Platzmangel: Im Interdiscount gibts von einigen Artikeln nur Fotos

Aktualisiert

PlatzmangelIm Interdiscount gibts von einigen Artikeln nur Fotos

In Interdiscount-Läden sind die meisten Kameramodelle nur noch auf Fotos zu sehen. Testen kann man die Geräte vor dem Kauf nicht.

von
R. Knecht
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Von den meisten Kameras im Interdiscount gibt es nur ein Bild, kein Ausstellmodell.

Von den meisten Kameras im Interdiscount gibt es nur ein Bild, kein Ausstellmodell.

Leser-Reporter
Der Coop-Tochter gehe es vor allem darum, mehr Produkte zeigen zu können, sagte die Interdiscount-Sprecherin Monika Sachs zu 20 Minuten: «Vorher waren es 25 Produkte, nun sind es rund 40 Produkte  aus dem Bereich Kameras.»

Der Coop-Tochter gehe es vor allem darum, mehr Produkte zeigen zu können, sagte die Interdiscount-Sprecherin Monika Sachs zu 20 Minuten: «Vorher waren es 25 Produkte, nun sind es rund 40 Produkte aus dem Bereich Kameras.»

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Doch die Fotowand im Interdiscount sieht für Marcus Schögel, Marketing-Dozent und Vertriebsexperte an der Universität St. Gallen, wie ein «ratloses Experiment» aus. Aus Kundensicht sei es wichtig, dass der stationäre Handel Inspiration biete. Der Ansatz von Interdiscount hingegen scheint Schögel «uninspiriert». Da gehe es um reine Wirtschaftlichkeit auf Kosten der Präsentation.

Doch die Fotowand im Interdiscount sieht für Marcus Schögel, Marketing-Dozent und Vertriebsexperte an der Universität St. Gallen, wie ein «ratloses Experiment» aus. Aus Kundensicht sei es wichtig, dass der stationäre Handel Inspiration biete. Der Ansatz von Interdiscount hingegen scheint Schögel «uninspiriert». Da gehe es um reine Wirtschaftlichkeit auf Kosten der Präsentation.

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Wer in den Laden geht, kann die ausgestellten Produkte vor dem Kauf genauer anschauen und auch kurz ausprobieren – das ist einer der Vorteile, die der stationäre Handel gegenüber dem Onlinegeschäft hat. Wer allerdings in den Interdiscount geht, sieht zum Teil nur Fotos von den Artikeln. Bei den Kameras sind zwar Ausstellungsmodelle zu sehen, daneben hat es aber noch eine ganze Reihe von Fotoapparaten, die nur abgebildet sind.

Der Coop-Tochter geht es vor allem darum, mehr Produkte zeigen zu können, sagte die Interdiscount-Sprecherin Monika Sachs zu 20 Minuten: «Vorher waren es 25 Produkte, nun sind es rund 40 Produkte aus dem Bereich Kameras.»

«Ratloses Experiment»

Doch die Fotowand im Interdiscount sieht für Marcus Schögel, Marketingdozent und Vertriebsexperte an der Universität St. Gallen, wie ein «ratloses Experiment» aus. «Ich frage mich, warum man nicht gleich ein iPad hinstellt, wie das etwa Digitec Galaxus an seinen Abholstellen tut», sagt Schögel zu 20 Minuten. So könnte man immerhin mehr Informationen und Bilder anzeigen als mit einzelnen Ausdrucken.

Dass Interdiscount neue Wege sucht, um seine Flächen effizienter zu nutzen, leuchtet Schögel grundsätzlich ein: «Die Händler haben zu wenig Regalfläche für die Masse von Produkten, die sie eigentlich ausstellen möchten.» Doch aus Kundensicht sei es wichtig, dass der stationäre Handel Inspiration biete. Der Ansatz von Interdiscount hingegen scheint Schögel «uninspiriert». Da gehe es um reine Wirtschaftlichkeit auf Kosten der Präsentation.

Demonstration an einem anderen Modell

Was, wenn ein Kunde eine Kamera vor Ort sehen will? Viele Produkte würden sich in Design und Funktionalität ähneln, sagt Sachs von Interdiscount. Pro Produktkategorie gebe es je ein Ausstellungsmodell, an dem Interdiscount-Mitarbeiter den Kunden die verschiedenen Möglichkeiten aufzeigen könnten. In jeder Filiale seien darum weiterhin acht Kameras ausgestellt.

Dass es Kunden überzeugt, wenn sie eine andere Kamera vorgeführt bekommen als die, die sie kaufen möchten, bezweifelt Experte Schögel: «Ich will ja die anschauen, die mich wirklich interessiert.» Wer einen Tesla Model 3 kaufen will, der sei schliesslich mit einer Probefahrt im Model S auch nicht zufrieden.

Kunden sollen in XXL-Filialen gehen

Kunden, die mehr Modelle in die Hand nehmen wollen, könnten in einen der 19 XXL-Läden von Interdiscount gehen, sagt Sachs von Interdiscount. Dort sei die Auswahl der ausgestellten Produkte grösser.

Die XXL-Läden scheinen sich für Interdiscount allerdings nicht zu lohnen: Anfang Jahr machte die Filiale Luzern Hertenstein zu. Geplant seien zudem die Schliessungen im Zürcher Letzipark und dem Basler Märthof, sagt Sachs zu 20 Minuten. An zentralen Standorten wolle Interdiscount lieber auf kleine Läden und ein starkes Onlineangebot setzen, sagte die Sprecherin zudem zu SRF. Interdiscount hat die neue Fotowand im Herbst 2018 eingeführt – zur Zeit, als die Schliessung der Basler XXL-Filiale angekündigt wurde.

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