Aktualisiert 14.09.2018 08:44

Studien-Ergebnis

Im Männerbart hats mehr Keime als im Hundefell

In der Klinik St. Anna in Luzern dürfen auch Hunde in den MRI-Scanner. Aus hygienischen Gründen könnte dies sogar förderlich sein, fanden Wissenschaftler heraus.

von
Daniela Gigor
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Diese Hunde-Rassen waren an der Studie beteiligt: Ein Border Collie,

Diese Hunde-Rassen waren an der Studie beteiligt: Ein Border Collie,

i Stock/Tepepa79
Ein Weimaraner,

Ein Weimaraner,

i Stock/ Bigandt_photography
ein Dalmatiner,

ein Dalmatiner,

i Stock/ Fserega

Auch Hunde müssen mal im MRI gescannt werden. Und weil sich viele Tierkliniken die teuren Geräte nicht leisten können, bietet etwa die Hirslanden-Klinik St. Anna in Luzern an, selten auch Hunde radiologisch zu untersuchen – nach Betriebschluss und unter Anwendung spezieller Hygiene-Prozesse, wie im Sommer vor einem Jahr bekannt wurde. Gleichwohl gab es damals Kritik von der Stiftung Patientenschutz.

In der Hirslanden-Klinik St. Anna in Luzern und an zwei weiteren Spitälern, die keine MRI an Hunden durchführen, wurde nun eine Untersuchung zu diesem Thema durchgeführt. Zuständig war Andreas Gutzeit, Doktor der Klinik St. Anna. Ziel sei gewesen, der Kritik mit Fakten zu begegnen.

Bart- und Fellproben sowie Speichel entnommen

Für die Studie wurden 30 Hunde von 16 verschiedenen Rassen in den Tomografen gelegt. Es wurden Hunde mit kurzen und langhaarigen Fellen ausgewählt. Kontrollgruppe waren 18 Männer mit Bart.

Den Hunden wurden Fellproben am Nacken und Abstriche in der Schnauze entnommen. «Wir hätten auch Frauen mit langen Haaren nehmen können», so Gutzeit. Die Männer mussten Bartproben und Mundabstriche abgeben, die bakteriologisch untersucht wurden.

Das Ergebnis der Studie kommt zu überraschenden Ergebnissen, wie die Fachzeitschrift Ärztezeitung schreibt: «Die Forscher konnten in den Bärten signifikant mehr Keime nachweisen als im Nackenpelz der Tiere.»

Andreas Gutzeit sagt dazu: «Es geht uns keinesfalls darum, die Bartträger als unhygienisch darzustellen.» Zwar gibt es beim Fell der Hunde bakteriologisch keinen grossen Unterschied zum Bart der Männer, bei den Mündern aber sei der Unterschied deutlicher. Gefährliche Keime liessen sich nur bei einem der 18 Männer im Mund finden, bei Hunden aber bei 20.

Hunde im MRI können Hygiene deutlich verbessern

Gutzeit kommt zu Schluss: «Die Studie zeigt, dass es aus Patientensicht in beiden Fällen keinerlei Grund zur Sorge gibt, sofern klare Hygienestandards definiert sind und angewendet werden. Wie die Studie zeigt, ist das in der Hirslanden-Klinik St. Anna dank erstklassiger Spitalhygiene zweifelsohne der Fall.»

Die «Ärztezeitung» schreibt gar, es könne die Hygiene laut Studie «deutlich verbessern», wenn mal gelegentlich ein Hund im MRI liege, weil danach das Gerät gründlich sterilisiert werde, was bei Menschen im täglichen Betrieb «eher nicht der Fall» sei. Seien die Scanner nach den Hundeuntersuchungen gründlich desinfiziert worden, seien keine Keime mehr in den Geräten nachweisbar gewesen, nach Routineuntersuchungen an Menschen hingegen schon. In jedem Fall stelle die Keimbelastung aber keine Gefahr für den Menschen dar.

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