10.09.2020 17:52

«The New Mutants»Im neuen Marvel-Spin-off spielen die Stars von morgen

Mit «The New Mutants» kehren die ersten Superhelden in die Schweizer Kinos zurück. Vier Gründe, warum der Film sich lohnt – und ein trauriges Fazit.

von
Melanie Biedermann

Darum gehts

  • Am 10. September läuft das neue Marvel-Spin-off «The New Mutants» in den Deutschschweizer Kinos an.
  • Die neue X-Men-Sidestory ist der erste grosse Superhelden-Kinostart seit Corona.
  • Der Film spielt in einer psychiatrischen Klinik für junge Mutanten und thematisiert Trauma und Depression. Das Schweizer Startdatum fällt auf den World Suicide Prevention Day.
  • Hier gibt es vier Gründe, den Film zu sehen – und ein trauriges Fazit.

1. Das Thema könnte nicht zeitgeistiger sein

Die Geschichten um die New Mutants tauchten 1982 erstmals in den Original-Comics auf. Die Verfilmung stellt die darin erzählte Demon Bear Saga um das indigen-amerikanische Teenager-Mädchen Dani Moonstar (gespielt von Blu Hunt) ins Zentrum. Ihre Superkraft ist es, Ängste zu manifestieren, und der Film dreht sich thematisch grob um Trauma-Therapie. Der Schweizer Filmstart am World Suicide Prevention Day vom 10. September mag Zufall sein, aber es passt gut. Auch in Anbetracht der anhaltenden Belastungsprobe, die Corona besonders Menschen mit psychischen Erkrankungen
weltweit stellt.

2. Die Love-Story überrascht

Eine ganze Weile scheinen die Optionen recht offen, aber spätestens als Szenen von «Buffy The Vampire Slayer» mit Willow und Tara im Gemeinschaftsraum der Teenager aufflackern, wird man stutzig. Viel mehr will man eigentlich gar nicht verraten.

3. Hier spielen die Stars
von morgen

Allen voran Anya Taylor-Joy, die seit ihrem Indie-Hit «The Witch» (2015) Projekte wie «Peaky Blinders», die Jane-Austen-Comedy «Emma» und «The Northman» neben Alexander Skarsgård und Nicole Kidman an Land zog, und Hauptdarstellerin Blu Hunt. Für Letztere könnte der Film zum Sprungbrett werden. Bisher kennt man die 25-Jährige aus Serien wie dem Fantasy-Hit «The Originals» und der Sci-Fi-Show «Another Life», die im Juli auf Netflix gestartet ist. «The New Mutants» gibt ihr die bisher grösste Plattform, die sie bereits nutzte, um Rechte für ihre Community einzufordern. Hunt hat wie ihre Filmfigur Dani Moonstar uramerikanische Wurzeln, ihre Vorfahren sind Lakota.

4. Du wirst das Kino optimistisch verlassen

Die Themen sind düster und werden offiziell in der Mystery-Horror-Ecke angesiedelt. Allerdings hat Disney hier die Finger im Spiel, sprich, der Gruselfaktor ist familientauglich, und man verlässt das Kino mit einem wohligen Gefühl. «Wer gewinnt, der böse oder der gute Bär? Der, den du fütterst»: Die Message kurz vorm Abspann lässt keinen Zweifel daran, dass «The New Mutants»
ein gut getarnter Feel-Good-Film ist.

Das Fazit

«The New Mutants» funktioniert vor allem als Kick-off zu weiteren Geschichten. Die Story dient dazu, die Figuren vorzustellen, entsprechend bleibt wenig Platz für einen ausgedehnten Spannungsbogen. Das ist nicht per se etwas Schlechtes, gerade bei einem «X-Men»-Film will man wissen, wie es weitergeht, und das ist auch bei diesem Spin-off nicht anders. Tatsächlich entstand «New Mutants» mit dem Gedanken einer Trilogie, doch Regisseur Josh Boone bestätigte inzwischen, dass seit der Übernahme von 20th Century Fox durch Disney keine Fortsetzung im Marvel Cinematic Universe geplant ist. Dass die Geschichte im Fall eines unerwarteten Boxoffice-Erfolgs woanders weitererzählt werden könnte,
ist nicht unmöglich, aber sehr unwahrscheinlich.

Der Film

«The New Mutants»

In einem als Klinik getarnten, abgelegenen Gebäude soll eine Gruppe junger, traumatisierter Mutanten geheilt und für die X-Men-Ausbildung fit gemacht werden. Mit Neuankömmling Dani Moonstar (Blu Hunt) zieht der Schrecken aller ein, aber anders als erwartet. Das X-Men-Spin-off wird dir nicht den Atem rauben, aber erste Superhelden-Action und optimistische Feel-Good-Vibes ins Kino zurückbringen.

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