10.06.2020 05:03

Zubringer-Bypass KüssnachtIm Fänn haben Angestellte wegen Verkehrsstaus ihre Stelle gekündigt

Der tägliche Stau am Kreisel beim A4-Autobahnzubringer im Küssnachter Fänn bewegt die Gemüter. Innerhalb von drei Tagen sind über 500 Unterschriften für eine rasche Lösung eingegangen. Bei unserer Umfrage sind 82 Prozent von über 5000 Teilnehmern der Meinung, dass schon seit Jahren bauliche Massnahmen fällig seien, weil die Situation sehr gefährlich sei.

von
Daniela Gigor

Darum gehts

  • Um den täglichen Stau am Kreisel beim A4-Autobahnzubringer im Küssnachter Fänn zu entlasten, sind innerhalb von drei Tagen über 500 Unterschriften zusammengekommen.
  • Die Initianten freuen sich über ihren Erfolg, und sie wollen nun 1000 Unterschriften sammeln.
  • Dass das Problem über die Grenze des Bezirks die Gemüter bewegt, zeigt auch die Umfrage von 20 Minuten.
  • Kommentiert wurde der Artikel auch von Lesern, die wegen der aktuellen Verkehrssituation in Unfälle involviert waren.

«Die überwältigende Unterstützung der Unterzeichner zeigt, dass wir mit dem Anliegen einen Nerv getroffen haben», sagt Samuel Lütolf, Vizepräsident der SVP Küssnacht und Co-Präsident des Petitionskomitees «Zubringer Küssnacht». Die Petition wurde am letzten Freitag lanciert, und bereits am Sonntagmittag war das Ziel von 500 Unterschriften erreicht. Weil die Verkehrssituation am Autobahnzubringer in Küssnacht SZ während Stosszeiten jeden Tag haarsträubend ist, fordert das Petitionskomitee eine Notlösung und hat diese auch bereits fertig erarbeitet.

Ein massives Sicherheitsrisiko beim Rückstau auf der Autobahnausfahrt von Zürich her sehen auch die Leser von 20 Minuten, weil sich praktisch täglich Kolonnen über mehrere Hundert Meter bilden. Bei der Umfrage haben sich knapp 5500 Personen beteiligt. Davon waren 82 Prozent der Meinung, dass eine Verbesserung der Situation bei der Ausfahrt «seit Jahren nötig ist, weil die Situation sehr gefährlich» sei. Über 100 Leser haben sich in den Kommentaren geäussert. So etwa schreibt Sandro: «Habe diesen Zustand vor Jahren schon angemahnt, habe vorgeschlagen, die Büsche zurückzuschneiden und bei Rückstau dynamische Verkehrsführung einzusetzen. Antwort: Vor der Kurve ist ein anderer Kanton, können nichts machen. Ja, es braucht mehrere Tote in der Schweiz.»

Ein Leser ist nach einem Auffahrunfall seit zwei Jahren in Behandlung

Viele Leser machten darauf aufmerksam, dass es auch an anderen Orten ähnlich zu- und hergehe. Im konkreten Fall Küssnacht wurde aber auch das Verhalten der Automobilisten kritisiert, welche die Autobahnausfahrt benützen und etwa zu wenig aufschliessen oder den Blinker im Kreisel falsch oder gar nicht benützen. Negative Erfahrungen hat etwa Leser Sporty gemacht, der schreibt: «Ja, diese Ausfahrt habe ich persönlich kennen gelernt. Bin seit fast zwei Jahren wegen eines Schleudertraumas in Behandlung, dies nach einem nicht selbst verschuldeten Auffahrunfall.»

«Wir haben auch sehr viele Reaktionen erhalten», sagt Lütolf. Ein Inhaber einer Firma, die im Fänn angesiedelt sei, habe in der Folge telefonisch mit ihm gesprochen und erzählt, dass er sogar mehrere sehr gute Mitarbeiter verloren habe. Lütolf: «Sie gaben als Kündigungsgrund an, dass sie nicht länger jeden Tag noch mehr Zeit im Stau verlieren möchten, weil sie diese Zeit lieber mit der Familie verbringen möchten.»

Beflügelt vom ersten Erfolg, hat sich das Petitionskomitee dazu entschieden, die Unterschriftensammlung zu verlängern und das Ziel vorerst auf 1000 Unterzeichner zu erhöhen. Lütolf: «Nach wie vor sind wir der Überzeugung, dass die Realisierung der Bypässe inklusive Landerwerb rund eine Million.Franken kosten wird. Es handelt sich hierbei um eine Schätzung, und der Toleranzwert liegt bei ungefähr 20 Prozent.» Der Landerwerb trage nur einen sehr kleinen Teil zu diesen Kosten bei, weil es sich bei ihrem Konzept um weniger als 1000 Quadratmeter handle, die erworben werden müssten. «Das Ziel des Petitionskomitees ist es nun, zumindest den Adressaten auf Bezirks- und Kantonsebene die Petition persönlich zu überreichen. Die entsprechenden Anfragen werden wir in Kürze platzieren», sagt Lütolf weiter.

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75 Kommentare
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Voreilig

12.06.2020, 11:02

1. Kommt ihr Vorschlag ziemlich spät. 2. Sollte man den aktuellen Planungsstand kennen. 3. Braucht es auch hier eine Planung und öffentliche Auflage. 4. Gehören die genannten Kosten von 1 Mio. ins Reich der Träume. 5. Bringt es nur Unruhe in die laufende Planung. 6. Kommt es just vor den Wahlen. Eine fundierte Petition sieht anders aus. Vor allem für einen Bezirksratskandidaten, sollte man nicht bei solchen Schnellschüssen mitmachen.

Chinakenner

10.06.2020, 09:02

In der Schweiz haben noch weitere 10 Millionen Platz, dann wird die Schweiz zum Hongkong Europas.

Lustig

10.06.2020, 08:51

Habe gar nicht gewusst, dass das Zeus im Fänn so viele Kunden hat!?