Reaktionen: «Im Eishockey gibt es klar weniger Simulanten»
Publiziert

Reaktionen«Im Eishockey gibt es klar weniger Simulanten»

«Fussballspieler sind Pussys», sagte Büne Huber in einem Interview. Die Reaktionen darauf liessen nicht lange auf sich warten.

von
Annina Häusli

In der Drittelspause des zweiten Playoff-Finalspiels zwischen dem SC Bern und dem HC Lugano holte der bekennende SCB-Fan und Frontmann von Patent Ochsner, Büne Huber, zum Rundumschlag gegen den Fussball aus: «Grundsätzlich habe ich einfach die Schnauze voll von Fussball. Die Schnauze voll von den tätowierten Unterarmen, von den Pussys, die im Strafraum immer hinfallen oder einem Steffen (Renato, d. Red.), der der Schweizer Bevölkerung nach einer Schwalbe eines Gegners erklärt, dass es die einzige Option war, die der Stürmer noch hatte», sagte er im Interview mit Teleclub.

«Büne übertreibt»

Die Reaktionen liessen nicht lange auf sich warten. Carlos Varela, ehemaliger YB-Stürmer, lassen Bünes Vorwürfe kalt: «Fussballspieler sind überhaupt keine Pussys», so Varela. Er kenne einige Eishockeyspieler, die kein Fussballspiel durchhalten würden. «Eishockey-Spieler sind von Kopf bis Fuss geschützt, Fussballspieler kaum.» Auch der Aussage, dass Eishockeyspieler tougher als Fussballspieler seien, widerspricht Valera. Das werde immer wieder behauptet, Beweise gebe es aber nicht.

FDP-Nationalrat Christian Wasserfallen ist bekennender YB-Fan. «Büne Huber hat in einem Punkt recht: dass Fussballspieler leichter hinfallen und liegenbleiben, hat im Vergleich zu früher zugenommen.» Das sei schlecht für den Sport. Da hört die Übereinstimmung für Wasserfallen aber auch auf: «Ansonsten übertreibt er aber», findet der Politiker.

Die Berner Sportkommentator-Legende Albi Saner hat schon unzählige SCB- und YB-Spiele kommentiert. Er sieht das Ganze differenziert: «Im Eishockey gibt es klar weniger solche Simulanten», so Saner. Jedoch könne man die Fussballer nicht alle in einen Topf werfen. «Es gibt solche und solche Spieler.» Für ihn sind die Leidtragenden vor allem die Schiedsrichter, welche die Strafen aussprechen müssen. «Man sollte vielleicht so etwas wie eine ‹Zeiterholungs-Strafe› einführen, dass die Spieler solange nicht spielen dürfen, bis sie sich wieder ‹fit fühlen›.»

«Büne hat recht»

Über 100'000 Mal wurde Büne Hubers Brandrede auf Facebook bereits angeschaut und auch rege kommentiert. Alleine in der Kommentarspalte von 20 Minuten meldeten sich Hunderte von Lesern zu Wort. Die meisten pflichten Huber bei. So etwa «The Fan»: «Tut mir echt leid an euch Fussballer aber da hat er meiner Meinung nach Recht.» Über die Hälfte der Teilnehmer in der 20-Minuten-Umfrage stimmen dem Musiker grösstenteils zu. Nur knapp ein Fünftel der Leser findet, dass Fussball die bessere Sportart sei.

Auch im YB-Forum wird das Video heiss diskutiert. User «Esmüllert» gibt Büne teilweise recht: «Recht hat er schon, aber sehr sehr sehr undifferenziert. Mir gehen die Schwalben, die macht- und geldgierigien Fifa-Typen und die divenhaften Spieler auch auf den Sack. Er erwähnt aber nur die Schattenseiten des Fussballs und blendet alle positiven Dinge, die wir hier im Forum alle lieben, grosszügig aus.» Viele YB-Fans stimmen dem zu.

Das Video sorgte auch ausserhalb Berns für Gesprächsstoff: Die Frauen des FC Aaraus liessen sich als Reaktion auf Bünes Tirade etwas besonderes einfallen: «Wir laden Dich zu einem Training von uns ein und wetten, dass Du es nicht bis zum Ende durchstehst!», schrieben sie auf Facebook. Eine Antwort des Musikers steht noch aus.

Deine Meinung