Aktualisiert 03.05.2019 19:45

GirunoIm neuen SBB-Zug gibts erstmals getrennte WCs

Bald rollt der neue Gotthardzug auf die Schiene. Erstmals führt ein SBB-Zug neben Unisex-WCs auch je drei geschlechtergetrennte Toiletten.

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pam
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Der «Unique Selling Point» des Giruno? Dieses Bild twitterte SBB-Sprecher Christian Ginsig im Vorfeld der ersten Fahrt des neuen Gotthardzuges.

Der «Unique Selling Point» des Giruno? Dieses Bild twitterte SBB-Sprecher Christian Ginsig im Vorfeld der ersten Fahrt des neuen Gotthardzuges.

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Natürlich sei der Zug selbst das Highlight, erklärt Ginsig auf Anfrage. Doch im Vergleich zu anderen modernen Zügen handle es sich bei den Toiletten im Giruno tatsächlich um ein Novum. «Es handelt sich um den ersten SBB-Zug, der teilweise über geschlechtergetrennte Toiletten verfügt», sagt Ginsig.

Natürlich sei der Zug selbst das Highlight, erklärt Ginsig auf Anfrage. Doch im Vergleich zu anderen modernen Zügen handle es sich bei den Toiletten im Giruno tatsächlich um ein Novum. «Es handelt sich um den ersten SBB-Zug, der teilweise über geschlechtergetrennte Toiletten verfügt», sagt Ginsig.

Keystone/Peter Klaunzer
Das Konzept mit gemischten sowie geschlechtergetrennten Toiletten habe man nach Gesprächen mit ausländischen Bahnen und einer Marktforschung in die Planung aufgenommen.

Das Konzept mit gemischten sowie geschlechtergetrennten Toiletten habe man nach Gesprächen mit ausländischen Bahnen und einer Marktforschung in die Planung aufgenommen.

Keystone/Gian Ehrenzeller

Am 8. Mai lädt die SBB zur Erstfahrt mit dem Gotthardzug Giruno von Zürich nach Erstfeld. Insgesamt hat die Bahn bei Stadler 29 Züge bestellt, die Geschwindigkeiten von bis zu 250 Kilometer pro Stunde erreichen. Nach den Querelen um den «Pannenzug» FV Dosto hofft die SBB auf einen reibungslosen Start.

Auf Twitter pries Sprecher Christian Ginsig schon einmal den «Unique Selling Point» des Giruno: die geschlechtergetrennten WCs.

Natürlich sei der Zug selbst das Highlight, erklärt Ginsig auf Anfrage. Doch im Vergleich zu anderen modernen Zügen handle es sich bei den Toiletten im Giruno tatsächlich um ein Novum. «Es handelt sich um den ersten SBB-Zug, der teilweise über geschlechtergetrennte Toiletten verfügt», sagt Ginsig.

Getrennte WCs sind ein Kundenbedürfnis

Das Konzept mit gemischten sowie geschlechtergetrennten Toiletten habe man nach Gesprächen mit ausländischen Bahnen und einer Marktforschung in die Planung aufgenommen. Konkret gibt es im Giruno drei Pissoirs und drei Toiletten nur für Frauen. Daneben führt der Zug zwei rollstuhlgängige WCs sowie drei gemischte.

Welche Kundenrückmeldungen genau die SBB zur Einführung der getrennten Toiletten bewogen haben, gibt Ginsig nicht bekannt. Zu den Erwartungen der SBB sagt er: «Es lässt sich noch nicht sagen, wie sich die neuen Toiletten im Alltag bewähren, da es sich um den ersten SBB-Zug handelt, der teilweise über geschlechtergetrennte Toiletten verfügt. Ein Fazit werden wir erst nach einigen Monaten im Praxisbetrieb ziehen können.»

«Aus Platzgründen gab es in Schweizer Zügen jeweils nur gemischte Toiletten, obwohl im öffentlichen Raum sonst getrennte WCs die Regel sind», erklärt Frank Zimmermann von der Interessengemeinschaft öffentlicher Verkehr (IGöV) Zentralschweiz, der selbst schon im Giruno mitgefahren ist. Bei diesem Zug habe man nun offenbar auf alle Bedürfnisse Rücksicht genommen.

«Hohe Treffsicherheit gefordert»

Doch warum sind separate WCs bei Reisenden offenbar ein Bedürfnis? Es gebe wohl einfach Personen, die sich auf getrennten Toiletten wohler fühlten oder auf bessere Sauberkeit hofften, so Zimmermann.

Er sieht aber auch Probleme. Der Unterschied zwischen Damen- und Herren-WC im Giruno bestehe einzig darin, dass Herren-WCs zusätzlich zur Toiletten-Schüssel über ein sehr kleines Pissoir verfügten. «Dies erfordert im schwankenden Zug eine ausgesprochen hohe Treffsicherheit.» Zudem befinde sich das Pissoirbecken beim Sitzen auf der WC-Schüssel ziemlich genau auf Nasenhöhe.

«Die Schaffung von geschlechtergetrennten WCs ist durchaus eine Innovation, ob sie für den Reisenden ‹nice to have› ist oder mehr Nachteile als Vorteile bringt, muss die Praxis weisen», so Zimmermann.

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