18.07.2014 07:04

Stoffwechsel

Im kalten Bett nimmt sichs leichter ab

Wer in einem kühlen Schlafzimmer schläft, tut seinem Stoffwechsel etwas Gutes und verbrennt sogar tagsüber mehr Kalorien. Verantwortlich dafür: braunes Fett.

von
jcg
Wer den Thermostat runterdreht, schläft nicht nur besser, er tut auch seinem Körper etwas Gutes.

Wer den Thermostat runterdreht, schläft nicht nur besser, er tut auch seinem Körper etwas Gutes.

Genügend Schlaf ist gut für die Gesundheit und die Noten. Doch damit nicht genug: Eine aktuelle Studie des amerikanischen nationalen Gesundheitsinstituts (NIH) hat gezeigt, dass Schlafen in einem kühlen Zimmer den Anteil an braunem Fett im Körper erhöht. Braunes Fettgewebe gilt im Gegensatz zum gewöhnlichen weissen als «gutes Fett». Es entzieht dem Blutkreislauf Zucker, um Kalorien zu verbrennen und so die Körpertemperatur aufrechtzuerhalten.

Bis in jüngere Zeit ging man davon aus, dass nur Neugeborene über braunes Fettgewebe verfügen. In den letzten Jahren entdeckte man auch bei gewissen Erwachsenen kleine Reservoirs aktiver Fettzellen im Nacken- und Rückenbereich.

Um herauszufinden, wie die Aktivität der braunen Fettzellen angekurbelt werden kann, haben Forscher des NIH ein viermonatiges Schlafexperiment durchgeführt, wie die «New York Times» schreibt. In dieser Zeit mussten fünf gesunde junge Männer ihre Nächte in einer Klimakammer verbringen. Tagsüber gingen die Männer ihrer normalen Tätigkeit nach, mussten aber täglich um acht Uhr zurück sein. All ihre Mahlzeiten kamen vom Institut, um ihre Kalorienaufnahme konstant zu halten. Sie schliefen in einem Spitalhemd unter einer leichten Decke.

Von 19 bis 27 Grad

Im ersten Monat stellten die Forscher die Temperatur auf 24 Grad Celsius ein, einen neutralen Wert, der zu keiner Veränderung im Körper führen sollte. Dann kühlten sie den Raum auf 19 Grad herunter. Davon erhofften sich die Wissenschaftler einen Anstieg der Aktivität der braunen Fettzellen. Nach einem Monat erhöhten sie die Temperatur wieder auf 24 Grad, um schliesslich noch einen Monat bei 27 Grad anzuhängen. Dabei wurden die Blutzucker- und Insulinwerte, sowie der Kalorienverbrauch der Probanden konstant überwacht.

Es stellte sich heraus, dass die kühleren Temperaturen die Körper der Männer am deutlichsten veränderten. Erstaunlich: Nach einem Monat Schlafen bei 19 Grad hatten die Männer ihren Anteil an braunem Fett fast verdoppelt. Auch ihre Insulinempfindlichkeit, die durch Veränderungen im Blutzucker beeinflusst wird, verbesserte sich. Die Veränderungen waren gering, aber signifikant, wie Francesco Celi, Hauptautor der Studie sagte. «Das waren alles bereits sehr gesunde Männer. Aber nur durch das Schlafen in einem kühlen Raum verbesserte sich ihr Stoffwechsel», so Celi weiter. Dadurch könnte mit der Zeit ihr Risiko für Diabetes und andere Stoffwechselkrankheiten sinken.

Die Männer verbrannten auch tagsüber etwas mehr Kalorien, wenn ihr Schlafzimmer kühler war. Allerdings resultierte daraus kein Gewichtsverlust. Nach dem Monat bei 27 Grad waren alle Verbesserungen wieder weg. Die Männer hatten sogar weniger braune Fettzellen als zuvor.

Die Botschaft seiner Forschung ist für Celi klar: Man kann mit wenig Anstrengung die Gesundheit des Stoffwechsel verbessern, indem man die Temperatur im Schlafzimmer einige Grade senkt.

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