionen

Die UNO hat Hinweise auf Massenexekutionen in Homs erhalten. Diese würden nun überprüft, sagte Navi Pillay, Sprecherin von Menschenrechtskommissarin Rupert Colville, am Freitag in Genf.

Les soldats syriens cachent les corps

Das Kommissariat habe Berichte über «schreckliche Massenexekutionen» unter anderem von 17 Menschen im Stadtteil Baba Amro erhalten. «Wir sind nicht im Stande, diese Informationen zu bestätigen, aber wir erinnern die Behörden an ihre Pflichten im internationalen Recht», sagte Colville.

Es seien schon genug Verbrechen begangen worden. Die UNO fordere die syrischen Behörden auf, Sofortmassnahmen zu ergreifen, damit die Grundrechte respektiert würden, sagte der UNO-Sprecher.

Die UNO zeigte sich beunruhigt über die Lage in Homs. Nach wochenlanger Belagerung hatten sich die Aufständischen am Donnerstag aus der Protesthochburg zurückgezogen. (sda)

Frankreich schliesst seine Botschaft in Damaskus

Aus Protest gegen die anhaltende Gewalt gegen Regierungskritiker in Syrien schliesst Frankreich seine Botschaft in Damaskus. Dies kündigte Präsident Nicolas Sarkozy am Freitag beim EU- Gipfel in Brüssel an. Das Vorgehen der syrischen Sicherheitskräfte nannte er einen «Skandal».

Am Mittwoch hatte die Schweiz ihre Botschaft in Damaskus aus Sicherheitsgründen temporär geschlossen. Zuvor war der Schweizer Botschafter im August vergangenen Jahres zu Konsultationen nach Bern zurückgerufen worden.

Bei den Protesten gegen Staatschef Baschar al-Assad wurden in Syrien nach UNO-Schätzungen in den vergangenen elf Monaten rund 7500 Menschen getötet. Die syrische Armee hatte am Donnerstag in der Protesthochburg Homs den Stadtteil Baba Amro eingenommen, in dem sich Aufständische verschanzt hatten.

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