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Schweizer SchwimmerIm Kielwasser von Michael Phelps

Mit Schwimmen beginnt am Samstag bereits eine der olympischen Hauptsportarten. Die Schweizer sind in einer Statistenrolle.

von
Marcel Allemann
Rio
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Jérémy Desplanches ist der grösste Hoffnungsträger im Olympia-Team von Swiss Swimming.

Jérémy Desplanches ist der grösste Hoffnungsträger im Olympia-Team von Swiss Swimming.

Keystone/Patrick B. Kraemer
Der 22-jährige Genfer Lagen-Spezialist schwamm an der WM 2015 in Kazan auf den starken 12. Rang.

Der 22-jährige Genfer Lagen-Spezialist schwamm an der WM 2015 in Kazan auf den starken 12. Rang.

epa/Patrick B. Kraemer
Steffen Liess, Chef Leistungssport von Swiss Swimming (hier im Gespräch mit Olympia-Teilnehmerin Sasha Touretski) erhofft sich in Rio vier Halbfinal-Plätze der Schweizer Schwimmer.

Steffen Liess, Chef Leistungssport von Swiss Swimming (hier im Gespräch mit Olympia-Teilnehmerin Sasha Touretski) erhofft sich in Rio vier Halbfinal-Plätze der Schweizer Schwimmer.

Samuel Golay

1984 in Los Angeles gewann Etienne Dagon die bislang einzige Olympia-Medaille für die Schweiz im Schwimmen. Daran wird sich auch in Rio nichts ändern. Das Ziel der achtköpfigen Delegation an den Olympischen Spielen sind «persönliche Bestleistungen, Schweizer Rekorde und vier Halbfinal-Plätze», wie Steffen Liess, Chef Leistungssport von Swiss Swimming, ausführt.

Phelps, Lochte, Ledecky, Hosszu

Schwimmen ist eine olympische Traditionssportart und wird daher auch in Rio mit viel Spannung erwartet. Vor allem auch wegen Superstar Michael Phelps, der seinen olympischen Rekord von 18 Gold-Medaillen (insgesamt 22) weiter ausbauen möchte. Neben ihm sind seine Landsleute Ryan Lochte, Katie Ledecky und die ungarische «Iron Lady» Katinka Hosszu die grossen Figuren im Becken von Rio. Die Schweizer werden sich hinter diesen Kalibern im Kielwasser bewegen.

In den letzten Jahren fand zwar ein deutlicher Aufschwung statt (für 2012 in London schwamm Swiss Swimming gerade mal eine A-Limite, nun waren es schon deren fünf), doch auf olympischem Niveau wird die Schweiz einen schweren Stand haben. «Schwimmen ist zwar ein enorm globaler Sport. Man wird viele Länder in den Halbfinals sehen, das wird sehr bunt. Aber für die Medaillen kommen dennoch nur die wenigsten Nationen infrage», ist Liess überzeugt.

Desplanches: «Eines Tages will ich Medaillen»

Der grösste Hoffnungsträger im Schweizer Team ist Jérémy Desplanches, der an der WM in Kazan vor einem Jahr mit einem 12. Rang über 200 m Lagen für eine Topleistung sorgte. Eine Rangierung in diesem Bereich erhofft sich der am Sonntag 22 Jahre alt werdende, in Nizza lebende und schwimmende Genfer auch in Rio. Und längerfristig will er mehr: «Ich kann noch so viel besser werden. Medaillen an internationalen Meisterschaften sind später mein Ziel. An den Olympischen Spielen 2020 in Tokio möchte ich auf dem Höhepunkt meines Leistungsniveaus sein.»

Schwimmen ist unter den 10- bis 14-Jährigen der Sport Nummer eins im Land. Doch es gestaltet sich schwierig, die Kinder und Jugendlichen auch für den Leistungssport zu begeistern, und deshalb kommt Schwimmen in der Schweiz auch nicht über den Status eines Randsports hinaus. «Wenn man etwas erreichen will, braucht es sehr viel Aufwand», ist für Liess einer der Hauptgründe. Nicht eben förderlich für den Spitzensport ist auch die hiesige Infrastruktur. Nur gerade in Genf und Zürich-Oerlikon gibt es Hallenbäder mit wettkampftauglichen 50-Meter-Becken. Doch zumindest dies wird sich ändern. In Uster entsteht ein neues Hallenbad und Leistungszentrum. Vielleicht lässt sich ja dort eines Tages ein neuer Etienne Dagon finden.

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