Aktualisiert 28.02.2019 09:57

Valentin Stocker

«Im Moment ist es schön, auf einer Welle zu surfen»

Valentin Stocker rettet dem FCB vorerst die Saison. Für den Cup-Halbfinal hat der Krienser einen speziellen Wunschgegner.

von
E. Tedesco, Sion

Auf dem Papier war das Duell zwischen Sion und Basel nur ein gewöhnlicher Cup-Viertelfinal. Nicht so für den FCB. Weil Rotblau in der Meisterschaft meilenweit hinter Leader YB hinterherhinkt, wurde der Cup in dieser Saison zum Mass aller Dinge ausgerufen. Nun gut, es blieb den Basler Verantwortlichen auch nichts anderes übrig. Denn nur der Cupsieg kann diese FCB-Saison noch retten. Aber auch der hing schon am seidenen Fädchen. Dank Strellers ehemaligem Mitspieler und Spezi Valentin Stocker ist das weiterhin möglich.

Sein Auftritt erinnerte dabei stark an den April 2013. Vor sechs Jahren stand Stocker im Wallis schon einmal im Mittelpunkt. Beim 1:0-Sieg der Bebbi im Cuphalbfinal war er nach einer Vorlage von Streller der einzige Torschütze und Mann des Abends. So wie am Mittwoch – nur traf er diesmal gar doppelt, nachdem der Krienser am letzten Wochenende gegen Xamax (2:0) den ersten Saisontreffer erzielte. «Wir haben mit ihm viele Gespräche geführt und gehofft, dass der Knoten nach Neuenburg aufgeht», sagt Marcel Koller nach dem packenden 4:2-Sieg. «Wie wir alle erleben konnten, ist er voll aufgegangen und Vali ist am Aufblühen.»

Koller, Stocker und dem FCB kam aber das Schicksal zu Hilfe. Der ehemalige Hertha-Spieler wurde nach einer halben Stunde für den verletzten Kevin Bua eingewechselt. Im Nachhinein ein Glücksfall? «Wir wissen nicht, wie es anders rausgekommen wäre», so Koller lachend.

Das sagt FCB-Trainer Marcel Koller zum packenden Cupfight und zum Doppeltorschützen Valentin Stocker. (Video: 20 Minuten)

Der schnellste Weg nach Europa ist noch möglich

Grund zum Lachen hatte auch Stocker nach dem Spiel. Nachdem er erst einige Male quer gespielt hatte, seine Mitspieler aber nicht profitieren konnten, sagt er sich, «den nächsten schiesse ich selber». Erst eins, dann zwei und im nächsten Spiel? Stocker lacht: «In erster Linie freue ich mich, dass ich der Mannschaft helfen kann. Im Moment ist es schön, auf dieser Welle zu surfen und ich hätte nichts dagegen, wenn sie noch eine Weile anhält.»

Vor allem im Cup, damit der FCB die bisher enttäuschende Saison vielleicht doch noch mit einem Titel retten kann. Zudem bleibt dies der schnellste Weg nach Europa. Noch. Denn nach dem schwachen Abschneiden der Schweizer Clubs im Europacup – darunter auch der FCB – und dem Abrutschen im 5-Jahres-Ranking der Uefa ist das nur noch im Jahr 2019 der Fall. Der Sieger qualifiziert sich in der nächsten Saison vorerst ein letztes Mal direkt für die Gruppenphase der Europa League.

Würde der FCB nicht Cupsieger, sondern in der Meisterschaft nur Zweiter, muss er drei Qualirunden überstehen, um in die Gruppenphase der Champions League oder der Europa League zu kommen. Schon aus dieser Sicht würde ein Cupsieg zumindest für Planungssicherheit am Rheinknie sorgen.

Bis dahin muss der FCB aber noch zwei Hürden überwinden. Basels nächster Gegner wird am Donnerstag im Anschluss an den Viertelfinal zwischen dem FCZ und Kriens zugelost. Und da spielt auch der Wunschgegner von Stocker. Denn beim SC Kriens startete der Offensivspieler seine Karriere. Stocker: «Definitiv würde ich in der nächsten Runde am liebsten ins Kleinfeld.»

Fehlende Clerverness, sagt Murat Yakin, war der Grund für das Aus im Cup gegen den FCB und auch, warum ihm der goldene Pokal lieber ist als der silberne. (Video: 20 Minuten)

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