Humanitäre Hilfe: IKRK warnt vor Langzeitkonflikt
Aktualisiert

Humanitäre HilfeIKRK warnt vor Langzeitkonflikt

Die humanitäre Hilfe muss nach Ansicht des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK) den aktuellen bewaffneten Konflikten besser angepasst werden.

Solche Konflikte würden tendenziell länger und hätten keine klaren Regeln mehr - mit verheerenden Folgen für ganze Generationen. «Die Konsequenzen dieser Langzeitkonflikte gehen weit über das hinaus, was wir normalerweise in den Medien lesen können», sagte IKRK-Präsident Jakob Kellenberger am Mittwoch bei der Vorstellung des Jahresberichts der Organisation.

Angesichts der neuen Form bewaffneter Konflikte sei eine flexible und breite Hilfsarbeit nötig, die über einen langen Zeitraum geleistet werde.

Jahrzehntelanges Leid

Der Jahresbericht des IKRK gibt einen Einblick in das während Jahrzehnten erlittene Leid in Ländern wie Afghanistan, Irak, Israel und den besetzten Gebieten, Somalia, Sudan, Kolumbien oder den Philippinen.

Die Opfer bewaffneter Konflikte sind meist mit einem komplexen Zusammenspiel von Problemen und Unsicherheiten konfrontiert. Es fehlt kurzfristig oft an Sicherheit, Nahrung, Wasser, Unterkunft und medizinischer Hilfe. Hinzu kommen chronische Probleme wie Armut, Unterernährung, fehlende Schulbildung, Arbeitslosigkeit und mangelnde Gesundheitsversorgung. «Was mich am meisten beunruhigt, ist der kumulative zerstörerische Effekt dieses Zusammenspiels auf ganze Generationen», sagte Kellenberger.

Ausgaben verdoppelt

Das IKRK hat in den letzten 20 Jahren seine Ausgaben verdoppelt. Sie stiegen von 451 Millionen Franken 1989 auf 1,6 Milliarden im vergangenen Jahr. Die wichtigsten IKRK-Operationen fanden 2009 im Irak, im Sudan, in Pakistan und in Afghanistan statt, wo fast ein Drittel aller Gelder ausgegeben wurden.

Über 4 Millionen Menschen erhielten Nahrungsmittelhilfe vom IKRK. Delegierte besuchten rund 500'000 Häftlinge in 74 Ländern. Gegen eine Million Menschen ersuchten das IKRK um Rat und Hilfe bei der Suche nach Schutz oder nach vermissten Familienangehörigen.

(sda)

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