Penalty-Sieg gegen Erzrivalen: Nati ringt auch Deutschland nieder und ist Gruppensieger – im Viertelfinal warten USA

Penalty-Sieg gegen ErzrivalenNati ringt auch Deutschland nieder und ist Gruppensieger – im Viertelfinal warten USA

Nach dem siebten Sieg im siebten WM-Gruppenspiel ist für Patrick Fischers Team die Bahn frei für die Runde der letzten Acht. Da wartet der letztjährige Dritte USA.

von
Remo Elsinger
Silvan Haenni
Adrian Hunziker
(aus Helsinki)
Germany
3 : 3
Switzerland
Shootout

Riat versenkt den zweiten Schweizer Penalty – verletzter Pechvogel Scherwey jubelt

Video: SRF

7 Siege in 7 Spielen, diesen Meilenstein erreichte die Schweiz zum letzten Mal an der WM 2013 - und damals gewann die Nati die Silbermedaille. Vor neun Jahren in Stockholm siegten die Schweizer sechsmal nach 60 Minuten und einmal in der Verlängerung, nun also gab es erneut 7 Erfolge - dank eines 4:3 nach Penaltyschiessen gegen Deutschland.

Gegen den Erzrivalen müsse keiner motiviert werden, da war sich Nati-Verteidiger Janis Moser nach dem erkrampften Sieg gegen Frankreich sicher. «Niemand hat vergessen, was das letzte Mal passierte (die Nati verlor an der WM 2021 im Viertelfinal, weil die Deutschen in letzter Minute ausglichen und in der Verlängerung siegten, Red.).»

«Eine Schlacht»

Der NHL-Spieler sagte im Gespräch mit 20 Minuten, gegen Deutschland müsse man immer bereit sein für eine Schlacht. «Die Deutschen spielen physisch, blocken Schüsse und kämpfen, dafür müssen wir ready sein.» Waren das die Schweizer dieses Mal oder verschliefen sie den Spielstart wie gegen Frankreich?

Und wie die Nati bereit war! Rekordspieler Andres Ambühl schoss die Schweiz bereits nach 1,5 Minuten mit dem ersten Schuss aufs Tor in Front. Ungefährlich waren aber auch die Deutschen nicht, Goalie Reto Berra musste in der 6. Minuten gleich zweimal parieren. Die Schweizer zeigten sich lange diszipliniert, Dominik Egli musste in der 12. Minute wegen Stockschlags als Erster auf die Strafbank. Und nach 5 Sekunden erzielten die Deutschen den Ausgleich. Das Team von Patrick Fischer war sogleich bemüht zu reagieren, machte Druck, ein Tor wollte jedoch nicht gelingen.

Im Gegenteil: In der 16. Minute ging Deutschland erstmals in Führung. Danach hatte der Erzrivale klare Spielvorteile, die Schweizer agierten «zu passiv, das müssen wir ändern, wir müssen die Qualität hochschrauben», sagte Torschütze Ambühl in der ersten Pause.

Nico Hischier war der erste, der nach rund 40 Sekunden erstmals den Ausgleich verpasste. Pius Suter machte sich zum 26. selber ein Geburtstagsgeschenk und markierte in der 22. Minute das 2:2. In der Folge gestaltete sich das Spiel ausgeglichen, mit leichten Vorteilen für die Schweiz, Chancen gabs jedoch auf beiden Seiten. In der 38. Minute traf Timo Meier im ersten Schweizer Powerplay nur den Pfosten, eine Minute später machte es Denis Malgin im gleichen Überzahlspiel etwas besser, 3:2.

Gruppensieg nach 60 Minuten

Das Schlussdrittel startete mit einem gefährlichen Abschluss Meiers, der jedoch am deutschen Keeper scheiterte. Das 3:3 der Deutschen in der 48. Minute machte die Partie wieder spannend. Meier traf in der 55. Minute zum zweiten Mal den Pfosten, da fehlte erneut wenig. In der 59. Minute vergab Fabrice Herzog den Sieg, als er neben das Tor schoss. So kam es zur Verlängerung und zum Penaltyschiessen. Dadurch war die Schweiz Gruppensieger und weil zeitgleich Schweden Lettland besiegte, war klar, dass die USA Vierter werden in der Gruppe B. Somit trifft die Nati im Viertelfinal auf die US-Amerikaner, die WM-Dritten vom Vorjahr.

Das Penaltyschiessen entschied die Schweiz mit zwei Toren für sich.

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Scherwey im Interview

«Es sind gemischte Gefühle. Ich bin glücklich, dass das Team gewonnen hat, aber ich glaube es ist Zeit, dass ich diese Operation mache. Es ist ein persönlicher Entscheid von mir, dass ich nach Hause gehen werde. Der ganze Coaching-Staff hat sich gewünscht, dass ich hierbleibe. Ich war gestern schon den ganzen Tag hin- und hergerissen. Am liebsten würde ich hierbleiben mit den Jungs und diese Emotionen auf eine andere Art und Weise erleben. Aber ich bin sehr zuversichtlich, dass der Weg noch lange gehen wird und das geht mir zu lange. Die Schmerzen kommen immer mehr und es ist auch ein Schritt, den ich für meinen Körper mache. Morgen werde ich bei Zeiten in die Schweiz fliegen und dann mit dem Spezialist und dem Teamarzt von Bern diese Operation machen. Innerlich tut es weh und man sucht nach Gründen, aber wenn ich Olympia mit jetzt vergleiche, würde ich in Selbstmitleid versinken. Es hat alles einen Grund im Leben und mittlerweile bin ich dankbar und freue mich auf die Zeit, die kommen wird. Vielleicht will mir mein Körper ein Zeichen geben und dies werde ich versuchen herauszufinden. Ich weiss, dass ich zurückkommen werde und das gibt mir heute Kraft.», sagt der verletzungsbedingt ausgefallene SCB-Spieler im SRF-Interview.

Malgin im Interview

«Einfach war es nicht. Jedes Spiel war hart. Wir haben eine tolle Truppe, haben in jedem Spiel gekämpft und gewonnen. Mir ist es wichtiger, dass wir mit dem Team gewinnen, auch wenn es schön ist Tore zu machen. Wir schauen jeweils Videos an vom Gegner und schauen Optionen an, die wir versuchen umzusetzen. Wir schauen wie sie stehen, wie sie Druck machen und versuchen die Lücken zu finden. Jetzt wird es um alles gehen, wir werden alles geben und gut vorbereitet sein.»

Berra im Interview

«Es war mega cool. Mir gefällt das Penaltyschiessen, wenn es dann noch so aufgeht. Wir haben wunderschöne Tore geschossen und das nötige Glück gehabt. Kaufen können wir uns davon immer noch nichts. Nun fängt es wieder bei Null an. Es war noch kein Finalspiel, das ist dann wieder eine andere Bühne. Es stimmt alles rundherum und wir freuen uns auf alles was kommt. Wir haben viel Spass neben dem Eis, es ist sehr kollegial und alle ziehen am gleichen Strick. Es wird nicht einfach alles tiptop laufen. Es gibt immer ups und downs, da sieht man schon den Charakter der Mannschaft.»

Hier der Penalty-Treffer von Hischier

Players of the Game

Moritz Seidel erhält diese Auszeichnung auf Seiten der Deutschen, Timo Meier war im Schweizer Team der beste Spieler. Und nun folgt auch im siebten Gruppenspiel die Schweizer Nationalhymne für den Sieger!

Bester Start seit 2013

Mit 20 von möglichen 21 Punkten ist dies der erfolgreichste Start in ein WM-Turnier für die Schweizer Hockey-Nati seit 2013. Wir erinnern uns, damals gewann man die Silbermedaille nach der Finalniederlage gegen Schweden.

Daniel Fischbuch läuft an, doch BERRA HÄLT! Die Schweiz gewinnt und ist ungeschlagen Gruppensieger!

Malgin hat die Chance zum Siegtreffer, doch der ZSC-Topscorer schiebt die Scheibe zwischen Grubauers Schonern am Tor vorbei.

Nöbels scheitert ebenfalls!

Pius Suter läuft an und scheitert an Grubauer.

Auch der zweite Deutsche Schütze, Plachta, scheitert.

UND AUCH RIAT TRIFFT! WOW, ein Hammer in den Winkel!

Der erste deutsche Schütze ist Loibl und er scheitert an Berra.

Der Captain übernimmt Verantwortung. Nico Hischier läuft an und TRIFFT! Sensationelle Täuschung des NHL-Stars!

Ich bin da für euch!

Wir gehen ins Penaltyschiessen!

64'

Noch eine Minute

Michaelis hat die nächste Chance für die Deutschen. Die letzten 60 Sekunden in der Overtime starten gleich. Gehen wir ins Penaltyschiessen oder trifft hier noch eine Mannschaft?

63'

Big Save von Berra!

Corvi verliert die Scheibe in der offensiven Zone und dann läuft der Konter. Müller spielt rüber auf Ehliz, doch Berra hält dicht.

Und weiter gehts! Die Overtime läuft. Kukan, Hischier und Meier sind das Start-Trio der Schweiz.

Schweiz steht als Gruppensieger fest

Mit dem einen Punkt sichert sich die Schweiz den Gruppensieg! Damit wartet im Viertelfinal die USA, während Deutschland gegen Tschechien spielt.

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