Aktualisiert 18.05.2020 09:32

Mysteriöse Angriffe

«Illegaler Zugriff» auf Supercomputer im Tessin und in ganz Europa

Hacker haben in den letzten Tagen Cyberangriffe auf akademische Datenzentren in ganz Europa gestartet. Betroffen ist auch ein Supercomputerzentrum in der Schweiz. Die Angreifer haben es womöglich auf Kryptowährung abgesehen.

von
Tobias Bolzern
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Hacker haben es auf Supercomputer in ganz Europa abgesehen.

Hacker haben es auf Supercomputer in ganz Europa abgesehen.

KEYSTONE
So gab es im Tessiner Centro Svizzero di Calcolo Scientifico (CSCS) «bösartige Aktivitäten».

So gab es im Tessiner Centro Svizzero di Calcolo Scientifico (CSCS) «bösartige Aktivitäten».

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Das CSCS betreibt unter anderem den Piz Daint. Der Supercomputer ist derzeit auf Platz 6 der schnellsten Rechner der Welt.

Das CSCS betreibt unter anderem den Piz Daint. Der Supercomputer ist derzeit auf Platz 6 der schnellsten Rechner der Welt.

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Darum gehts

  • Hacker haben Dutzende Supercomputer angegriffen.
  • Betroffen ist auch ein Datenzentrum in der Schweiz.
  • Wer dahintersteckt, ist derzeit noch unklar.
  • Angreifer haben es wohl auf Kryptowährung abgesehen.

Mehrere Betreiber von Supercomputern auf der ganzen Welt kämpfen gegen Cyberangriffe und mussten deshalb ihre Maschinen abschalten. Dies vermeldet das Centro Svizzero di Calcolo Scientifico (CSCS) am Wochenende auf seiner Website. Das CSCS betreibt im Tessin unter anderem den Hochleistungscomputer (HPC) Piz Daint. Dieser ist derzeit auf Platz 6 der schnellsten Rechner der Welt. Betroffen vom Angriff sind auch zwei HPCs der ETH, Euler und Leonhard, wie auf deren Status-Website zu sehen ist.

Damit steht Infrastruktur im Wert von Millionen still. Sie wird sonst genutzt, um komplexe Berechnungen für die Forschung in Physik, Chemie, Nanowissenschaften oder in anderen Bereichen zu tätigen. Zwar laufen die Geräte weiterhin, Forscher können jedoch von extern nicht mehr zugreifen. Dies, weil «bösartige Aktivitäten» entdeckt wurden. Nicht betroffen sind hingegen die Wettervorhersagen von MeteoSchweiz, die ebenfalls am CSCS berechnet werden.

Bundesstelle ist informiert

«Wir untersuchen den illegalen Zugriff auf das Zentrum. Unsere Ingenieure arbeiten daran, die Systeme so schnell wie möglich wieder in Betrieb zu nehmen, um die Auswirkungen auf die Nutzer auf ein Minimum zu reduzieren», erklärt CSCS-Direktor Thomas Schulthess in einer Mitteilung. Laut CSCS sind die Hintergründe des Angriffs unklar. Es laufen weitere Abklärungen, auch mit der nationalen Melde- und Analysestelle für Informationssicherung, kurz Melani.

Top-500

USA, China, Schweiz: Das ist die Abfolge der Standorte der schnellsten Computer der Welt. Der Piz Daint, der im Tessin steht, ist auf Platz 6 der weltweiten Rangliste. Der schnellste Hochleistungsrechner steht in den USA und heisst Summit. Eine vollständige Liste gibt es auf Top500.org.

Rechenpower für Kryptogeld

Rund ein Dutzend Supercomputer, darunter Maschinen in Deutschland und Grossbritannien, sind von den Cyberangriffen betroffen, wie die Branchenplattform Bleepingcomputer.com schreibt. Die Angriffe auf die Supercomputer seien mehr als nur ungewöhnlich, schreibt Spiegel.de. In einigen Fällen hätten die Hacker auch Benutzerkonten gekapert, um sich Zugriff auf die Rechner zu verschaffen. Einen Datenabfluss konnte bis anhin nicht festgestellt werden.

Ein Spezialteam der European Grid Infrastructure (EGI) hat zwei Fälle genauer analysiert. Dabei zeigte sich, dass die Leistung der Supercomputer missbraucht wurde, um die Kryptowährung Monero zu generieren. In einem Fall war dies so konfiguriert, dass der bösartige Code nur in der Nacht ausgeführt wurde. Vermutlich, um nicht entdeckt zu werden, heisst es in dem Bericht. Wer genau hinter den Attacken steckt und wie lange die Supercomputer ausfallen, ist derzeit nicht klar.

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19 Kommentare

NoNamatus

24.05.2020, 21:26

Braucht da irgendjemand Geld für Raketen.

Bürger

19.05.2020, 07:56

Digitalisierung heisst sich der Maschinen zu unterwerfen und zu versklaven, wer meint es sei ein Fortschritt sei nicht mehr zu helfen!

L.M

18.05.2020, 14:23

@ich meinti: Wie muss ich das jetzt auffassen? Gehen sie in öffentlichen toiletten und beobachten die jugendlichen dabei, wie sie ihr kleines Geschäft verrichten?