Aktualisiert 20.06.2008 13:39

Cyber-CrimeIm Internet tummeln sich immer mehr Gangster

Die Meldungen über mögliche kriminelle Machenschaften im Internet haben in der Schweiz im letzten Jahr massiv zugenommen. Im Vergleich zum Vorjahr stieg die Zahl um über 60 Prozent an. Besonders im Fokus der Ermittler standen Spam-E-Mails und Kinderpornographie.

In der Schweiz hat die Zahl der Verdachtsmeldungen über mögliche kriminelle Machenschaften im Internet im vergangenen Jahr deutlich zugenommen. Bei der Koordinationsstelle des Bundes für Internetkriminalität (Kobik) gingen insgesamt 10 196

Meldungen ein, 3867 Meldungen mehr als im Vorjahr. 734 Dossiers wurden an die Kantone oder via Interpol an Behörden im Ausland weitergeleitet.

Wie Kobik am Freitag mitteilte, ist der deutliche Anstieg der Meldungen vor allem auf mehrere Wellen so genannter Spam-E-Mails zurückzuführen. Diese seien wiederholt gegen Internetbenutzer in der Schweiz gerichtet gewesen und hätten mit Hilfe angehängter Schadensoftware die Online-Banking-Systeme der Schweiz im Visier gehabt. Der gesamte Anteil der Spam-E-Mails an den eingegangenen Verdachtsmeldungen belief sich im letzten Jahr auf 20,8 Prozent, der Anteil der Meldungen mit Hinweisen auf kinderpornographische Inhalte machte 19,9 Prozent aus. Das stete Wachstum der Meldungen über Vorgänge mit einem wirtschaftskriminellen Hintergrund hielt weiter an. Deren Anteil an der Gesamtzahl sämtlicher eingegangener Meldungen kletterte auf 11,4 Prozent im Vergleich zu 4,5 Prozent im Vorjahr.

Insgesamt erstellte die KOBIK 734 Verdachtsdossiers, die sie an in- oder ausländische Stellen weiterleitete. Das sind 17 Prozent mehr als im Vorjahr. 366 Dossiers verfügten über einen Bezug zur Schweiz, und sie wurden entsprechend den Strafverfolgungsbehörden in den Kantonen übergeben. Die übrigen 368 Dossiers gelangten via Interpol an die zuständigen Behörden im Ausland. Von den 366 Verdachtsdossiers mit einem Schweizer Bezug gingen 88 auf eingegangene Verdachtsmeldungen zurück, neun weniger als im Vorjahr. Die übrigen 278 Dossiers wurden von der KOBIK auf Grund eigener Recherchen - namentlich im Bereich der Kinderpornographie - erstellt. Die Instrumente für eine verdachtslose Fahndung stiessen dabei auch international auf Interesse, wie die KOBIK schreibt.

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