Aktualisiert 08.12.2011 19:18

Humanitäre Hilfe

IKRK wehrt sich gegen Budget-Kürzung

Der Präsident des Internationalen Roten Kreuz, Jakob Kellenberger, will nicht weniger Geld zur Verfügung haben. Humanitäre Krisen nähmen weltweit zu, sagte er.

Nachdenklich: IKRK-Präsident Jakob Kellenberger.

Nachdenklich: IKRK-Präsident Jakob Kellenberger.

Der Präsident des Internationalen Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) verlangt, dass das Budget seiner Organisation für 2012 nicht weiter gekürzt werde. Angesichts der weltweiten Zunahme humanitärer Krisen hofft Jakob Kellenberger auf die Flexibilität aller Beteiligten. «Der unerwartete und zeitgleiche Ausbruch humanitärer Krisen stellte das Rote Kreuz 2011 auf die Probe», sagte er vor den Medien in Genf. Dabei wies er auf die Ereignisse in Libyen, Syrien, Somalia und an der Elfenbeinküste hin. Dies habe das IKRK gezwungen, Prioritäten bei der Auswahl seiner Projekte zu setzen.

Zehntausende Menschen seien in Nordafrika oder im Mittleren Osten getötet oder verletzt worden, rief Kellenberger in Erinnerung. «Wir mussten eine grosse Flexibilität an den Tag legen um unsere Projekte nach und nach an die neuen Ereignisse anzupassen.» Der IKRK-Präsident betonte die Wichtigkeit einer unabhängigen und neutralen humanitären Arbeit, die rasch eingreifen könne. «Unsere Fähigkeit unerwarteten Ereignissen zu begegnen wird essenziell bleiben, wenn wir künftig Krisen effizient meistern wollen.»

Gleiches Budget wie 2012

Gleichzeitig wolle das Rote Kreuz weiterhin Opfern in längerfristigen Konflikten helfen. Mehr finanzielle Mittel werden dem IKRK im kommenden Jahr allerdings nicht zur Verfügung stehen.

Küstenwache rettet 98 Migranten

Wegen Sparmassnahmen im vergangenen Sommer wurde das Budget für den Hauptsitz in Genf um 1,4 Prozent auf 181 Millionen Franken gekürzt. Insgesamt stehen der Organisation 2012 voraussichtlich rund 1,15 Milliarden zur Verfügung - in etwa gleich viel wie 2011.

Kellenberger betonte jedoch, dass das Rote Kreuz trotz Rekordausgaben und ungünstiger Wechselkurse in diesem Jahr kein Defizit schreiben werde. «Unsere Befürchtungen waren übertrieben.» Man habe vor allem seitens der wichtigsten Geldgeber USA, Grossbritannien, Schweiz, EU und Schweden grosse Unterstützung erhalten.

Fokus auf Afrika und Asien

Kellerberger sagte, die Mission in Afghanistan werde der wichtigste Einsatz des kommenden Jahres darstellen. Die Ausgaben werden sich dort auf rund 89 Millionen Franken belaufen. Wie das IKRK in einer Mitteilung vom Donnerstag schrieb, hindern die Kämpfe viele Afghanen weiterhin am Zugang zu medizinischen Institutionen.

70 Millionen Franken werden zur Bekämpfung der Hungerkrise in Somalia bereitgestellt - 50 Millionen weniger als 2011. Weitere Schwerpunkte für 2012 sind der Irak (67 Millionen) und Pakistan (66 Millionen). (sda)

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.