Indien: Im Hindu-Tempel zu Tode getrampelt
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IndienIm Hindu-Tempel zu Tode getrampelt

Eine Massenpanik in einem Hindu-Tempel im Westen Indiens hat mindestens 170 Menschen das Leben gekostet. Rund 50 weitere wurden verletzt.

In dem Tempel drängten sich mehr als 12.000 Gläubige, wie die Polizei in Jodhpur im Unionsstaat Rajasthan mitteilte. Auslöser der Panik war offenbar ein Gerücht, dass in dem Gebäude eine Bombe entdeckt worden sei.

Auf Fernsehbildern waren Dutzende Leichen auf Bürgersteigen zu sehen. In der Nähe versuchten Ersthelfer, Bewusstlose wiederzubeleben. Andere trugen Verletzte aus dem Tempel, der sich in einer Burg aus dem 15. Jahrhundert befindet. Ein Kind sass auf dem Boden neben einer Frauenleiche und rief: «Mutter, Mutter». Die Verletzten wurden in verschiedene Krankenhäuser in Jodhpur gebracht.

Die Gläubigen wollten in dem Tempel den Beginn des neuntägigen Festes zu Ehren der Göttinmutter feiern. Etliche seien auf dem rutschigen Boden hingefallen, sagte ein Augenzeuge. Das Gerücht über den Bombenfund stiess auf fruchtbaren Boden, weil es in Indien in jüngster Zeit zu mehreren Anschlägen gekommen ist. Der letzte ereignete sich erst am Montagabend in der Stadt Malegaon.

In hinduistischen Tempeln in Indien gibt es relativ häufig Massenpaniken. Die Gebäude sind meist dem Menschenandrang zu wichtigen Festen nicht gewachsen. Erst im August kamen in einem Tempel in Nordindien 145 Menschen ums Leben, als Gerüchte über eine Lawine eine Panik auslösten.

(dapd)

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