Abstimmungskampf: Im Game für die AHV-Reform wollen die «Teufel» der SP deine Rente klauen

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AbstimmungskampfIm Game für die AHV-Reform wollen die «Teufel» der SP deine Rente klauen

Das «Team Freiheit» aus der jungliberalen Ecke lanciert im Abstimmungskampf ein Game: Wie Super Mario müssen die Spieler ihre Rente vor SP-Teufeln schützen. «Geschmacklos», sagt der Juso-Präsident.

von
Daniel Graf
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3000 Franken hat das «Team Freiheit» für die Entwicklung des Spiels bezahlt. Damit werben die Liberalen rund um Leroy Bächtold für ein Ja zur AHV-Reform. 

3000 Franken hat das «Team Freiheit» für die Entwicklung des Spiels bezahlt. Damit werben die Liberalen rund um Leroy Bächtold für ein Ja zur AHV-Reform. 

Screenshot https://blog.team-freiheit.ch/
Hinter der Idee steht der jungfreisinnige Leroy Bächtold. 

Hinter der Idee steht der jungfreisinnige Leroy Bächtold. 

privat 
Juso-Präsident Nicola Siegrist findet das Game geschmacklos. 

Juso-Präsident Nicola Siegrist findet das Game geschmacklos. 

SP

Darum gehts

  • Der Kampf um die Abstimmungen am 25. September geht in die heisse Phase. 

  • Im Ringen um die AHV-Reform hat das «Team Freiheit» rund um Leroy Bächtold jetzt ein Game lanciert. 

  • Es soll jungen, politisch wenig interessierten Menschen die Dringlichkeit der Reform aufzeigen – SP und Unia werden darin als Teufel dargestellt, die dem Spieler die Rente klauen wollen. 

  • Juso-Präsident Nicola Siegrist findet das geschmacklos und glaubt nicht, dass das Spiel Einfluss auf den Ausgang der Abstimmung haben wird. 

In zwei Wochen stimmt die Schweiz über die AHV-Reform ab. Jetzt greift auch das «Team Freiheit» rund um den FDPler Leroy Bächtold in den Abstimmungskampf ein. Auf ihrer Homepage haben sie ein Abstimmungs-Game lanciert: Im Stile von Super Mario muss der Spieler oder die Spielerin Münzen und Pilze sammeln, um mit seiner oder ihrer «Rente» möglichst lange durchzuhalten. Dabei gilt es, sich vor den Teufelchen von SP und Unia in Acht zu nehmen, die den Spielerinnen und Spielern «an ihr noch verbleibendes Altersvermögen wollen», wie es auf der Homepage zum Spiel heisst.

Bächtold sagt gegenüber 20 Minuten, die Idee hinter dem Spiel sei es, das ernste Abstimmungsthema jungen Menschen spielerisch näherzubringen. «Wir wollen erreichen, dass auch Junge, welche sich nicht stark für Politik interessieren, merken, dass diese Abstimmung auch sie etwas angeht, weil auch ihre Renten gefährdet sind.» Neben dem Spiel seien auf der Homepage auch die Argumente zu finden. «Wir ziehen das nicht ins Lächerliche, dafür ist das Thema zu wichtig. Mit dem Spiel geht es einzig um die Aufmerksamkeit der jüngeren Generationen», sagt Bächtold.

«Provokativer Abstimmungskampf ist okay»

Rund 3000 Franken hat das «Team Freiheit» einem Entwickler für das Spiel bezahlt. Dass SP und Unia dabei als Teufel auftreten, sei nicht böse gemeint: «Wir finden, dass es okay ist, sich im Abstimmungskampf auch einmal auf eine etwas provokative Art und Weise zu äussern. Mulmig ist mir vor der Lancierung des Spiels auf jeden Fall nicht zumute», sagt Bächtold. Dass das Spiel erst zwei Wochen vor den Abstimmungen lanciert wird, sei so geplant gewesen: «Viele und gerade jüngere Wählerinnen und Wähler stimmen erst auf den letzten Drücker ab. Sie wollen wir überzeugen.»

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Juso-Präsident Nicola Siegrist findet die Idee für das Spiel geschmacklos: «Es passt aber zu den Befürwortern der AHV-Reform. Sie sind offensichtlich in einer Defensivposition. Ihnen sind die Argumente für die unsoziale AHV-Reform ausgegangen, deshalb greifen sie uns jetzt halt an und entmenschlichen SP- und Unia-Mitglieder.» An einen Erfolg des Spiels glaubt Siegrist nicht: «Das wird nicht funktionieren. Ich bin sicher, dass wir die Wählerschaft mit Argumenten eher überzeugen können als mit einem inhaltsleeren Game.»

«Faktenbasierte Infos statt populistischer Spiele»

Auch die Juso sei sich aber natürlich darüber im Klaren, dass bei der jungen Wählerschaft viele Menschen zu erreichen seien. «Viele Junge informieren sich auf Social Media über Abstimmungen. Es ist wichtig, dass sie faktenbasierte Informationen erhalten. So ein populistisches Spiel hilft da nicht.» Dass Info-Videos in den sozialen Medien durchaus funktionieren können, zeigt das Beispiel des SP-nahen Netzaktivisten Flavien Gousset, der sich mit Erklärvideos auf Instagram einen Namen gemacht hat. Sein Video gegen die AHV-Vorlage wurde auf Tiktok über 1200 Mal kommentiert und 6500 Mal geteilt. Auf Instagram haben das Video fast 13’000 Menschen gelikt. 

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