Vladimir Petkovic: «Im Fussball muss man mit offenen Augen schlafen»
Aktualisiert

Vladimir Petkovic«Im Fussball muss man mit offenen Augen schlafen»

Vladimir Petkovic arbeitete schon als Lehrer für Erwachsene. Das hilft dem Kroaten auch als YB-Trainer.

von
Peter Berger

Vladimir Petkovic, in drei Runden hat YB den Rückstand auf Leader FCZ von zehn auf drei Punkte reduziert.

Vladimir Petkovic: Aber wir sind immer noch Dritter und dasjenige Team, das hinten liegt. Für uns ändert sich deshalb nichts. Wir müssen immer nur auf das nächste Spiel fokussiert bleiben.

Der Erfolg birgt auch Ri­siken. Wie halten Sie die Ersatzleute bei Laune?

Ich habe den Spielern schon bei meinem Antritt gesagt, dass ich ihnen nicht erkläre, warum ich sie nicht einsetze. Aber ich liess sie auch wissen, dass nicht nur elf Spieler wichtig sind. Natürlich gibt es Frustpotential, aber das muss man akzeptieren und sich in der Gruppe trotzdem gut verhalten.

Achten Sie darauf besonders stark?

Sicher, neben der Leistung ist auch das soziale, menschliche Verhalten wichtig. Denn nicht der beste Einzelcharakter setzt sich durch, sondern die beste Gruppe.

Hilft Ihnen die vorherige Tätigkeit bei Caritas oder als Lehrer?

Ob im Privatleben, der Sozialarbeit oder im Fussball – es geht immer und überall auch um Dinge wie Motivation, Disziplin, Kommunikation oder Konfliktlösung.

Bisher hört man von keinem Spieler ein böses Wort über Sie.

Das hoffe ich doch (lacht). Ich spreche viel mit ihnen, will auch ihre Meinung hören. Generell will ich meine Arbeit von vielen Personen beurteilt haben. Die Entscheidungen treffe dann aber ich. Stimmen die Resultate nicht, muss ich auch die Konsequenzen tragen. Alles kann sich schnell ändern. Deshalb darf man im Fussball nur mit offenen Augen schlafen und träumen.

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