11.05.2019 16:57

Browser-RatgeberIm Inkognito-Modus surfst du gar nicht anonym

Bei der Nutzung des Internets hinterlässt man überall Spuren. Viele verwenden deshalb eine Funktion, um privat zu surfen. Doch das ist ein Trugschluss.

von
swe
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Der so genannte Privat- oder Inkognitomodus wird von vielen Nutzern falsch verstanden.

Der so genannte Privat- oder Inkognitomodus wird von vielen Nutzern falsch verstanden.

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Denn dessen Zweck ist es nicht, anonymes Surfen zu ermöglichen.

Denn dessen Zweck ist es nicht, anonymes Surfen zu ermöglichen.

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So wird beim Chrome-Browser von Google beschrieben, dass die eigenen Aktivitäten für besuchte Websites, die Firma, die Schule oder den Internetanbieter «eventuell weiterhin sichtbar sind».

So wird beim Chrome-Browser von Google beschrieben, dass die eigenen Aktivitäten für besuchte Websites, die Firma, die Schule oder den Internetanbieter «eventuell weiterhin sichtbar sind».

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Bekannte Browser wie Chrome, Firefox oder Safari haben alle einen sogenannten Privat- oder Inkognitomodus eingebaut. Doch dieser wird von vielen Nutzern falsch verstanden, denn komplett anonym surfen kann man auch damit nicht.

So schreibt Google beim Öffnen eines privaten Fensters jeweils, dass die eigenen Aktivitäten für besuchte Websites, die Firma, die Schule oder den Internetanbieter «eventuell weiterhin sichtbar sind». Und auch Firefox zeigt eine entsprechende Warnung an.

Das kann der Inkognito-Modus

Für was ist die Funktion also gut? Der Privatmodus schützt die eigene Privatsphäre nur lokal am Computer oder am Handy. So werden unter anderem die besuchten Websites nicht im Verlauf gespeichert.

Ebenfalls werden weder Passwörter noch Cookies oder andere temporäre Daten gespeichert. Das hat den Vorteil, dass andere Personen, die dasselbe Gerät benutzen, die Aktivitäten nicht sehen können.

Das kann der Inkognito-Modus nicht

Die Funktion hilft also dabei, die Privatsphäre am eigenen Computer oder Handy zu wahren. Mehr aber auch nicht. Wirklich anonym im Internet unterwegs zu sein, ist hingegen relativ schwierig zu bewerkstelligen.

Eine Möglichkeit wäre es, den so genannten Tor-Browser zu nutzen (siehe Box). Dieser nutzt ein Netzwerk zum Anonymisieren von Verbindungsdaten. Ein klarer Nachteil ist jedoch, dass man sich damit deutlich langsamer im Netz bewegt.

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Das Darknet

Über 99 Prozent der Daten im Internet sind nicht über Suchmaschinen auffindbar. Man spricht vom Deep Web. Darin versteckt sich auch das Darknet. Das sind Netzwerke, die bewusst unsichtbar sein wollen. Um darauf zuzugreifen, benötigt man spezielle Software wie den TOR-Browser. Der Datenverkehr verläuft dabei verschlüsselt und über unzählige, zufällig ausgewählte private Rechner. Überwacher können so nur schwer Informationen über die Kommunikation sammeln.

Die Arbeit an der TOR-Software begann 2002 an der Universität Cambridge. In der Anfangszeit wurde TOR von US-amerikanischen Behörden wie Darpa unterstützt. Seit 2006 kümmert sich die Non-Profit-Organisation «The Tor Project» um die Aufrechterhaltung von TOR. Finanziert wird das Projekt von der US-Regierung und privaten Spenden.

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