Aktualisiert 01.05.2020 15:24

Trotz Regenschauer

«Im April hatten wir statt 80 nur 30 Liter Regen pro Quadratmeter»

In der Schweiz hat es die letzten Tage endlich geregnet. Damit sich die Böden und der Wasserspiegel von der anhaltenden Trockenheit der letzten Wochen erholen kann, braucht es aber mehr, sagt ein Meteorologe.

von
Nathan Keusch
1 / 8
Zwar hat es die letzten Tag etwas geregnet. Damit sich der Wasserspiegel von der anhaltenden Trockenheit der letzten Wochen erholen kann, braucht es aber mehr.

Zwar hat es die letzten Tag etwas geregnet. Damit sich der Wasserspiegel von der anhaltenden Trockenheit der letzten Wochen erholen kann, braucht es aber mehr.

KEYSTONE
Der Meteorologe Klaus Marquardt weiss: «In einem normalen April gibt es rund 80 Liter Regen pro Quadratmeter. In diesem Jahr waren es gerade mal 30 Liter.»

Der Meteorologe Klaus Marquardt weiss: «In einem normalen April gibt es rund 80 Liter Regen pro Quadratmeter. In diesem Jahr waren es gerade mal 30 Liter.»

KEYSTONE
Zudem komme es nicht nur auf die Menge des Niederschlags an. «Es ist wichtig, dass es Schubweise regnet», erklärt der Meteorologe. Nur so können sich die Böden das Wasser auch gut aufnehmen.

Zudem komme es nicht nur auf die Menge des Niederschlags an. «Es ist wichtig, dass es Schubweise regnet», erklärt der Meteorologe. Nur so können sich die Böden das Wasser auch gut aufnehmen.

KEYSTONE

Nach scheinbar endloser Trockenheit hat es in den letzten Tagen an vielen Orten in der Schweiz endlich wieder geregnet. Ob dies reicht, damit sich die Böden von der Trockenheit erholen können ist jedoch ungewiss.

«Wir schleppen das Niederschlagsdefizit der letzten Wochen mit», erklärt der Meteorologe Klaus Marquardt von meteonews.ch. «In einem normalen April gibt es rund 80 Liter Regen pro Quadratmeter. In diesem Jahr waren es gerade mal 30 Liter.» Dazu komme, dass auch schon der März trocken war.

Waldbrandgefahr sinkt

«Im Moment ist jeder Regenschauer wichtig», sagt Marquardt. Derweil sei nicht nur die Menge des Niederschlags wichtig, sondern auch der zeitliche Abstand zwischen den Regenfällen. «Es ist wichtig, dass es Schubweise regnet», erklärt der Meteorologe. Nur so können sich die Böden das Wasser auch gut aufnehmen und der Regen könne dann ins Grundwasser fliessen. Die jetzigen Niederschläge seien trotzdem ein Segen. «Die akuten Trockenschäden werden sich etwas reduzieren», sagt Marquardt, «und die Vegetation nimmt wieder fahrt auf.»

Die Erholung der Vegetation zeigt sich auch durch die momentane Waldbrandgefahr. Zwar gilt in vielen Gemeinden im Jura und der Ostschweiz noch ein Feuerverbot. In weiten Teilen der Schweiz wurde die Waldbrandgefahr jedoch auf mässig bis gering heruntergestuft.

Die karte zeigt die Gebiete mit geringer (grün), mässiger (gelb) und erheblicher (orange) Waldbrandgefahr. In den grau eingefärbten Gebieten ist ein Feuerverbot in Waldnähe. In Graubünden (Schwarz) herrscht noch immer ein absolutes Feuerverbot im Freien.

Die karte zeigt die Gebiete mit geringer (grün), mässiger (gelb) und erheblicher (orange) Waldbrandgefahr. In den grau eingefärbten Gebieten ist ein Feuerverbot in Waldnähe. In Graubünden (Schwarz) herrscht noch immer ein absolutes Feuerverbot im Freien.

waldbrandgefahr.ch/aktuelle-lage (Stand 1. Mai 2020)

Weniger Heu wegen Trockenheit

«Wir sind auf jeden Fall froh um den Regen», sagt Sandra Helfenstein, Mediensprecherin des Bauernverbandes Schweiz. Die Trockenheit habe bei zu einer geringeren ersten Heuernte geführt, da das Gras nicht mehr gewachsen sei. Dies sei jedoch kein Grund zur Panik, da die meisten Betriebe noch genügend Futter-Vorräte aus dem letzten Jahr hätten. 2019 sei ein gutes Futterjahr gewesen.

Da es mehrere Grasernten im Jahr gebe, sei nun entscheidend, wie sich das Wetter entwickle. «Wir hoffen, dass jetzt nicht wieder eine Durststrecke auf uns zu kommt», sagt Helfenstein. Denn gewisse Regionen hätten erst wenig Wasser abbekommen und der niedrige Wasserstand der Gewässer beunruhige die Bauern. Denn dieser erhöhe die Gefahr, dass es bei weiteren trockenen Phasen Einschränkungen für die Wasserentnahme gebe.

Wie viel Regen in nächster Zeit auf uns zu kommt, ist noch nicht klar sagt Meteorologe Marquardt. Momentan werde die Wetterlage in der Schweiz vom Tiefdruckgebiet Zlatina bestimmt. «Dieses befindet sich momentan über der Nordsee und wird uns wohl auch am Wochenende mit Regen beglücken.» Dann prognostiziert der Meteorologe eine wechselhafte Phase. Was danach komme, könne man auch in Fachkreisen noch nicht sicher sagen.

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.
45 Kommentare
Kommentarfunktion geschlossen

ironischer Senior

15.05.2020, 05:37

und wieviel hatten wir im Mai bereit? Wie wärs mit "Zusammenhänge prüfen" Doch schon gut wenn Corona nicht mehr so viel Sensation hergibt und der Sommer kommt ist die "Überhitzung" doch willkommen

Hägar

02.05.2020, 18:08

Heute hats wieder 30mm gegeben, somit liegen wir nur noch 20mm unter Mittel. Un einen oder zwei Tage weniger kommts jetzt auch nicht drauf an. Bin langsam immun auf solche Meldungen. Die Erde müsste mindestens schon 347‘629x komplett gestorben sein

Der Ennendaer

02.05.2020, 08:19

Super Bilder, der See sieht jedes Jahr um diese Jahreszeit so aus. Ganz natürlich bei einem Stausee. Seriöser Journalismus müsst Ihr noch lernen!!!