Aktualisiert 24.02.2020 10:35

PenaltyentscheidIm Frust wittern die St. Galler eine Verschwörung

Bitterer Punktverlust: Ein wiederholter Penalty in der 99. Minute kostet St. Gallen im Spitzenspiel den Sieg. Die Reaktionen sind heftig.

von
fas/heg

Bewegt sich der St. Galler Goalie Zigi hier zu früh? (Video: SRF)

Irgendwann merkt er, dass er sich jetzt selber schützen muss. Lukas Görtler ist im SRF-Interview drauf und dran, sich in Rage zu reden. Der Mittelfeldspieler von Leader St. Gallen zählt auf: «Im ersten Spiel gegen Luzern kriegen wir einen Elfmeter zurückgenommen, der keine klare Fehlentscheidung war. In Basel kriegen wir ein Tor aberkannt, das keine klare Fehlentscheidung war. Heute kriegen wir einen Elfmeter wiederholt, weil sich der Torwart falsch bewegt. Das passiert bei jedem Elfmeter, und ... » Dann unterbricht der Deutsche, atmet einmal durch und schliesst: «Ich muss jetzt aufpassen, was ich sage.»

«Das ist doch einfach nur noch Comedy»

Lukas Görtler sagt: « Ich habe in meinem Leben vielleicht schon 3000 Elfmeter gesehen und bei 2999 ist genau das gleich passiert und nie gepfiffen worden.»

Lukas Görtler ist sichtlich sauer. Video: Eva Tedesco

Ja, er sitzt tief, der St. Galler Frust. Sehr tief. Zweimal glaubten sie, Meister YB im Spitzenspiel besiegt zu haben. Nach dem 3:2 durch Görtler in der 91. Minute. Und nach Zigis gehaltendem Penalty ein paar Minuten später. Doch der St. Galler Goalie bewegte sich etwas zu früh von der Linie weg, weshalb Guillaume Hoarau nochmals antreten durfte, und doch noch ausglich. Beim Heimteam sind sie sich sicher, das sagen gleich mehrere Spieler: Wird dieser Penalty wiederholt, müsste nahezu jeder Penalty wiederholt werden. Görtlers Aufzählung zeigt, dass sich das Überraschungsteam der Liga langsam aber sicher benachteiligt fühlt.

Wieso war der Penalty ungültig?

Lawrence Ati Zigi hatte sich im St. Galler Tor um Sekundenbruchteile zu früh bewegt, worauf Schiedsrichter Alain Bieri den Penalty wiederholen liess.
(Video: SRF)

Schiedsrichter Alain Bieri erklärt, wieso der Penalty wiederholt werden musste. (Video: SRF)

Etwas deutlicher wird das «St. Galler Tagblatt», das einen doch eindeutigen Titel für seine Analyse findet: «Als wollte man das Leicester der Schweiz nicht.» Noch weiter geht der Social-Media-Manager des FC St. Gallen. Die Espen seien «mit allen Mitteln um den Sieg gebracht» worden. Als würde eine dunkle Macht im Hintergrund walten, und den grossen Coup des Überraschungsteams verhindern wollen.

Auf Twitter wird die Penaltyszene natürlich rege diskutiert. User Manuel Guggisberg hält aber auch fest, dass die St. Galler rund eine Viertelstunde vor dem strittigen Entscheid Glück hatten, nicht bereits einen Penalty gegen sich erhalten zu haben.

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