Karitative Zentralschweizer: Im Dezember boomt die Freiwilligenarbeit
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Karitative ZentralschweizerIm Dezember boomt die Freiwilligenarbeit

Freiwilligenorganisationen finden im Advent jeweils viel mehr Helfer. Auch im Januar gibts dank Neujahrsvorsätzen viel Interesse. Im Februar jedoch sinken die Zahlen.

von
msa
Ebenfalls Freiwilligenarbeit: Am 11. Suppentag der Schweizer Tafel haben Persön­lichkeiten aus der Region ­Suppen an Passanten verteilt.

Ebenfalls Freiwilligenarbeit: Am 11. Suppentag der Schweizer Tafel haben Persön­lichkeiten aus der Region ­Suppen an Passanten verteilt.

Weihnachten ist das Fest der Liebe – und wie es scheint verspüren in der Weihnachtszeit mehr Menschen als sonst den Drang, etwas Gutes zu tun. So erlebt die Freiwilligenarbeit in den Monaten November und Dezember einen wahren Boom. Dass sich die Leute vermehrt engagieren, zeigte sich beispielsweise darin, dass Nez Rouge dieses Jahr so viele Freiwillige hatte wie noch nie.

Auch Fridolin Wyss, Geschäftsleiter des Vereins Kirchliche Gassenarbeit Luzern, sagte auf Anfrage: «Wir haben in der Weihnachtszeit viel mehr Anfragen von Freiwilligen, die helfen wollen.» Auch Spenden kommen mehr rein: Der Verein verschicke zweimal jährlich einen Brief an seine Gönner, einen davon in der Adventszeit. «Dabei nehmen wir einen grösseren Teil der Spenden von Dezember bis Januar ein. Vermutlich sind die Menschen in dieser Zeit mehr bereit, ein Zeichen der Solidarität zu setzen», so Wyss. Der Verein Kirchliche Gassenarbeit hilft sucht- und armutsbetroffenen Menschen aus der gesamten Zentralschweiz.

Auch René Baschung von der Gassechuchi sagte: «Auf unseren Weihnachtsanlass hin melden sich mehr Freiwillige. Wir müssen aber meistens absagen, weil wir einige Freiwillige haben, die teilweise seit Jahren an Weihnachten helfen und dementsprechend eingearbeitet sind.»

«Es ist ein Geben und Nehmen»

Die Fachstelle für Freiwilligenarbeit Benevol Luzern verzeichnet im Dezember auf ihrer Webseite, wo auch Inserate veröffentlicht werden, sogar doppelt so viele Besucher wie in anderen Monaten. Viele Organisationen nutzen die Plattform in dieser Zeit auch, um freiwillige Helfer für Weihnachtsfeste zu finden. Es ist laut Benevol-Präsident Charly Freitag ein «gegenseitiges Geben und Nehmen». Das Hoch halte jeweils bis im Januar an: «Einige nehmen sich vielleicht als Neujahrsvorsatz vor, einen gesellschaftlichen Beitrag zu leisten.»

Auch die Caritas verzeichnet Zuwachs

Bei der Caritas Luzern können sich Interessierte ebenfalls freiwillig engagieren. So kann man bei der Alltagsbegleitung von Flüchtlingen helfen oder fremdsprachige Personen unterstützen, die deutsche Sprache durch das Anwenden im Alltag zu lernen. Urs Odermatt, Medienverantwortlicher Kommunikation, bestätigte, dass die Caritas Luzern in den Herbstmonaten eine Zunahme von Freiwilligen verzeichnet. «Etwa 15 Prozent mehr Personen besuchen unsere Website über die Freiwilligenarbeit in den Monaten Oktober bis Dezember. Einen weiteren Höhepunkt verzeichnen wir im Januar.» Es sei gut möglich, dass die Personen auf die Seite stossen, weil sie sich gerade in dieser Zeit vermehrt überlegen, wo sie sich engagieren könnten.

Für den Katholischen Seelsorgerat des Kanton Luzern ist Freiwilligenarbeit ein Schwerpunkt in seiner Arbeit. Der Präsident Karl Mattmüller sagte: «Es ist uns ein grosses Anliegen, Freiwilligenarbeit zu fördern und wertzuschätzen.» Der Katholische Seelsorgerat verleiht etwa in Zusammenarbeit mit der Landeskirche den Freiwilligenpreis «Dank dir!» an Gruppen, die in der Kirche viel geleistet haben. Freiwillige sind laut Mattmüller auch ein wichtiger Bestandteil des Vereinswesen: «Auch in Vereinen bilden Freiwillige sicher einen Grundstein.»

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